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Auto kaufen oder leasen: Was wirklich günstiger ist
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Auto kaufen oder leasen: Was wirklich günstiger ist

Leasing klingt verlockend, ist aber meist nichts anderes als ein teurer Konsumkredit. Gerald Hörhan erklärt, wann Leasing ausnahmsweise Sinn macht, warum gebrauchte Luxusautos oft günstiger sind als ein neuer Mittelklassewagen und welche massiven Steuervorteile Elektroautos bieten.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Auto kaufen oder leasen: In den meisten Fällen ist Leasing ein teures Konsumschulden-Modell. Laut Gerald Hörhan lohnt sich Leasing nur bei herstellersubventioniertem Leasing ohne Restwert-Risiko und unüblich niedrigen Raten. Wer wirtschaftlich Auto fahren will, sollte gebrauchte Luxusautos mit geringem Restwert-Risiko kaufen oder ein Elektroauto über die Firma nutzen. In Österreich entfällt der private Nutzungsanteil bei Elektroautos komplett, in Deutschland beträgt er nur 0,25 % bei Fahrzeugen unter 60.000 Euro.

Auto kaufen oder leasen: Die ehrliche Antwort

Auto kaufen oder leasen ist eine der meistgestellten Fragen rund ums Thema persönliche Finanzen. Die Antwort ist unbequem, aber eindeutig: Leasing ist in den meisten Fällen ein Konsumkredit mit anderen Worten. Laut Gerald Hörhan, der selbst bekennender Autoliebhaber mit einem Aston Martin und einem Tesla Model S im Portfolio ist, gibt es nur sehr wenige Situationen, in denen Leasing wirtschaftlich vertretbar ist. Wer das ignoriert, zahlt Zinsen und Gebühren für ein Auto, das ihm nicht einmal gehört.

Warum Leasing fast immer ein schlechtes Geschäft ist

Leasing ist wirtschaftlich betrachtet dasselbe wie ein Kredit, nur mit einem anderen Namen. Du kaufst ein Fahrzeug, hast aber Kilometerbegrenzungen, Restwert-Risiken und Strafgebühren für Schäden. Dazu kommen Zinsen, die oft alles andere als günstig sind. Bei Tesla hat Hörhan persönlich ein Angebot mit 5 % Zinsen erhalten. Zum Vergleich: Immobilienkredite lagen zu dieser Zeit bei rund 3,3 %. Wer für ein Auto mehr Zinsen zahlt als für eine Immobilie, macht etwas falsch.

Das Kleingedruckte im Leasingvertrag enthält oft weitere Kostenfallen:

  • Restwert-Risiko: Kann die Leasinggesellschaft das Auto am Ende nicht zum kalkulierten Restwert verkaufen, zahlt der Leasingnehmer die Differenz nach.
  • Kilometergebühren: Wer mehr fährt als vereinbart, zahlt teils empfindliche Strafgebühren pro Mehrkilometer.
  • Vollkasko-Pflicht: Jedes Leasingfahrzeug muss vollkaskoversichert sein, was die laufenden Kosten zusätzlich erhöht.
  • Rückgabekosten: Normale Gebrauchsspuren werden von Leasinggesellschaften oft als Schäden gewertet.

Das Auto gehört dir nicht. Du bezahlst für die Nutzung, trägst aber alle Risiken wie ein Eigentümer. Das ist kein fairer Deal.

Wann lohnt sich Leasing ausnahmsweise doch?

Es gibt zwei Ausnahmen, in denen Leasing tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Die erste: Der Zinssatz ist unüblich niedrig, weil er subventioniert wird. Ein Kredit zu 1 % wäre bei Immobilienfinanzierungen von 3,3 % attraktiv. In der Praxis kommen solche Angebote kaum vor, außer in Phasen, in denen Hersteller Absatz erzwingen wollen.

Die zweite und wichtigere Ausnahme ist das herstellersubventionierte Leasing. Das funktioniert so: Ein Hersteller, der sein Fahrzeug in den Markt pushen will, bietet unüblich niedrige Leasingraten an. Der kalkulatorische Restwert liegt dabei oft deutlich über dem tatsächlichen Marktwert nach Ablauf der Laufzeit. Das ist eine versteckte Kaufpreissubvention. Entscheidend dabei: Kein Restwert-Risiko für den Leasingnehmer. Wenn der Hersteller das Restwert-Risiko trägt und die Rate unüblich niedrig ist, handelt es sich faktisch um einen Preisnachlass auf das Fahrzeug. In solchen Phasen, typischerweise wenn Überangebot herrscht, kann sich Leasing lohnen. In Zeiten knapper Autos, wie zuletzt nach Corona, gibt es solche Angebote kaum.

„Leasing ist gleich Schulden, nur anders verpackt. Und Schulden für Konsumgüter sind in fast allen Fällen ein No-Go." – laut Gerald Hörhan

Gebrauchte Luxusautos: Günstiger als ein neuer Mittelklassewagen?

Wer wirtschaftlich Auto fahren will, denkt oft zuerst an einen günstigen Neuwagen. Dabei übersieht die Mehrheit einen entscheidenden Faktor: den Wertverlust. Ein neuer Audi A4 oder A6 verliert in den ersten Jahren 30 bis 40 % seines Wertes. Wer dieses Auto kauft, trägt den gesamten Wertverlust selbst.

Eine fünf bis sieben Jahre alte S-Klasse aus einem Botschaftsfuhrpark oder von einem Sammler, der das Auto als Zweitwagen gefahren hat, hat den größten Teil des Wertverlustes bereits hinter sich. In der Praxis kann ein gepflegtes Gebrauchtfahrzeug mit geringer Laufleistung deutlich günstiger im Betrieb sein als ein neues Mittelklassefahrzeug. Voraussetzungen dafür:

  • Geringe Laufleistung und gute Vorgeschichte prüfen
  • Fahrzeug selbst sorgfältig behandeln, keine Kurzstrecken mit kaltem Motor
  • Saisonale Nutzung, zum Beispiel ein Cabrio nur im Sommer fahren
  • Keine groben Schäden, die teure Reparaturen nach sich ziehen

Warum Cabrios besonders wertstabil sind

Laut Gerald Hörhan zeigt der Oldtimermarkt ein klares Muster: Cabriolets haben langfristig eine deutlich stärkere Wertentwicklung als vergleichbare Coupés. Ein Porsche Cabrio versus Coupé, ein Mercedes Cabrio versus Coupé, ein VW Golf Cabrio versus Coupé: In jedem Vergleich liegt das offene Fahrzeug preislich vorne. Wer also einen gepflegten Jaguar E-Type, Aston Martin oder eine ähnliche Ikone als Zweitwagen kauft und das Fahrzeug gut behandelt, hat kaum noch Wertverlust zu befürchten. Im Gegenteil: Gut gepflegte Klassiker gewinnen langfristig an Wert.

Hörhan selbst fährt einen rund zehn Jahre alten Aston Martin. Seine Einschätzung: Das Fahrzeug wird nicht mehr im Wert fallen, sondern eher steigen. Die Instandhaltungskosten bei saisonaler Nutzung im Sommer sind überschaubar. Das ergibt in der Gesamtrechnung geringere Kosten als ein Neuwagen, der jedes Jahr massiv an Wert verliert.

Elektroautos: Welche Steuervorteile du dir nicht entgehen lassen solltest

Stand 2022 bieten Elektrofahrzeuge massive steuerliche Vorteile, die das wirtschaftliche Bild grundlegend verändern. In Österreich gibt es für ein Elektrofahrzeug, das über die Firma bezahlt wird, keinen privaten Nutzungsanteil. Das bedeutet: Die Firma trägt alle Kosten inklusive Versicherung, Strom und Wartung, und der Mitarbeiter oder Unternehmer fährt das Auto steuerfrei.

In Deutschland beträgt der private Nutzungsanteil für ein Elektrofahrzeug unter 60.000 Euro nur 0,25 % des Listenpreises pro Monat, statt der üblichen 1 % bei Benzinern. Bei einem Hybridfahrzeug liegt der Satz bei 0,5 %. Das macht einen gewaltigen Unterschied. Wer ein Tesla Model 3 über seinen Arbeitgeber fährt, zahlt monatlich nur einen Bruchteil der Steuer, die für einen vergleichbaren Benziner anfallen würde.

Ein Rechenbeispiel: Ein Tesla Model 3 mit einem Listenpreis von 45.000 Euro erzeugt bei 0,25 % privaten Nutzungsanteil monatlich nur 112,50 Euro geldwerten Vorteil, der versteuert werden muss. Ein vergleichbarer Benziner würde bei 1 % monatlich 450 Euro geldwerten Vorteil erzeugen. Das ist viermal so viel. Auf das Jahr gerechnet sind das rund 4.000 Euro Steuerersparnis allein durch die Wahl des Antriebsstrangs.

Tesla als Beispiel: Guter Wiederverkaufswert und niedrige Betriebskosten

Laut Gerald Hörhan hat er seinen Tesla Model S nach fünf Jahren und rund 100.000 Kilometern mit einem Wertverlust von unter 50 % des Einstandspreises verkauft. Das ist für ein fünf Jahre altes Fahrzeug mit dieser Laufleistung ein gutes Ergebnis. Dazu kommen die deutlich niedrigeren Betriebskosten: keine Ölwechsel, weniger Verschleißteile, günstigere Energiekosten gegenüber Benzin. Wer sein Elektrofahrzeug über Nacht zu Hause oder am Arbeitgeber kostenlos laden kann, fährt faktisch fast umsonst.

Aus 25 Jahren Investmenterfahrung zieht Hörhan eine klare Schlussfolgerung: Wer wirtschaftlich Auto fahren will, sollte Elektroautos im Firmenwagen-Kontext ernsthaft in Betracht ziehen. Die Kombination aus Steuervorteilen, niedrigen Betriebskosten und gutem Wiederverkaufswert bei etablierten Marken macht das Elektroauto in vielen Fällen zur günstigsten Option, auch wenn der Anschaffungspreis höher ist als bei einem Verbrenner.

Zusammenfassung: Was wirklich günstiger ist

Auto kaufen oder leasen lässt sich mit drei klaren Empfehlungen beantworten. Erstens: Leasing ist fast immer ein teurer Konsumkredit. Nur bei herstellersubventioniertem Leasing ohne Restwert-Risiko und mit unüblich niedrigen Raten kann es sich lohnen. Zweitens: Gebrauchte Luxusautos mit geringem zukünftigen Wertverlust, besonders Cabrios, können günstiger im Betrieb sein als neue Mittelklassefahrzeuge. Drittens: Elektroautos über die Firma bieten massive Steuervorteile, die das Gesamtbild komplett verändern. In Österreich fährt man ein Firmen-Elektroauto steuerfrei, in Deutschland mit nur 0,25 % privatem Nutzungsanteil statt 1 % beim Benziner.

Auto kaufen oder leasen

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wann lohnt sich Leasing wirklich?

Leasing lohnt sich laut Gerald Hörhan nur in zwei Ausnahmefällen: bei einem unüblich niedrigen, subventionierten Zinssatz oder bei herstellersubventioniertem Leasing ohne Restwert-Risiko. In letzterem Fall trägt der Hersteller das Risiko des Fahrzeugwerts am Ende der Laufzeit, und die niedrige Rate ist faktisch ein versteckter Kaufpreisrabatt. Solche Angebote gibt es typischerweise nur, wenn Hersteller Überbestände abbauen müssen.

Was kostet mich das Restwert-Risiko beim Leasing?

Wenn die Leasinggesellschaft das Fahrzeug am Ende der Laufzeit nicht zum kalkulierten Restwert verkaufen kann, muss der Leasingnehmer die Differenz ausgleichen. Bei einem Fahrzeug mit einem kalkulierten Restwert von 20.000 Euro und einem tatsächlichen Marktwert von 15.000 Euro werden 5.000 Euro nachgefordert. Hinzu kommen Strafgebühren für Mehrkilometer und Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen.

Warum sind gebrauchte Luxusautos oft günstiger als Neuwagen?

Ein neues Mittelklassefahrzeug verliert in den ersten Jahren 30 bis 40 % seines Wertes. Eine fünf bis sieben Jahre alte S-Klasse oder ein gepflegter Jaguar aus einem Botschaftsfuhrpark hat diesen Wertverlust bereits hinter sich. Der zukünftige Wertverlust ist damit gering, die Betriebskosten bei guter Pflege überschaubar. Besonders Cabrios sind langfristig wertstabiler als Coupés.

Wie hoch ist der Steuervorteil bei einem Elektro-Firmenwagen in Deutschland?

In Deutschland beträgt der private Nutzungsanteil für ein Elektrofahrzeug unter 60.000 Euro nur 0,25 % des Listenpreises pro Monat, statt der üblichen 1 % bei Benzinern. Bei einem Fahrzeug mit 45.000 Euro Listenpreis sind das 112,50 Euro monatlich statt 450 Euro. Das ergibt eine jährliche Steuereinsparnis von rund 4.000 Euro allein durch die Wahl des Antriebsstrangs.

Lohnt sich ein Elektroauto auch ohne Firmenwagen-Vorteil?

Auch privat bieten Elektroautos Vorteile: deutlich niedrigere Betriebskosten durch günstigere Energiepreise, keine Ölwechsel und weniger Verschleißteile. Wer zu Hause oder beim Arbeitgeber kostenlos laden kann, fährt fast umsonst. Dazu kommt ein guter Wiederverkaufswert bei etablierten Marken wie Tesla. Der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich über die Laufzeit in vielen Fällen.

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