Ein ETF Sparplan ist eine solide Vermögensanlage, aber kein Weg zum Reichtum. Bei 8-9 % Rendite pro Jahr und einer monatlichen Sparrate von 1.000 Euro bleiben nach Gebühren oft nur 80-90 Euro Ertrag übrig. Lebensversicherungen und Bausparverträge sind sogar Verlustgeschäfte. Wer wirklich reich werden will, braucht zuerst eine operative Tätigkeit als Unternehmer oder Selbstständiger, um Kapital aufzubauen. Erst danach macht Investieren in ETFs, Immobilien oder Beteiligungen wirklich Sinn.
ETF Sparplan: Solide Anlage, aber kein Weg zum Reichtum
Ein ETF Sparplan ist eine der meistempfohlenen Anlageformen in Deutschland und Österreich. Und ja, als Vermögensanlage ist er solide. Aber wer glaubt, damit in absehbarer Zeit reich zu werden, irrt sich gewaltig. Die Mathematik dahinter ist ernüchternd, und laut Gerald Hörhan verwechseln die meisten Menschen Vermögenserhalt mit Vermögensaufbau.
Das Problem beginnt bereits bei den Grundannahmen. Ein ETF Sparplan wirft langfristig rund 8-9 % Rendite pro Jahr ab, wenn man gut aufgestellt ist. Das klingt nach viel, ist es aber nicht, sobald man die Zahlen konkret durchrechnet.
Die Mathematik des ETF Sparplans: Was wirklich übrig bleibt
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Du sparst 1.000 Euro pro Monat in einen ETF Sparplan. Bei 9 % Rendite sind das auf den Jahresbetrag von 12.000 Euro gerade mal 1.080 Euro Ertrag, also 90 Euro im Monat. Klingt noch okay. Aber jetzt kommen die Gebühren ins Spiel.
Die meisten Broker verlangen Mindestgebühren von 5 bis 10 Euro pro Transaktion. Bei einer monatlichen Sparrate von 1.000 Euro entsprechen 10 Euro bereits 1 % des Einsatzes. Das klingt wenig, frisst aber einen erheblichen Teil der ohnehin bescheidenen Rendite auf. Bei kleineren Sparraten von 100 oder 200 Euro im Monat wird es vollends widersinnig: Die Gebühren können dann 5-10 % des monatlichen Einsatzes ausmachen.
„ETF-Sparpläne machen die Bank und den Broker reich, nicht dich. Erst ab 1.000 bis 1.500 Euro monatlicher Sparrate beginnt die Rechnung überhaupt aufzugehen." – Gerald Hörhan
Hinzu kommt der Zeitfaktor. Um mit einem ETF Sparplan bei einer Sparrate von 1.000 Euro pro Monat wirklich von Reichtum zu sprechen, brauchst du Jahrzehnte. Der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle Kraft erst nach 20, 30 oder mehr Jahren. Wer mit 30 anfängt, sieht die Früchte vielleicht mit 60. Das ist kein Weg zum Reichtum, das ist Altersvorsorge.
Lebensversicherungen und Bausparverträge: Die schlimmsten Alternativen
Noch schlimmer als ein ETF Sparplan mit kleinen Beträgen sind klassische Vorsorgeinstrumente wie Lebensversicherungen und Bausparverträge. In der Praxis sind diese Produkte im aktuellen Niedrigzinsumfeld in vielen Fällen schlicht Nullsummengeschäfte oder sogar Verlustgeschäfte.
Du zahlst jahrelang ein, verlierst die Liquidität deines Kapitals, und am Ende bleibt nach Abzug aller Gebühren und Kosten kaum mehr übrig, als du eingezahlt hast. Wenn dann noch die Inflation berücksichtigt wird, bist du real sogar ärmer als vorher. Gerald Hörhan nennt diese Produkte in der Praxis "Geldwechselgeschäfte": Du gibst der Versicherung oder Bausparkasse dein Geld, und die geben dir weniger zurück.
- Lebensversicherungen: Hohe Abschlussgebühren, niedrige Renditen, keine Liquidität
- Bausparverträge: Zinsen oft unter Inflation, Gebühren fressen Erträge
- ETF Sparpläne mit kleinen Beträgen: Mindestgebühren machen Rendite zunichte
- ETF Sparpläne ab 1.000-1.500 Euro/Monat: Solide, aber kein Turbo zum Reichtum
Was macht dich wirklich reich? Die operative Tätigkeit kommt zuerst
Der entscheidende Denkfehler laut Gerald Hörhan: Die meisten Menschen wollen sofort Investor werden, ohne vorher Kapital aufgebaut zu haben. Investor sein bedeutet aber, dass du bereits Geld hast und dieses Geld vermehrst. Wer kein Kapital hat, kann es nicht vermehren.
Bevor du also über Vermögensanlage nachdenkst, brauchst du eine operative Einkommensquelle, die dir erlaubt, ernsthaftes Kapital anzusammeln. Das kann sein:
- Ein eigenes Unternehmen gründen und als Körperschaft führen
- Selbstständigkeit in einem lukrativen Bereich
- Eine sehr gut bezahlte Angestelltentätigkeit mit konsequent hoher Sparquote
- Operative Immobilientätigkeit: Fix and Flip, Entwicklung, Makler
Der Unterschied zwischen Angestellten und Unternehmern liegt vor allem in der Steuer. Als Körperschaft in Österreich zahlst du 25 % Gewinnsteuer, in Deutschland je nach Gewerbesteuer-Hebesatz rund 30 %. Als Privatperson zahlst du bis zu 50 %. Das bedeutet: Wer sein Geld im Unternehmen lässt und reinvestiert, hat doppelt so viel Kapital zum Wachsen zur Verfügung wie jemand, der alles privat entnimmt und dann in ETFs steckt.
Warum Immobilien schneller reich machen als ETFs
Immobilien sind bei der Vermögensanlage dem ETF Sparplan aus einem entscheidenden Grund überlegen: dem Leverage-Effekt (= Hebelwirkung durch Fremdkapital). Wenn du eine Immobilie mit 20 % Eigenkapital kaufst und 80 % über einen Kredit finanzierst, erzielst du deine Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital, nicht auf den Gesamtkaufpreis.
In der Praxis bedeutet das: Wenn eine Immobilie 3-4 % Mietrendite auf den Kaufpreis abwirft und gleichzeitig moderat im Wert steigt, kann die Rendite auf dein eingesetztes Eigenkapital leicht über 10 % liegen. Das ist deutlich mehr als die 8-9 % eines ETF Sparplans, und das ohne den langen Zeithorizont abwarten zu müssen.
Dazu kommt der Inflationsschutz: Immobilien sind reale Sachwerte. Mieten steigen in der Regel moderat mit der Inflation, und die Kaufpreise halten langfristig zumindest mit der Inflation Schritt. Ein ETF auf Anleihen oder bestimmte Branchen bietet diesen Schutz nicht zwingend.
Wichtig: Auch Immobilien machen dich nicht über Nacht reich. Wer heute kauft, saniert und sofort verkauft (Fix and Flip), hat zwar schnelle Liquidität, zahlt aber Kaufnebenkosten und Steuern, die die Marge stark drücken. Langfristig gehaltene Immobilien über 10-15 Jahre bauen das Vermögen deutlich stabiler auf.
Wie sieht eine echte Vermögensaufbau Strategie aus?
Eine Vermögensaufbau Strategie, die funktioniert, folgt laut Gerald Hörhan einer klaren Reihenfolge. Zuerst kommt die operative Phase: hart arbeiten, sparsam leben, Kapital ansammeln. Idealerweise unternehmerisch, weil der steuerliche Vorteil enorm ist.
Dann kommt die Investitionsphase: Das aufgebaute Kapital wird in verschiedene Vermögensklassen diversifiziert. Immobilien im Bestand, ETFs zur Diversifizierung, vielleicht direkte Firmenbeteiligungen, Bitcoin als digitaler Wertspeicher. Erst in dieser Phase macht ein ETF Sparplan als Teil eines größeren Portfolios wirklich Sinn.
Wer diesen Weg rückwärts geht, also zuerst 100 Euro im Monat in ETFs steckt und hofft, damit in 30 Jahren reich zu sein, wird enttäuscht. Nicht weil ETFs schlecht sind, sondern weil die Ausgangsbasis fehlt. Aus 25 Jahren Beobachtung des Marktes weiß Gerald Hörhan: Talentierte aber faule Menschen werden selten reich. Weniger talentierte, aber fleißige Menschen schaffen es fast immer.
Was passiert, wenn du dein Geld zum Fenster wirfst?
Ein letzter, oft unterschätzter Punkt: Selbst wenn du die operative Phase erfolgreich durchläufst und Kapital aufbaust, kannst du den gesamten Effekt zunichte machen, wenn du das Geld für Konsum ausgibst. Wer als Unternehmer 25 % Steuer zahlt, aber dann den Gewinn privat entnimmt und für ein neues Auto oder Urlaube ausgibt, hat den Steuervorteil verschenkt.
Vermögensaufbau bedeutet: Kapital im Unternehmen oder in Investments lassen, reinvestieren, wachsen lassen. Erst wenn eine solide Vermögensbasis steht, beginnt das Rad des Vermögensaufbaus sich wirklich zu drehen. Dann kann auch ein ETF Sparplan als einer von mehreren Bausteinen seinen Platz haben, aber eben nur dann.
ETF Sparplan
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Kann ich mit einem ETF Sparplan langfristig reich werden?
Nicht wirklich. Ein ETF Sparplan erzielt langfristig rund 8-9 % Rendite pro Jahr, was bei kleinen Sparraten von 1.000 Euro monatlich gerade mal 80-90 Euro Ertrag bedeutet. Hinzu kommen Mindestgebühren von 5-10 Euro pro Transaktion, die einen Großteil des Gewinns auffressen. Reichtum entsteht laut Gerald Hörhan erst durch operative Tätigkeit, nicht durch passives Sparen.
Was ist besser als ein ETF Sparplan, um Vermögen aufzubauen?
Immobilien mit Leverage-Effekt bringen auf das eingesetzte Eigenkapital oft über 10 % Rendite, deutlich mehr als ETFs. Noch schneller geht es über unternehmerische Tätigkeit: Als Körperschaft zahlst du in Deutschland und Österreich nur 25-30 % Gewinnsteuer statt bis zu 50 % als Privatperson. Das lässt Kapital viel schneller wachsen.
Lohnen sich Lebensversicherungen oder Bausparverträge als Sparform?
Nein. Lebensversicherungen und Bausparverträge sind im aktuellen Zinsumfeld in vielen Fällen Nullsummen- oder sogar Verlustgeschäfte. Die Gebühren übersteigen oft die Erträge, und du verlierst gleichzeitig die Liquidität deines Kapitals. Gerald Hörhan bezeichnet diese Produkte als "Geldwechselgeschäfte" zugunsten der Anbieter.
Ab welcher monatlichen Sparrate macht ein ETF Sparplan Sinn?
Erst ab einer monatlichen Sparrate von mindestens 1.000 bis 1.500 Euro lohnt sich ein ETF Sparplan wirklich. Darunter fressen die Mindestgebühren von 5-10 Euro pro Transaktion einen zu großen Anteil der Rendite auf. Bei 100 Euro Sparrate im Monat kann die Gebühr schnell 5-10 % des Einsatzes ausmachen.
Wie nutzen Profi-Investoren ETFs richtig?
Profi-Investoren wie Gerald Hörhan setzen ETFs zur Diversifizierung eines bereits bestehenden Vermögens ein, nicht zum Aufbau. Wer bereits Immobilien, Firmenbeteiligungen und andere Assets hat, kann ETFs als einen von mehreren Bausteinen nutzen. Als alleiniges Instrument zum Vermögensaufbau von null sind sie schlicht zu langsam.

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