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Rubin Investment: Lohnen sich Edelsteine als Geldanlage?
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Rubin Investment: Lohnen sich Edelsteine als Geldanlage?

Rubine und andere Edelsteine gelten als diskrete Sachwerte ohne Korrelation zum Finanzmarkt. Laut Alexander Streb vom Deutschen Edelsteinhaus eignen sich nur 12 von 1.200 Steinarten als echtes Investment. Was einen Rubin zum Asset macht und für wen das Modell passt.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Rubin Investment funktioniert, wenn du weißt, was du kaufst. Ein 2-Karat-Rubin in Topqualität kostet 70.000 bis 90.000 Euro und hat in den letzten Jahren seinen Wert nicht nur gehalten, sondern verdoppelt. Edelsteine korrelieren nicht mit dem Finanzmarkt, sind nach einem Jahr steuerfrei und lassen sich diskret transportieren. Empfohlen für Anleger mit mindestens 150.000 Euro Vermögen, maximal 10 bis 15 Prozent Portfolioanteil. Einstieg ab 15.000 Euro.

Rubin Investment: Was steckt hinter der Assetklasse?

Rubin Investment ist kein Geheimtipp für Schmuckliebhaber, sondern eine ernst zu nehmende Assetklasse für Anleger, die ihr Vermögen abseits der klassischen Finanzmärkte absichern wollen. Alexander Streb, Geschäftsführer des Deutschen Edelsteinhauses und ehemaliger Vermögensverwalter mit BaFin-Lizenz, erklärt im Gespräch mit mir, warum er 2018 sein Unternehmen verkauft hat, um sich ausschließlich auf Edelsteine als Geldanlage zu konzentrieren. Der entscheidende Grund: Edelsteine korrelieren nicht mit dem Finanzmarkt.

Das klingt simpel, ist aber in der Praxis Gold wert. Wenn Aktien fallen, Immobilien fallen, Anleihen fallen und sogar Gold kurzfristig unter Druck gerät, weil alle Marktteilnehmer gleichzeitig Liquidität brauchen, bleiben Rubine, Saphire und Smaragde davon unberührt. Der Edelsteinmarkt hängt nicht an Reuters, Bloomberg oder EZB-Entscheidungen. Streb hat die Finanzkrise 2008 als Vermögensverwalter hautnah erlebt und sagt: Genau in solchen Phasen hätte er sich ein Produkt ohne Finanzmarkt-Korrelation gewünscht.

Warum nur 12 von 1.200 Steinarten als Investment taugen

Edelsteine als Geldanlage funktionieren nur mit den richtigen Steinen. Von über 1.200 verschiedenen Steinarten eignen sich laut Streb gerade einmal 12 als echte Investmentsteine. Der Grund: Alle anderen werden weltweit nicht ausreichend gehandelt, es gibt keine verlässlichen Preise, und sie sind nicht selten genug.

Die entscheidenden Kriterien für einen Investmentstein sind:

  • Seltenheit: Nur 1 bis 2 Prozent aller Steine am Markt erreichen Investmentqualität.
  • Weltweiter Handel: Es muss einen funktionierenden internationalen Markt geben, auf dem Preise gebildet werden.
  • Nachweisbare Preisentwicklung: Das Deutsche Edelsteinhaus trackt Einzelhandels-Wiederbeschaffungspreise seit 2011.
  • Laborprüfung: Echtheit, Herkunft, Farbe und Behandlungsstatus werden von unabhängigen Laboren wie der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung in Idar-Oberstein oder Gübelin in der Schweiz zertifiziert.

Diamanten fallen aus diesem Raster heraus. De Beers hält den Markt künstlich knapp, jedes Jahr werden Tonnen abgebaut, und synthetische Diamanten haben die Preise um 20 bis 30 Prozent einbrechen lassen. Gepresster Kohlenstoff ist kein Investment, das ist Massenware.

Was ein Rubin wirklich kostet und wie sich die Preise entwickeln

Ein 2-Karat-Rubin (0,2 Gramm) in Investmentqualität kostet je nach Qualitätsstufe zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Für denselben Betrag bekommst du Stand 2026 etwa 800 Gramm Gold. Die Wertdichte von Rubinen ist damit extrem hoch, was sie zum perfekten diskreten Wertspeicher macht.

Die Preisentwicklung der letzten Jahre ist bemerkenswert. Laut Alexander Streb haben sich Rubinpreise in Topqualität vor zwei Jahren verdoppelt und sind seitdem nochmals um 10 Prozent gestiegen. Blaue Saphire aus Sri Lanka zeigen seit 2011 eine kontinuierliche Wertsteigerung von 9 bis 11 Prozent pro Jahr. Das schlägt nach Abzug einer Inflation von 2 bis 3 Prozent immer noch eine reale Rendite, die sich sehen lassen kann.

„Als Vermögensverwalter hätte ich von solchen Volatilitäten geträumt. Es gibt kaum Jahre, in denen Steine fallen." — Alexander Streb, Deutsches Edelsteinhaus

Wichtig: Der Rubinmarkt aus Burma trocknet aus. Es gibt praktisch keine neuen Funde mehr in dieser Qualität. Was heute noch am Markt ist, wird nicht mehr nachproduziert. Das ist echter Angebotsrückgang, kein Marketing. Rubine aus Mosambik sind günstiger, aber die Preisunterschiede zwischen Burma- und Mosambik-Qualität sind erheblich und im Gutachten klar dokumentiert.

Wie funktioniert die Standardisierung von Investmentedelsteinen?

Das größte Problem bei Edelsteinen als Geldanlage war bisher die fehlende Standardisierung. Ein roter Stein auf der Hand könnte ein Rubin sein oder ein billiges Glasimitat. Das Deutsche Edelsteinhaus hat dafür ein System entwickelt, das sie GEM Unit nennen.

Der Prozess läuft so ab: Jeder Stein geht nach dem Einkauf zunächst in ein anerkanntes Labor. Dort werden Echtheit, Farbe, Gewicht, Maße, Herkunftsland und Behandlungsstatus festgestellt. Danach bewertet ein von der IHK bestellter, gerichtlich beeidigter Sachverständiger den Einzelhandels-Wiederbeschaffungswert. Dieser Preis ist unabhängig vom Anbieter und gilt auch für Versicherungszwecke.

Das Ergebnis ist eine versiegelte Einheit mit Seriennummer, QR-Code und hinterlegten Gutachten. Wer die Versiegelung bricht, macht aus einem zertifizierten Rubin einen anonymen roten Stein ohne Marktwert. Die Standardisierung ist also der eigentliche Schlüssel zum Handel. Ohne dieses System ist ein Edelstein kein Investment, sondern ein Schmuckstück. Das Deutsche Edelsteinhaus ist nach eigenen Angaben Stand 2026 das einzige Unternehmen in Europa, das dieses System anbietet.

Wie liquide sind Edelsteine wirklich?

Edelsteine sind semiliquide. Das ist kein Fehler, das ist eine Eigenschaft. Wer Gold kauft, kann es jederzeit zur Bank oder zum Goldhändler tragen. Wer einen Rubin verkaufen will, braucht einen definierten Prozess.

Das Deutsche Edelsteinhaus stellt diesen Zweitmarkt selbst bereit. Der Ablauf: Stein einschicken oder per Werttransport abholen lassen, Identitätsprüfung, Neugutachten, Vermarktung auf der Plattform mit Fotos und Videos. Typische Verkaufszeit: ein bis zwei Monate. Auf der Plattform gibt es keine Rabatte, der Gutachterpreis ist der Verkaufspreis. Das schützt den Wert aller Steine im System und verhindert einen Bieterwettbewerb nach unten.

Die Verkaufsgebühr liegt nach fünf Jahren Haltedauer bei rund 12 Prozent für kleinere Steine, bei größeren Werten entsprechend weniger. Das ist vergleichbar mit Auktionshäusern für Oldtimer oder Uhren, und günstiger als viele Anleger vermuten. Steine, die im Zollfreilager Zürich gelagert werden, sparen zudem die Umsatzsteuer von 20 Prozent.

Für wen passt Rubin Investment ins Portfolio?

In meiner Einschätzung sind Edelsteine kein Produkt für jeden. Streb selbst sagt es klar: Wer weniger als 150.000 Euro liquides Vermögen hat, sollte Edelsteine meiden. Der Einstieg beginnt bei 15.000 Euro pro Stein, alles darunter sind Schmucksteine ohne Investmentcharakter und ohne funktionierenden Zweitmarkt.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann 10 bis 15 Prozent seines Portfolios in Edelsteine investieren. Nicht mehr. Der Rest gehört in Immobilien, Aktien, Gold oder andere Assets mit anderen Eigenschaften. Edelsteine sind die Wurzel des Portfoliobaums: unsichtbar, stabil, nicht von Börsenkursen abhängig.

Besonders interessant sind Edelsteine für Anleger, die folgende Eigenschaften schätzen:

  • Keine Registrierungspflicht (im Gegensatz zu Gold ab bestimmten Beträgen, Krypto via MiCA-Regulierung oder Aktienkonten)
  • Keine Gegenparteirisiken, kein Bankenkonto, kein Fondsmanager
  • Portabilität: Ein Rubin im Wert von 80.000 Euro wiegt 0,4 Gramm
  • Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer in Deutschland und Österreich
  • Systemunabhängigkeit: kein Finanzmarkt-Anschluss, keine Korrelation zu EZB-Entscheidungen

Sind Edelsteine besser als Gold?

Nicht besser, anders. Gold ist die sichtbare Wurzel des Portfolios: jeder weiß, dass du es hast, es ist hochliquide, der Markt ist global und transparent. Rubine und andere Investmentedelsteine sind die unsichtbare Wurzel: diskret, schwer zu greifen, aber mit ähnlichem Inflationsschutz und ohne Finanzmarkt-Korrelation.

Die weltweite Staatsverschuldung liegt Stand 2026 bei rund 326 Billionen Dollar, was 325 Prozent des globalen BIPs entspricht. Deutschland hat allein ein jährliches Defizit von rund 250 Milliarden Euro. In diesem Umfeld wird Geld entwertet, das ist keine Spekulation, das ist Arithmetik. Sachwerte, die nicht am Finanzsystem hängen, werden in solchen Phasen interessanter.

Laut Gerald Hörhan gilt: Jedes Asset hat seine Upsides und Downsides. Edelsteine produzieren keinen Cashflow (= monatlichen Überschuss nach Kosten), das ist ihr größter Nachteil gegenüber Immobilien. Aber Edelsteine brauchen keine Hausverwaltung, keinen Mieter und kein Bankgespräch. Wer sein Portfolio wirklich diversifizieren will, sollte zumindest wissen, was ein Rubin als Investment leisten kann.

Rubin Investment

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Rubin Investment?

Laut Alexander Streb vom Deutschen Edelsteinhaus starten Investmentsteine bei 15.000 Euro. Darunter handelt es sich um Schmucksteine ohne nennenswerte Wertsteigerung und ohne funktionierenden Zweitmarkt. Wer weniger als 150.000 Euro Gesamtvermögen hat, sollte Edelsteine komplett meiden.

Wie viel ist ein Rubin in Topqualität wert?

Ein Rubin mit 2 Karat (0,2 Gramm) in Investmentqualität liegt je nach Herkunft und Farbe zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Rubine aus Burma in der Farbe Pigeon Blood gehören zu den teuersten Edelsteinen weltweit. Die Rubinpreise haben sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt und sind zuletzt nochmals um 10 Prozent gestiegen.

Sind Gewinne aus Edelsteinen steuerpflichtig?

Nein, nach einer Haltefrist von einem Jahr sind Gewinne aus dem Verkauf von Edelsteinen in Deutschland und Österreich steuerfrei. Das gilt analog zu physischem Gold. Wer innerhalb eines Jahres verkauft, zahlt Einkommensteuer auf den Gewinn.

Wie liquide sind Edelsteine als Investment?

Edelsteine sind semiliquide, nicht hyperliquide. Das Deutsche Edelsteinhaus betreibt einen Zweitmarkt, auf dem Steine weiterverkauft werden. Der Prozess dauert typischerweise ein bis zwei Monate: Stein einschicken, Neugutachten, Bewerbung auf der Plattform, Verkauf an neuen Käufer.

Was unterscheidet Investmentedelsteine von normalen Diamanten?

Diamanten werden jährlich in Tonnen abgebaut und künstlich knapp gehalten. Synthetische Diamanten haben die Preise um 20 bis 30 Prozent einbrechen lassen. Investmentfähige farbige Edelsteine wie Rubine oder Saphire in Topqualität machen nur 1 bis 2 Prozent aller Steine am Markt aus und sind echte Raritäten.

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