Bidens Rückzug aus dem US-Wahlkampf 2024 hat das politische Feld neu gemischt. Kamala Harris gilt als Favoritin der Demokraten, liegt aber laut Wettanbietern noch 2 bis 4 Prozentpunkte hinter Trump. Die Wahl entscheidet sich in 6 bis 8 Swing States wie Pennsylvania, Georgia und Nevada. Für Investoren gilt laut Gerald Hörhan: Egal wer gewinnt, es bleibt bei Deficit Spending, Geldentwertung und hohen Zinsen. Harte Vermögenswerte wie Immobilien, Gold und Kryptos profitieren in beiden Szenarien langfristig.
Der Biden Rückzug aus dem US-Wahlkampf 2024 hat das politische Spielfeld innerhalb weniger Tage komplett neu gemischt. Was viele schon lange geahnt haben, ist jetzt Realität: Joe Biden, fast 82 Jahre alt, hat eingestanden, dass er keine weitere Amtszeit ausüben kann. Gleichzeitig ist Donald Trump knapp einem Attentat entkommen, was seine Popularität nochmals gesteigert hat. Die Frage, die mich als Investor beschäftigt: Was bedeutet das konkret für Märkte, Zinsen und Vermögen?
Was vor dem Biden Rückzug passiert ist
Um den Biden Rückzug richtig einzuordnen, muss man die Ereignisse der letzten Wochen verstehen. Trump hat beim TV-Duell gegen Biden einen Gegner erlebt, der kaum noch in der Lage war, einen klaren Satz zu formulieren. Die Debatte war, laut meiner Einschätzung aus über 25 Jahren Marktbeobachtung, wie ein Hollywood-Horrorfilm. Man konnte es kaum glauben.
Kurz danach das Attentat auf Trump in Pennsylvania: Ein Schütze, durch offensichtliche Schlamperei des FBI nicht rechtzeitig gestoppt, schoss auf Trump. Trump drehte sich im letzten Moment und bekam nur eine Ohrverletzung. Das Bild mit der erhobenen Faust und dem Blut am Gesicht ging um die Welt und katapultierte seine Beliebtheitswerte auf neue Höchststände. Seine Siegchancen bei Wettanbietern stiegen kurzfristig auf über 60 Prozent.
Dann erkrankte Biden an Corona und gab schließlich seinen Rückzug bekannt. Was folgte: Die Demokraten stürzten sich auf Kamala Harris als Vizepräsidentin und krochen hinter ihr zusammen, um sie zur Präsidentschaftskandidatin zu machen.
Kamala Harris: Wer ist diese Frau und was kann sie?
Harris war bis zu diesem Moment eine der unbeliebtesten Vizepräsidentinnen in der Geschichte der USA. Sie hat wenig Profil gezeigt und die Aufgabe, die Grenzproblematik zu lösen, eher mäßig erfüllt. Jetzt soll sie Donald Trump besiegen, einen absoluten Populisten und politischen Profi mit jahrzehntelanger Medienpräsenz.
Was für Harris spricht: Sie ist ehemalige Staatsanwältin in Kalifornien, also juristisch versiert. Sie kann sich als "Law and Order"-Kandidatin positionieren, was ein direkter Kontrapunkt zu Trumps 34 strafrechtlichen Verurteilungen in erster Instanz ist. In Kalifornien gibt es hohe Obdachlosigkeit, hohe Steuern und viele soziale Probleme, die Trump ihr anlasten wird. Das wird der Wahlkampf werden.
Laut Gerald Hörhan ist der entscheidende Punkt nicht, wer die bessere Person ist, sondern was die Wahl für Märkte, Zinsen und harte Vermögenswerte bedeutet. Und da sind die Unterschiede kleiner als die meisten denken.
Es gibt auch noch die Möglichkeit, dass beim Nominierungsparteitag der Demokraten ein dritter Kandidat aus dem Hut gezaubert wird. Die Unterstützung für Harris ist noch nicht endgültig gesichert. Wer wirklich gewinnt, entscheidet sich in 6 bis 8 Bundesstaaten.
Wie funktioniert die US-Wahl und warum entscheiden nur wenige Staaten?
Amerika wählt nicht direkt. Jeder Bundesstaat entsendet eine fixe Anzahl an Wahlmännern nach dem Winner-takes-all-Prinzip. Wer in einem Staat gewinnt, bekommt alle Wahlmänner dieses Staates. Kalifornien wählt immer demokratisch, Texas immer republikanisch. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet.
Die eigentliche Entscheidung fällt in 6 bis 8 Swing States: Pennsylvania, Georgia, Nevada, Ohio, Florida, Michigan und Wisconsin. Diese Staaten sind weder klar demokratisch noch klar republikanisch. Wer diese gewinnt, gewinnt die Wahl. Und das bedeutet: Meinungsumfragen, die die gesamte Bevölkerung befragen, haben in den USA eine begrenzte Aussagekraft. Stand Mitte 2024 liegt Trump bei Wettanbietern rund 2 bis 4 Prozentpunkte vor Harris.
- Pennsylvania: Industriestaat, entscheidend 2016 und 2020
- Georgia: Atlanta demokratisch, ländliches Umland republikanisch
- Nevada: Traditionell umkämpft, knappe Margen
- Ohio: Klassischer Arbeiterstaat, früher demokratisch, heute eher republikanisch
- Michigan und Wisconsin: Gewerkschaftsstaaten mit wechselnden Mehrheiten
Was passiert wirtschaftlich unter Trump?
Unter Trump sind die Szenarien klar kommuniziert: America first, Deregulierung, niedrige Steuern, Protektionismus. Das bedeutet Zölle auf chinesische Waren, aber auch auf europäische Exporte. Firmen wie BMW oder Mercedes werden unter Druck gesetzt, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Das hat bereits in der ersten Trump-Präsidentschaft funktioniert.
Trumps Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance hat aus einfachen Verhältnissen in Ohio kommend ein Buch namens "Hillbilly Elegy" geschrieben und vertritt die vernachlässigten weißen Arbeiterschichten. Er hat angekündigt, die Wall Street stärker an die Kandare zu nehmen. Das ist kein klassisch republikanisches Programm.
Was ich aus 25 Jahren Investmenterfahrung sagen kann: Unter Trump werden die Staatsausgaben hoch bleiben, das Defizit wird weiter steigen, und die Fed wird unter politischen Druck geraten, die Zinsen zu senken. Das Ergebnis ist stärkere Inflation und weiterhin verhältnismäßig hohe Zinsen. Für harte Vermögenswerte, also Gold, Immobilien, Aktien und Kryptos, ist das langfristig gut.
Was passiert wirtschaftlich unter Kamala Harris?
Harris ist wirtschaftlich noch ein Fragezeichen. Sie hat sich bis Mitte 2024 kaum geäußert. Entscheidend wird sein, wie ihr Kabinett aussieht: Nimmt sie moderate, wirtschaftsfreundliche Demokraten oder linksradikale Kandidaten wie Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez? Das macht den Unterschied.
Was ich für wahrscheinlich halte: Harris wird die Politik von Biden weitgehend fortführen. America first, auch wenn mit sanfteren Tönen. Die Anreize für Firmen, sich in Amerika anzusiedeln, werden unter Harris schwächer sein als unter Trump, weil die Steuererleichterungen weniger stark ausfallen. Kryptos werden tendenziell weniger freundlich behandelt als unter Trump.
Geopolitisch werden die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten unter Harris eher weiterlaufen. Keine Verhandlungslösung wie sie Trump für den Ukraine-Krieg angekündigt hat. Das kostet Europa mehr, weil Rüstungsausgaben steigen und Energiepreise volatil bleiben.
Was bedeutet das alles für dich als Investor?
Hier ist die ehrliche Wahrheit, die die meisten Analysten nicht aussprechen: In beiden Szenarien bleibt das Grundmuster gleich. Deficit Spending in Amerika wird weitergehen, egal wer gewinnt. Geld wird weiter gedruckt. Die Zinsen werden verhältnismäßig hoch bleiben, weil die Inflation durch die Gelddruckerei nicht schnell sinken wird.
Für Investoren bedeutet das konkret:
- Sparguthaben werden real entwertet. Wer sein Geld auf dem Konto lässt, verliert jährlich 3 bis 5 Prozent Kaufkraft.
- Immobilien in guten Lagen bleiben attraktiv, weil Inflation Schulden entwertet und Mieten steigen.
- Gold und Kryptos profitieren von Geldentwertung und hoher Inflation, wie in der Praxis bereits zu beobachten.
- Aktien sind unter Trump wahrscheinlich kurzfristig stärker, unter Harris etwas schwächer, aber langfristig bleiben die USA der globale Wachstumsmotor.
Kryptowährungen haben nach dem Biden Rückzug und dem Attentat auf Trump kurzfristig auf fast 70.000 Dollar gestiegen, weil Trump klar pro-Krypto ist. Unter Harris ist mehr Zurückhaltung zu erwarten. Ob der SEC-Chef, der als kryptokritisch gilt, im Amt bleibt, ist ein entscheidender Faktor. Stand Juli 2024 ist das noch nicht klar.
Was macht Amerika so stark, unabhängig vom Kandidaten?
Amerika ist und bleibt der dominierende Wirtschaftsmotor der Welt. Das liegt nicht an einem Präsidenten, sondern an der Struktur: tiefe Kapitalmärkte, unternehmerische Kultur, technologische Führerschaft, Rohstoffvorkommen und eine Bevölkerung, die noch an Leistung und Aufstieg glaubt.
Europa wird im Schlepptau von Amerika mitgezogen, auch wenn mit deutlichen Abschlägen. Wenn Amerika boomt, exportieren BMW, Mercedes und Siemens mehr. Wenn Amerika in eine Rezession fällt, spürt Europa das noch stärker. Das ist die Realität einer wirtschaftlich imperialistischen Weltordnung, und daran ändert weder Trump noch Harris etwas.
Was sich unterscheidet, sind die Akzente: Klimapolitik und ESG-Themen werden unter Trump zurückgedrängt, unter Harris weiter vorangetrieben. Geopolitisch wird Trump eher auf Verhandlungen setzen, Harris eher auf Konfrontation. Aber das Grundmuster bleibt: Amerika first, Geldentwertung, harte Vermögenswerte gewinnen.
Welche Risiken darf man nicht unterschätzen?
Es gibt zwei Risiken, die über den Wahlausgang hinausgehen. Erstens: Was passiert, wenn das Ergebnis sehr knapp ist? Trump hat bereits 2020 Wahlbetrug geschrien. Bei einem knappen Ergebnis in Ohio oder Pennsylvania ist das wieder zu erwarten. Das kann zu gesellschaftlichen Unruhen führen, wie der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 gezeigt hat.
Zweitens: Wie setzt sich das Kabinett des jeweiligen Präsidenten zusammen? Bei Trump ist das weitgehend klar, weil er klar kommuniziert hat. Bei Harris ist es noch offen, ob sie moderate Demokraten oder linksradikale Kräfte in Schlüsselpositionen bringt. Das macht einen erheblichen Unterschied für Wirtschaftspolitik und Märkte.
In beiden Fällen gilt: Amerika wird weiter gut aussehen als Platz zum Geldverdienen. Die Geldentwertung wird weitergehen. Wer harte Vermögenswerte hält, ist besser aufgestellt als wer auf Bargeld oder Staatsanleihen setzt. Das ist die eigentliche Botschaft des Biden Rückzugs für jeden Investor.
Biden Rückzug
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Warum hat Biden seinen Rückzug aus dem Wahlkampf erklärt?
Joe Biden hat nach anhaltenden Zweifeln an seiner Amtsfähigkeit seinen Verzicht auf die Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben. Die TV-Debatte gegen Trump war laut Gerald Hörhan wie ein "Horrorfilm" und hat auch innerhalb der Demokratischen Partei die Forderungen nach einem Rückzug verstärkt. Biden war zu dem Zeitpunkt des Rückzugs fast 82 Jahre alt und wirkte körperlich und geistig deutlich geschwächt.
Wie wahrscheinlich ist ein Sieg von Kamala Harris bei der US-Wahl 2024?
Laut Wettanbietern lag Trump Mitte 2024 rund 2 bis 4 Prozentpunkte vor Harris. Kurz nach dem Attentat auf Trump waren seine Siegchancen auf über 60 Prozent gestiegen, haben sich nach Bidens Rückzug und der Harris-Kandidatur aber wieder angeglichen. Die Wahl wird in 6 bis 8 Swing States entschieden, darunter Pennsylvania, Georgia und Nevada. Meinungsumfragen haben in den USA eine begrenzte Aussagekraft.
Was bedeutet Bidens Rückzug für die Finanzmärkte?
Kurzfristig gab es eine sogenannte Trump-Prämie, also positive Marktreaktionen, vor allem bei Kryptowährungen, die auf Bitcoin bis fast 70.000 Dollar stiegen. Nach der Harris-Kandidatur hat sich das wieder etwas normalisiert. Langfristig gilt laut Gerald Hörhan: Beide Kandidaten betreiben Deficit Spending, drucken Geld und entwerten die Währung. Harte Vermögenswerte wie Immobilien, Gold und Kryptos profitieren davon unabhängig vom Wahlergebnis.
Was passiert mit Kryptos unter Kamala Harris?
Unter Harris ist eine weniger kryptofreundliche Politik zu erwarten als unter Trump. Ob der SEC-Chef, der als kryptokritisch gilt, im Amt bleibt, ist ein entscheidender Faktor. Trump hat sich klar pro-Krypto positioniert und damit eine große Wählergemeinschaft unter jungen Menschen angesprochen. Harris hat sich dazu Stand Mitte 2024 noch nicht eindeutig geäußert.
Wie wirkt sich die US-Wahl 2024 auf Europa aus?
Unter Trump sind höhere Zölle auf europäische Exporte zu erwarten, was Firmen wie BMW oder Mercedes unter Druck setzt. Gleichzeitig könnte ein schuldengetriebener US-Boom auch Europa im Schlepptau mitziehen. Unter Harris würden die geopolitischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten eher weiterlaufen, was Europa teurer kommt. In beiden Szenarien bleibt Amerika der dominierende Wirtschaftsmotor der Welt.

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