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Ölkrise Inflation: Was der Nahost-Krieg für Investoren bedeutet
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Ölkrise Inflation: Was der Nahost-Krieg für Investoren bedeutet

Der Nahost-Krieg eskaliert rasend schnell und bedroht Öl, Inflation und Märkte. Gerald Hörhan analysiert drei Szenarien, warum Dubai-Immobilien jetzt ein Hochrisiko-Investment sind und was das für europäische Investoren bedeutet.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Der Nahost-Krieg hat sich rasend schnell ausgeweitet: Israel und die USA haben den Iran angegriffen, der Iran bombardiert Golfstaaten wie Dubai, Abu Dhabi und Katar zurück. Bitcoin fiel um 8 %, Öl stieg kurzfristig auf knapp 80 Dollar, Flughäfen im Mittleren Osten sind gesperrt. Laut Gerald Hörhan droht bei weiterer Eskalation eine Ölkrise mit Inflation von 5 bis 6 %, steigende Zinsen und fallende Märkte. Dubai-Immobilien stehen vor einem möglichen Crash, europäische Lagen könnten dagegen profitieren.

Die Ölkrise Inflation ist zurück als reales Szenario: Der Krieg im Nahen Osten hat sich innerhalb weniger Tage zu einem regionalen Flächenbrand entwickelt. Israel und die USA haben den Iran angegriffen und das geistliche Oberhaupt des Irans getötet. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf amerikanische Stützpunkte und auf arabische Nachbarstaaten, die gar nicht am Krieg beteiligt sind: Dubai, Abu Dhabi, Katar, Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Jordanien, Irak und Syrien. Selbst auf Zypern wurden Drohnen gesichtet, der Flughafen von Paphos gesperrt. Stand Montag früh ist der Libanon ebenfalls in den Konflikt hineingezogen worden.

Wie schnell hat sich der Nahost-Krieg ausgeweitet?

Die Geschwindigkeit der Eskalation ist bemerkenswert. Am Samstagmorgen begann der Angriff auf den Iran. Bis Montag früh sind bereits zwei weitere Länder direkt betroffen. Die Flughäfen von Dubai, Abu Dhabi, Doha und Kuwait sind weitgehend gesperrt. Zehntausende Touristen sitzen fest, darunter viele Österreicher, Deutsche und Schweizer. Wer ausreisen will, muss den Umweg über den Oman oder Saudi-Arabien nehmen, was nicht ungefährlich ist.

Laut Gerald Hörhan ist das, was hier passiert, ein Flächenbrand. Der Iran steht mit dem Rücken zur Wand: Das Regime kämpft um seine Existenz, ist in der eigenen Bevölkerung unbeliebt und schlägt mit allem zurück, was es hat. Dabei hat der Iran nicht nur Israel und amerikanische Basen angegriffen, sondern auch Länder wie Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate, die gar nicht am Krieg beteiligt sind. Damit hat der Iran diese Länder in den Konflikt hineingezogen und ihnen faktisch keine Wahl gelassen, als zu reagieren.

Energieanlagen in Katar wurden getroffen, der Gaspreis schnellte kurzfristig in die Höhe. Auch Tanker wurden attackiert. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 % des weltweiten Öls transportiert werden, ist kaum noch passierbar. Versicherungen übernehmen keinen Versicherungsschutz mehr für diese Route. Das ist der direkte Auslöser für die Ölkrise Inflation, die nun als konkretes Szenario auf dem Tisch liegt.

Welche drei Szenarien sind bei einer Ölkrise Inflation denkbar?

Aus 25 Jahren Investmenterfahrung lassen sich drei realistische Entwicklungspfade identifizieren, die unterschiedliche Konsequenzen für Märkte, Öl und Inflation haben.

Szenario 1: Begrenzter Konflikt

Der Konflikt bleibt auf dem aktuellen Niveau, die Sachschäden sind überschaubar, und nach vier bis acht Wochen beginnen Verhandlungen. In diesem Fall werden Märkte etwas fallen, der Ölpreis steigt moderat, aber es gibt keine dramatischen wirtschaftlichen Verwerfungen. Dieses Szenario ist derzeit das, von dem die Finanzmärkte ausgehen. Bitcoin hat sich von seinem 8-%-Einbruch auf rund 66.000 Dollar wieder erholt, Gold pendelt um 5.300 Dollar, Öl liegt bei knapp über 70 Dollar.

Szenario 2: Mittlere Eskalation mit Ölkrise und Inflation

Energieanlagen in Katar oder Saudi-Arabien werden dauerhaft beschädigt, die Straße von Hormus bleibt für Wochen kaum passierbar. Der Ölpreis steigt Richtung 120 Dollar, der Gaspreis explodiert. Europa, das stark von LNG-Gas aus Katar abhängig ist, trifft das besonders hart. Die Ölkrise Inflation steigt auf 5 bis 6 %, die Zentralbanken geraten unter Druck, die Zinsen zu erhöhen. Für Aktien, Anleihen, Krypto und Immobilienmärkte wäre das ein erheblicher Gegenwind.

Szenario 3: Großeskalation mit globalem Flächenbrand

Weitere Länder werden hineingezogen: Saudi-Arabien greift den Iran an, europäische Mächte eskalieren ihre Beteiligung, russische oder chinesische Staatsbürger kommen zu Schaden und Moskau oder Peking mischen sich ein. In diesem Szenario, das laut Gerald Hörhan zwar unwahrscheinlich, aber nicht mehr bei null liegt, drohen Zinsen von 10 % und ein Kollaps der Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkte wie in den 1970er Jahren.

Droht eine neue Ölkrise wie in den 1970er Jahren?

Die Parallelen zu den 1970er Jahren sind real, aber die Ausgangslage ist heute eine andere. Damals gab es den Sechs-Tage-Krieg, ein arabisches Ölembargo gegen den Westen, Benzinknappheit und autofreie Tage. Die US-Zentralbank hob die Zinsen auf über 10 % an, Aktien, Immobilien und Anleihen kollabierten. Beim zweiten Ölpreisschock 1979, ausgelöst durch die iranische Revolution, stiegen die Zinsen auf über 20 %, Goldpreise fielen danach um 90 bis 95 %, und Immobilienbesitzer brannten ihre Häuser ab, weil die Versicherungssumme höher war als der Marktwert.

Heute ist Amerika der größte Ölproduzent der Welt und kein Nettoimporteur mehr, sondern Exporteur. Saudi-Arabien hat sogar angekündigt, die Förderung zu erhöhen. Das macht das Extremszenario der 1970er weniger wahrscheinlich. Aber ein Ölpreis von 120 Dollar und eine Ölkrise Inflation von 5 bis 6 % sind durchaus realistisch, wenn die Straße von Hormus dauerhaft gesperrt bleibt.

Entscheidend ist laut Gerald Hörhan ein oft übersehener Faktor: Die Zentralbankpolitik ist für die Kursentwicklung an den Finanzmärkten wesentlich wichtiger als kriegerische Eskalationen. Der Markt hat auf einen erheblichen Krieg, der viele Länder umfasst, bisher sehr ruhig reagiert, weil er davon ausgeht, dass der Konflikt rasch endet. Sollte sich das als Irrtum herausstellen, werden die Märkte hart reagieren.

„Trotz aller Grausamkeiten eines Krieges ist aus Finanzmarktsicht die Zentralbank wesentlich essentieller für die Kursentwicklung als kriegerische Eskalationen." – laut Gerald Hörhan

Warum Dubai Immobilien jetzt ein Hochrisiko-Investment sind

Dubai Immobilien Risiko ist das Thema, das viele Influencer und Makler in den letzten Jahren totgeschwiegen haben. Jahrelang wurde Dubai als sicherer Hafen verkauft: keine Steuern, boomende Wirtschaft, steigende Preise. Jetzt zeigt sich die Kehrseite.

Die Einnahmequellen der Golfstaaten brechen gerade ein:

  • Tourismus geht auf null, Flughäfen sind gesperrt
  • Emirates, Qatar Airways und Etihad stehen am Boden, Flugzeuge könnten beschädigt werden
  • Der Ruf als sicherer Ort ist dauerhaft beschädigt
  • Ausländische Expats und Arbeitskräfte aus Indien, Pakistan und Bangladesch sind eingesperrt
  • Immobilienpreise könnten bei längerem Konflikt massiv fallen

Dubai hat in der Vergangenheit öfters gröbere wirtschaftliche Probleme gehabt. Wer jetzt noch Dubai-Immobilien hält, sitzt auf einem Hochrisiko-Investment, das sich als alles andere als sicher herausstellt. Der mittlere Osten war in der Geschichte immer eine kriegerische Region. Der Libanon war in den 60er Jahren das Monaco des Mittleren Ostens, in den 70er und 80er Jahren gab es Bürgerkrieg, heute ist es ein Failed State. Das ist keine Ausnahme, das ist die historische Normalität dieser Region.

Für Investoren, die auf Sicherheit setzen, ist das ein Weckruf. Wer sein Vermögen schützen will, braucht Lagen, wo kein Raketenteil auf den Kopf fallen kann. In Deutschland und Österreich kann ich ein- und ausreisen. Meine Immobilien werden nicht durch Bomben zerstört. Das klingt banal, ist aber der entscheidende Unterschied.

Kann Europa von der Krise profitieren?

Relativ gesehen könnte Europa von dieser Krise profitieren. Zumindest ist Europa derzeit keine Kriegspartei. In der Vergangenheit sind Leute aus Krisengebieten über Swissair, Lufthansa oder Air France nach Europa geflüchtet, um in Sicherheit zu kommen. Dieses Muster könnte sich wiederholen.

Europa wird wirtschaftlich leiden, vor allem durch höhere Öl- und Gaspreise. Europa ist stark von LNG-Gas aus Katar abhängig, und das kommt gerade im Sommer, wo es noch erträglich ist. Im Winter wäre es schlimmer. Aber im Vergleich zu den Golfstaaten, die gerade direkt bombardiert werden, ist Europa ein relativer sicherer Hafen.

Für Immobilieninvestoren bedeutet das: Deutsche und österreichische Immobilien könnten relativ gesehen attraktiver werden. Wer jetzt günstig in Frankfurt, Wien oder Stuttgart kauft, kauft in Stabilität. Dubai dagegen könnte einen echten Crash erleben, wenn der Konflikt noch Wochen oder Monate andauert.

Stand März 2026 gilt: Die Geschichte wiederholt sich. Man hofft, dass sie sich wie die 1970er wiederholt, die nach dem Ölschock von einer langen Phase des Wohlstands abgelöst wurden, und nicht wie die 1930er. Ronald Reagan und Margaret Thatcher haben die 70er beendet. Wer jetzt an den Machthebeln sitzt, muss daran erinnert werden, dass Krieg immer Zerstörung bringt, auch für die, die ihn initiieren.

Was sollten Investoren jetzt konkret tun?

Die Situation ist dynamisch und ändert sich täglich. Aber einige Handlungsempfehlungen sind klar:

  • Airline-Aktien meiden: Emirates, Qatar Airways, Etihad und andere Carrier leiden massiv. Reiseveranstalter ebenfalls.
  • Defense-Aktien bleiben stark: Rüstungsunternehmen profitieren von steigenden Budgets weltweit, unabhängig vom Ausgang dieses Konflikts.
  • Gold hält sich stark: Als Inflationsschutz und Safe Haven bleibt Gold attraktiv.
  • Zentralbankpolitik beobachten: Wenn die Inflation durch steigende Ölpreise auf 5 bis 6 % steigt und die Fed oder EZB die Zinsen erhöhen muss, sind Krypto, Aktien und Immobilien unter Druck.
  • Dubai-Immobilien kritisch prüfen: Wer dort investiert ist, muss das Dubai Immobilien Risiko realistisch einschätzen. Ein langer Konflikt kann einen echten Crash auslösen.
  • Europäische Lagen als relativer Safe Haven: Wer jetzt in guten europäischen Lagen kauft, kauft in Stabilität.

In der Praxis gilt, was immer gilt: Wer gut schläft, hat die richtigen Assets. Wer jetzt nervös ist, hat zu viel in der falschen Region oder in zu risikoreichen Positionen. Krisen sind immer auch Chancen, aber man muss sie mit kühlem Kopf navigieren, nicht in Panik.

Ölkrise Inflation

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie stark steigt der Ölpreis durch den Nahost-Krieg?

Stand Anfang März 2026 ist der Ölpreis kurzfristig auf knapp 80 Dollar gestiegen, hat sich aber wieder etwas beruhigt. Bei einer dauerhaften Sperrung der Straße von Hormus, durch die rund 20 % des weltweiten Öls transportiert werden, könnte der Ölpreis laut Gerald Hörhan Richtung 120 Dollar steigen, was eine Inflation von 5 bis 6 % auslösen würde.

Sind Dubai-Immobilien durch den Nahost-Krieg in Gefahr?

Ja, das Dubai Immobilien Risiko ist real und erheblich. Tourismus und Flugverkehr sind eingebrochen, Flughäfen gesperrt. Der Ruf als sicherer Ort ist dauerhaft beschädigt. Bei einem längeren Konflikt droht ein echter Preiscrash. Laut Gerald Hörhan war der mittlere Osten historisch immer eine kriegerische Region, was das Narrativ vom sicheren Hafen Dubai als Lüge entlarvt.

Was passiert mit Bitcoin und Krypto bei einer Ölkrise?

Bitcoin fiel beim Ausbruch des Konflikts um rund 8 % auf etwa 63.000 Dollar, hat sich aber schnell auf 66.000 Dollar erholt. Bei einer weiteren Eskalation mit steigenden Zinsen durch Inflation wäre Krypto unter erheblichem Druck. Sollte die Zentralbank die Zinsen deutlich erhöhen müssen, sind Kryptomärkte, Aktien und Anleihen alle gleichzeitig gefährdet.

Welche Aktien profitieren vom Nahost-Krieg?

Defense-Aktien, also Rüstungsunternehmen, profitieren klar. Die Waffen, die von der Ukraine bis Pakistan und jetzt im Mittleren Osten verschossen werden, müssen reproduziert werden. Alle Staaten werden weiter aufrüsten. Airline-Aktien dagegen leiden massiv: Flugzeuge stehen am Boden, Flughäfen sind gesperrt, Reiseveranstalter verlieren Umsatz.

Wiederholt sich die Ölkrise der 1970er Jahre?

Die Parallelen sind real, aber die Ausgangslage ist besser. Amerika ist heute der größte Ölproduzent der Welt. Saudi-Arabien hat angekündigt, die Förderung zu erhöhen. Das Extremszenario mit Zinsen von über 10 % ist weniger wahrscheinlich. Aber Öl bei 120 Dollar und Inflation von 5 bis 6 % sind realistisch, wenn die Straße von Hormus dauerhaft gesperrt bleibt.

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