Der Bitcoin Crash von 120.000 auf 81.000 Dollar im November 2025 war kein Todesurteil für Bitcoin. Laut Gerald Hörhan waren der Auslöser ein massiver Flashcrash am 10. Oktober mit der größten Kryptoliquidation aller Zeiten, Unsicherheit über MicroStrategy im MSCI World Index und die Frage, ob die Fed die Zinsen schnell genug senkt. Bitcoin bleibt ein volatiles, aber im Mainstream angekommenes Finanzasset. Prognose: Sowohl 70.000 als auch 150.000 Dollar sind bis Mitte 2026 realistisch, je nachdem was Powell-Nachfolger und Fed-Politik bringen.
Was beim Bitcoin Crash wirklich passiert ist
Der Bitcoin Crash im Oktober und November 2025 hat viele Anleger kalt erwischt. Bitcoin fiel von einem Allzeithoch knapp über 120.000 Dollar auf zeitweise 81.000 Dollar, ein Rückgang von fast einem Drittel in wenigen Wochen. Social Media überschlug sich mit Untergangsszenarien. Doch laut Gerald Hörhan, der den Flashcrash am 10. Oktober live miterlebte, steckt hinter dem Crash eine klare Mechanik, die man verstehen muss, um richtig zu reagieren.
Der Flashcrash vom 10. Oktober: Die größte Kryptoliquidation aller Zeiten
Am 10. Oktober 2025 ereignete sich die größte Kryptoliquidation aller Zeiten. Innerhalb von nur 20 Minuten fiel Bitcoin von knapp über 120.000 Dollar auf knapp über 100.000 Dollar. Gerald Hörhan war zu diesem Zeitpunkt auf einer Veranstaltung und verfolgte den Crash in Echtzeit. Was dahintersteckte: Nahe des Allzeithochs hatten sich enorme spekulative Positionen mit extremem Leverage von 20, 50 und mehr aufgebaut. Alle waren optimistisch, alle setzten auf steigende Kurse mit geborgtem Geld.
Wenn sich solche übergehebelten Positionen auflösen, entsteht ein Schneeballeffekt. Zwangsliquidationen drücken den Kurs, was weitere Zwangsliquidationen auslöst. Das Ergebnis: ein brutaler, schneller Absturz, der sich genauso schnell wieder erholte. Bitcoin stieg auf 116.000 bis 117.000 Dollar zurück, bevor der zweite Abschwung begann.
Warum Bitcoin danach weiter auf 81.000 Dollar fiel
Nach dem ersten Flashcrash kamen zwei weitere Druckfaktoren zusammen. Erstens: Die allgemeine Börsenstimmung kippte, weil die KI-Blase an den Aktienmärkten zu platzen drohte. Der Nasdaq fiel von rund 24.000 auf 22.000 Punkte, auch wenn das noch unter 10 Prozent Korrektur war. Einzelne Techwerte wie Oracle, die von 125 Dollar auf 340 Dollar gestiegen waren, korrigierten auf 210 Dollar. Meta fiel um 20 Prozent. Diese Turbulenzen zogen Bitcoin mit nach unten.
Zweitens: Die Nachricht, dass MicroStrategy möglicherweise aus dem MSCI World Index fällt, drückte den Kurs auf das Tief von 81.000 Dollar. Indexfonds, die MicroStrategy im Portfolio halten müssen, würden bei einem Ausschluss die Aktie verkaufen. Das erzeugte Panik, weil MicroStrategy einen erheblichen Teil der weltweit verfügbaren Bitcoin hält. Nachdem ein Fed-Präsident Zinssenkungen andeutete, erholte sich Bitcoin schnell wieder auf 86.000 bis 87.000 Dollar.
„Bitcoin ist immer noch höher als von der Wahl von Donald Trump. Wir sind jetzt nicht in Krisenterritorium." – Gerald Hörhan, November 2025
Ist der Bitcoin Crash der Beginn vom Ende?
Die klare Antwort laut Gerald Hörhan: Nein. Bitcoin ist mittlerweile ein Mainstream-Finanzasset, das in der globalen Finanzwelt angekommen ist. Pensionskassen kaufen Bitcoin, Universitäten kaufen Bitcoin, institutionelle Investoren weltweit halten Bitcoin. Trump hat eine Reihe von Gesetzen erlassen, die Retirement Plans und Pensionsprodukte in Kryptowährungen investieren lassen. Das ist ein struktureller Wandel, kein vorübergehender Trend.
Gleichzeitig bleibt Bitcoin ein extrem volatiles Asset. Ein Rückgang von einem Drittel vom Allzeithoch ist für Bitcoin keine Ausnahme, das ist die Normalität. Wer das nicht versteht und glaubt, Bitcoin steige nur, hat die Natur dieses Assets nicht verstanden. Die Zeiten, in denen man Bitcoin verzehnfachen oder verzwanzigfachen konnte, sind laut Hörhan vorbei. Bitcoin ist kein Startup-Investment mehr, es ist ein Finanzasset mit entsprechend gedämpften, aber immer noch erheblichen Renditechancen.
Welche Rolle spielt MicroStrategy wirklich?
MicroStrategy ist ein wichtiger Faktor, aber kein alles entscheidender. Das Unternehmen hält einige Prozent des weltweiten Bitcoin-Bestands. Ein Ausschluss aus dem MSCI World Index bedeutet nicht automatisch, dass MicroStrategy Bitcoin verkaufen muss. Das wäre erst der Fall, wenn:
- MicroStrategy seine Schulden nicht mehr bedienen kann
- Sogenannte Debt Covenants, also vertragliche Finanzkennzahlen, gebrochen werden
- Gläubiger eine Zwangsverwertung einleiten
Solange keine dieser Bedingungen erfüllt ist, bleibt der direkte Effekt auf den Bitcoin-Markt begrenzt. Psychologisch und durch die Stimmungswirkung kann der MicroStrategy-Effekt den Kurs kurzfristig belasten. Aber er macht Bitcoin nicht wertlos. Selbst wenn MicroStrategy bankrott gehen würde, wäre das eine schwere Verwerfung für den Kryptomarkt, aber kein Todesurteil.
Was ist der wichtigste Treiber für den Bitcoin-Kurs 2026?
Die Fed-Geldpolitik. Das ist laut Gerald Hörhan die mit Abstand wichtigste Variable. Im Mai 2026 endet die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell. Trump wird einen Nachfolger einsetzen, der die Zinsen senken soll. Trump hat öffentlich Zinsen von 1 Prozent gefordert, derzeit liegt der Fed-Leitzins noch erheblich höher.
Dazu kommt: Die Fed hat aus 25 Jahren Erfahrung mit Finanzmarktkrisen ihr Instrument des Quantitative Easing wieder angeworfen. Die Bilanzsumme der Fed, die nach der Coronakrise auf 9.000 Milliarden Dollar gestiegen war und dann auf rund 7.000 Milliarden reduziert wurde, wächst wieder. Mehr Geld im System, niedrigere Zinsen: Das ist der klassische Treiber für Bitcoin und alle anderen risikobehafteten Assets.
Wenn der neue Fed-Chef die Zinsen aggressiv senkt und die Bilanzsumme wieder ausweitet, könnte Bitcoin auf 150.000 Dollar oder mehr steigen. Wenn die Zinsen langsamer fallen, bleibt Bitcoin vorerst im Bereich von 70.000 bis 90.000 Dollar. Beide Szenarien sind realistisch, beide haben eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit.
Warum Bitcoin langfristig ein Inflationsschutz bleibt
Unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen bleibt Bitcoin ein Inflationsschutz. Es gibt nur 21 Millionen Bitcoin, die jemals existieren werden. Kein Staat kann mehr drucken. In einer Welt, in der Zentralbanken weltweit Geld drucken und Staatsschulden auf Rekordniveaus steigen, ist ein Asset mit begrenztem Angebot strukturell attraktiv.
Laut Gerald Hörhan ist Bitcoin zudem hyperliquide: 7 Tage die Woche, 24 Stunden täglich handelbar, in nahezu jedem Land der Welt zu Geld zu machen. Als Fluchtwährung in geopolitischen Krisen hat Bitcoin seine Tauglichkeit bewiesen, auch wenn das Potenzial als Safe-Haven-Asset noch nicht vollständig bewiesen ist. Stand November 2025 korreliert Bitcoin noch stärker mit dem Nasdaq als mit Gold, was sich bei einer echten geopolitischen Eskalation ändern könnte.
Was solltest du jetzt konkret mit Bitcoin tun?
Laut Gerald Hörhan gibt es zwei sinnvolle Strategien, je nach Risikobereitschaft und Zeitaufwand:
- Ansparplan: Regelmäßig kleine Beträge investieren, unabhängig vom aktuellen Kurs. Dieser Ansatz funktioniert bei volatilen Assets besonders gut, weil du automatisch günstiger kaufst, wenn der Kurs fällt. Wer beim Allzeithoch einsteigt, hat einen schlechten Start, aber langfristig gleicht sich das aus.
- Aktives Trading: Wer Kenntnisse in Finanzmathematik und Optionsstrategien mitbringt, kann in volatilen Märkten wie Bitcoin sehr gute Trading-Möglichkeiten nutzen. Beim Flashcrash vom 10. Oktober war es beispielsweise möglich, Bitcoin günstig aufzusammeln und kurze Zeit später zu einem höheren Kurs zu verkaufen.
Was definitiv falsch ist: Panikverkäufe beim Tief. Wer bei 81.000 Dollar verkauft, weil Social Media Weltuntergangsszenarien verbreitet, und dann zusieht, wie Bitcoin auf 86.000 Dollar steigt, hat das Muster dieses Marktes nicht verstanden. In der Praxis zeigt sich immer wieder: Wenn alle sagen, Bitcoin bricht zusammen, ist oft der beste Kaufzeitpunkt.
Bitcoin als Teil eines diversifizierten Portfolios
Bitcoin gehört ins Portfolio, aber nicht als einziges Asset und nicht mit übermäßigem Gewicht. Laut Gerald Hörhan ist Bitcoin ein solider Bestandteil eines diversifizierten Portfolios neben Immobilien, Aktien und Gold. Wer alles auf Bitcoin setzt, nimmt ein Risiko, das er vielleicht nicht tragen kann. Wer Bitcoin komplett ignoriert, verpasst einen wichtigen Inflationsschutz und eine der wenigen Asset-Klassen mit echtem Wachstumspotenzial.
Die Zeiten, in denen Bitcoin x10 oder x20 gemacht hat, sind vorbei. Das war die Phase, als Bitcoin noch kein Mainstream-Asset war. Heute ist Bitcoin in der Finanzwelt angekommen, was die Renditeerwartungen dämpft, aber auch die Stabilität erhöht. Ein Bitcoin-Crash von 50 bis 80 Prozent wie in früheren Zyklen wird mit zunehmender institutioneller Beteiligung weniger wahrscheinlich, auch wenn er nicht ausgeschlossen ist.
Bitcoin Crash
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Was hat den Bitcoin Crash im November 2025 ausgelöst?
Am 10. Oktober 2025 gab es die größte Kryptoliquidation aller Zeiten. Viele hochgehebelte Positionen mit Futures und Optionen wurden zwangsaufgelöst. Bitcoin fiel in einem Flashcrash innerhalb von 20 Minuten von knapp über 120.000 auf knapp über 100.000 Dollar. Anschließend drückte die Unsicherheit über die MicroStrategy-Aufnahme im MSCI World Index den Kurs weiter auf 81.000 Dollar.
Ist Bitcoin nach dem Crash wirklich tot?
Nein. Laut Gerald Hörhan ist Bitcoin mittlerweile ein Mainstream-Finanzasset, das von Pensionskassen, Universitäten und institutionellen Investoren weltweit gehalten wird. Trump hat Gesetze erlassen, die Retirement Funds Investitionen in Kryptowährungen ermöglichen. Ein Rückgang auf null ist praktisch ausgeschlossen, solange das institutionelle Fundament besteht.
Was ist das MicroStrategy-Risiko für Bitcoin?
MicroStrategy hält einen erheblichen Teil der weltweit verfügbaren Bitcoin. Wenn das Unternehmen aus dem MSCI World Index fällt, müssen Indexfonds die Aktie verkaufen. Das erzeugt Druck auf die Aktie, zwingt MicroStrategy aber nicht sofort zum Bitcoin-Verkauf. Erst wenn Schulden nicht bedient werden können oder sogenannte Debt Covenants gebrochen werden, droht ein Zwangsverkauf von Bitcoin mit spürbarem Marktdruck.
Wann ist 150.000 Dollar für Bitcoin realistisch?
Laut Gerald Hörhan ist 150.000 Dollar bis Mitte 2026 realistisch, wenn Powell-Nachfolger die Fed-Zinsen aggressiv senkt, die Quantitative-Easing-Phase wieder beginnt und die Börsen weiter steigen. Die Fed-Geldpolitik ist der größte Einzelhebel für den Bitcoin-Kurs, stärker als jedes andere externe Ereignis.
Wie sollte ich jetzt mit meinem Bitcoin-Investment umgehen?
Laut Gerald Hörhan gilt: Ansparplan nutzen, nicht all-in in Panik kaufen oder verkaufen. Wer einen beschleunigten Sparplan betreibt, profitiert von der Volatilität. Wer aktiv traden will, braucht Kenntnisse in Finanzmathematik und Optionsstrategien. Wer ruhig schlafen will, macht einfach seinen Sparplan weiter und schaut nicht täglich auf den Kurs.

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