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Stablecoins Staatsverschuldung: Warum das zusammenhängt
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Stablecoins Staatsverschuldung: Warum das zusammenhängt

Stablecoins sind mehr als ein Krypto-Nischenprodukt. Laut Gerald Hörhan sind sie ein politisch gewolltes Werkzeug, um die US-Staatsverschuldung zu finanzieren. Wer das versteht, versteht, warum Krypto in Amerika gerade so stark gepusht wird.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Stablecoins und Staatsverschuldung hängen enger zusammen als die meisten Investoren ahnen. Der US-Kongress hat 2025 per Gesetz beschlossen, dass Stablecoin-Emittenten wie Tether (USDT) und Circle (USDC) ihre ausgegebenen Coins mit US-Staatsanleihen hinterlegen müssen. Damit werden Stablecoin-Firmen zu neuen, strukturellen Käufern von US-Treasuries. Wenn der globale Handel zunehmend über Dollar-Stablecoins abgewickelt wird, entsteht eine riesige neue Nachfrage nach US-Staatsanleihen und Amerika könnte einen erheblichen Teil seines Staatsschuldenproblems lösen, ohne die Notenpresse anzuwerfen.

Stablecoins Staatsverschuldung: Diese zwei Begriffe klingen nach völlig verschiedenen Welten, hängen aber enger zusammen als die meisten Investoren ahnen. Die US-Staatsschulden liegen bei über 35.000 Milliarden Dollar, das Budgetdefizit bei 5 bis 7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Amerika braucht neue Käufer für seine Staatsanleihen. Und genau hier kommen Stablecoins ins Spiel. Laut Gerald Hörhan ist das kein Zufall, sondern ein politisch gezielt eingesetztes Werkzeug.

Stablecoins Staatsverschuldung: Was wirklich dahintersteckt

Die US-Staatsschulden sind ein ernsthaftes Problem. Über 35.000 Milliarden Dollar Gesamtschuld, ein Budgetdefizit von 5 bis 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, weit über dem EU-Maastricht-Kriterium von 3 Prozent. Wer kauft diese Schulden? Traditionell sind das institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Banken und Versicherungen, Privatanleger sowie ausländische Staaten und Notenbanken.

Die größten ausländischen Halter von US-Staatsanleihen sind Japan und China. Beide haben in letzter Zeit verkauft: Japan wegen eigener Zinsprobleme, China wegen geopolitischer Spannungen. Wenn die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sinkt, muss Amerika höhere Zinsen zahlen, um Käufer anzulocken. Mehr Zinsen bedeuten mehr Schulden. Das nennt man die Todesspirale der Überschuldung.

Trump hat klar gesagt: Er will 1 Prozent Leitzins. Die langfristigen Zinsen sind aber noch nicht gefallen, weil der Markt nicht genug Käufer für die riesige Menge an Staatsanleihen findet, die Amerika begeben muss. Hier setzt die Verbindung zwischen Stablecoins Staatsverschuldung an: Stablecoin-Emittenten werden per Gesetz zu strukturellen Käufern von US-Treasuries gemacht.

Was ist ein Stablecoin und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Ein Stablecoin (= eine Kryptowährung, die den Wert einer Fiatwährung abbildet) ist eine Kryptowährung, die den Wert des US-Dollars eins zu eins abbildet. Die bekanntesten Stablecoins sind USDT (Tether) und USDC (Circle). Wer einen USDT-Token hält, hat damit ein digitales Äquivalent zu einem US-Dollar in der Kryptowelt.

Damit ein Stablecoin seinen Wert stabil hält, muss er hinterlegt sein. Wenn jemand einen Dollar in USDT tauscht, muss die Stablecoin-Firma diesen Dollar irgendwo parken. Und genau hier liegt der entscheidende Mechanismus: Der amerikanische Kongress hat 2025 per Gesetz beschlossen, dass Stablecoin-Emittenten ihre ausgegebenen Coins mit US-Staatsanleihen hinterlegen müssen. Nur wer US-Treasuries kauft, darf legitim Stablecoins ausgeben.

Das Geschäftsmodell der Stablecoin-Firmen ist damit einfach: Sie verwalten das Stablecoin-System, kassieren die Zinsen auf die hinterlegten US-Staatsanleihen und zahlen an die Nutzer keine oder nur sehr geringe Zinsen. Die Differenz ist ihr Gewinn. Circle, der Emittent von USDC, ist deshalb zuletzt an die Börse gegangen und hat einen fulminanten Start hingelegt. Tether ist eine der profitabelsten Firmen der Welt gemessen am Mitarbeiter.

Laut Gerald Hörhan ist das der eigentliche Grund, warum Krypto in Amerika so stark politisch gepusht wird: Stablecoins lösen ein Staatsfinanzierungsproblem, das sonst nur die Notenpresse lösen könnte.

Warum Stablecoins bisher ein Nischenprodukt waren

Bis jetzt waren Stablecoins vor allem ein Werkzeug innerhalb der Kryptowelt. Wer Bitcoin oder Ethereum verkaufen wollte, ohne das Geld in Euro oder Dollar zurückzutauschen, parkte es in USDT. In Österreich lässt sich Bitcoin nach einem Jahr steuerfrei verkaufen, wenn man es vorher in einen Stablecoin tauscht. Das sind legitime Strategien, aber das Gesamtvolumen war im Vergleich zum amerikanischen Staatsanleihenmarkt verschwindend gering.

Amerika muss jährlich 1.000 bis 3.000 Milliarden Dollar an neuen Staatsanleihen begeben. Das gesamte Stablecoin-Volumen lag bisher bei einem Bruchteil davon. Das soll sich jetzt massiv ändern, und der Hebel dafür ist der internationale Zahlungsverkehr. Genau hier liegt das Wachstumspotenzial, das die Verbindung zwischen Stablecoins Staatsverschuldung so bedeutsam macht.

Warum internationaler Zahlungsverkehr über Stablecoins ein Gamechanger ist

Wer heute als Österreicher oder Deutscher Geld nach Japan schicken will, zahlt bis zu 10 Prozent Gebühren und wartet bis zu einer Woche. Das liegt am Korrespondenzbankensystem: Jede Bank braucht eine andere Bank als Mittler, und jede schneidet mit. Noch schlimmer ist es bei Überweisungen zwischen Ländern ohne starke Bankensysteme, etwa von Pakistan nach Nigeria.

Mit einem Stablecoin dauert dieselbe Transaktion Minuten statt einer Woche, und die Kosten liegen bei 0,5 bis 1 Prozent statt bei 10 Prozent. Das ist ein Faktor 10 bis 20 günstiger. Für den globalen Handel, der in tausenden Milliarden Dollar gemessen wird, ist das ein enormer Vorteil.

Der globale Welthandel mit Öl, Kaffee, Autos, Maschinen und allem anderen wird zu einem großen Teil in US-Dollar abgewickelt. Wenn dieser Handel zunehmend über Dollar-Stablecoins abgewickelt wird, und wenn diese Stablecoins gesetzlich mit US-Staatsanleihen hinterlegt werden müssen, dann entsteht eine strukturelle Nachfrage nach US-Treasuries in einer Größenordnung, die das Staatsschuldenproblem erheblich entschärfen kann.

Wer profitiert: Howard Lutnik, Kantor Fitzgerald und die politischen Verbindungen

Das ist kein abstrakter Mechanismus, sondern hat konkrete Namen. Howard Lutnik, der CEO von Kantor Fitzgerald war, ist der Custodian von USDC, dem zweitgrößten Stablecoin. Lutnik ist jetzt in der amerikanischen Regierung. Circle, der Emittent von USDC, ist an die Börse gegangen. Die Verbindungen zwischen Stablecoin-Industrie und amerikanischer Politik sind eng, und das aus gutem Grund: Beide Seiten profitieren.

Die Stablecoin-Firmen verdienen die Zinsen auf die hinterlegten US-Staatsanleihen, ohne selbst Zinsen an die Nutzer zahlen zu müssen. Stand 2025 liegen US-Staatsanleihen bei rund 4 bis 4,5 Prozent Rendite. Bei einem Stablecoin-Volumen von 200 Milliarden Dollar sind das 8 bis 9 Milliarden Dollar Jahresgewinn für die Emittenten, ohne nennenswerten Aufwand. Der amerikanische Staat bekommt dafür willige neue Käufer für seine Staatsanleihen.

Wie groß kann das Stablecoin-Volumen wirklich werden?

Der globale Welthandel hat ein Volumen von tausenden Milliarden Dollar pro Jahr. Wenn nur 10 bis 20 Prozent davon über Dollar-Stablecoins abgewickelt werden, und wenn diese Stablecoins eins zu eins mit US-Staatsanleihen hinterlegt sind, dann reden wir von Hunderten von Milliarden bis Billionen Dollar an neuer Nachfrage nach US-Treasuries.

Zum Vergleich: Das aktuelle Stablecoin-Volumen liegt bei rund 200 bis 250 Milliarden Dollar. Das ist für die Kryptowelt viel, für den globalen Handel aber noch winzig. Das Wachstumspotenzial ist enorm, und die politischen und wirtschaftlichen Anreize zeigen alle in dieselbe Richtung. Die Verbindung zwischen Stablecoins Staatsverschuldung wird damit zu einem der wichtigsten Makrothemen der kommenden Jahre.

  • Stablecoin-Emittenten verdienen die Zinsen auf hinterlegte US-Treasuries, rund 4 bis 4,5 Prozent Stand 2025
  • Amerika finanziert seine Staatsschulden ohne Notenpresse
  • Transaktionskosten im globalen Handel sinken von bis zu 10 Prozent auf unter 1 Prozent
  • Transaktionszeiten sinken von einer Woche auf Minuten
  • Der Dollar bleibt als Weltreservewährung dominant

Was bedeutet das für Investoren konkret?

Aus 25 Jahren Investmenterfahrung sage ich: Wer versteht, warum ein Trend politisch gewollt und wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte ihn ernst nehmen. Stablecoins sind in Amerika politisch gepusht, weil sie ein echtes Problem lösen. Das ist kein Hype, das ist Staatsräson. Das Zusammenspiel von Stablecoins Staatsverschuldung ist deshalb kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Megatrend.

Für Investoren bedeutet das mehrere Dinge. Erstens: Stablecoin-Emittenten wie Circle sind interessante Unternehmen, deren Geschäftsmodell durch das neue Gesetz strukturell abgesichert ist. Zweitens: Der Kryptosektor insgesamt profitiert von der politischen Rückendeckung in Amerika. Drittens: Wenn Amerika sein Staatsschuldenproblem über Stablecoins löst, statt über die Notenpresse, könnte die Inflation weniger stark steigen als befürchtet. Das wäre gut für Anleihen und Immobilien.

Was hingegen nicht passiert: Stablecoins werden kein Ersatz für Bitcoin oder Ethereum als Wertaufbewahrungsmittel. Sie sind ein Zahlungsmittel, kein Asset. Wer Stablecoins hält, hält Dollar-Äquivalente, keine Kryptowährung im klassischen Sinne. Die Zinsen auf hinterlegte Staatsanleihen kassiert die Stablecoin-Firma, nicht der Nutzer.

Werden andere Länder nachziehen?

Amerika hat mit dem Stablecoin-Gesetz 2025 als erstes großes Land einen klaren Rahmen geschaffen. Andere Länder werden folgen, wenn sie verstehen, welche Macht das hat. Theoretisch könnten auch Euro-Stablecoins, Schweizer-Franken-Stablecoins oder Yen-Stablecoins entstehen, die mit den jeweiligen Staatsanleihen hinterlegt sind. Das würde auch europäischen Staaten helfen, ihre Schulden zu finanzieren.

Für den Moment beginnt das Experiment mit dem Dollar, weil der Dollar die Weltwährung ist und der Mehrheit des Welthandels in US-Dollar abgewickelt wird. Das ist kein Zufall, das ist der entscheidende Vorteil Amerikas in diesem Spiel. Die Kombination aus Dollar-Dominanz und Stablecoin-Regulierung könnte die Dollarhegemonie auf Jahrzehnte zementieren. In der Praxis ist das die aufregendste Entwicklung im Krypto-Bereich seit dem Bitcoin-Halving.

Stablecoins Staatsverschuldung

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist ein Stablecoin und warum braucht Amerika ihn zur Staatsfinanzierung?

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die den Wert des US-Dollars eins zu eins abbildet. Amerika braucht Stablecoins, weil sie neue strukturelle Käufer für US-Staatsanleihen schaffen. Der US-Kongress hat 2025 beschlossen, dass Stablecoin-Emittenten ihre Coins mit US-Treasuries hinterlegen müssen. Je mehr Stablecoins im globalen Handel eingesetzt werden, desto mehr US-Staatsanleihen werden automatisch gekauft.

Wie verdienen Tether und Circle ihr Geld?

Tether (USDT) und Circle (USDC) verdienen die Zinsen auf die hinterlegten US-Staatsanleihen, zahlen aber an die Nutzer keine oder nur minimale Zinsen. Bei einem Volumen von 200 Milliarden Dollar und Zinsen von rund 4 bis 4,5 Prozent sind das 8 bis 9 Milliarden Dollar Jahresgewinn. Deshalb ist Circle an die Börse gegangen und Tether eine der profitabelsten Firmen der Welt pro Mitarbeiter.

Warum ist internationaler Zahlungsverkehr über Stablecoins so viel günstiger?

Klassische Banküberweisungen über Ländergrenzen dauern bis zu einer Woche und kosten bis zu 10 Prozent Gebühren durch das Korrespondenzbankensystem. Mit Stablecoins dauert dieselbe Transaktion Minuten und kostet 0,5 bis 1 Prozent. Das ist ein Faktor 10 bis 20 günstiger und macht Stablecoins für den globalen Handel extrem attraktiv.

Kann Amerika seine Staatsschulden wirklich über Stablecoins lösen?

Nicht vollständig, aber erheblich entlasten. Wenn 10 bis 20 Prozent des globalen Welthandels über Dollar-Stablecoins abgewickelt werden und diese Coins mit US-Staatsanleihen hinterlegt sind, entsteht eine neue strukturelle Nachfrage in Höhe von Hunderten Milliarden bis Billionen Dollar. Das reduziert den Druck auf die Notenpresse und könnte die Inflation dämpfen.

Lohnt es sich, in Stablecoin-Emittenten wie Circle zu investieren?

Circle hat mit seinem Börsengang 2025 ein starkes Debüt hingelegt. Das Geschäftsmodell ist durch das neue US-Gesetz strukturell abgesichert: Die Firma kassiert Staatsanleihen-Zinsen, ohne selbst Zinsen zahlen zu müssen. Laut Gerald Hörhan ist das ein attraktives Modell, solange die US-Zinsen hoch bleiben. Wer in den Stablecoin-Sektor investieren will, sollte jedoch verstehen, dass es sich um ein zinssensitives Geschäftsmodell handelt.

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