Der Dollar fällt gegenüber dem Euro um rund 10 % seit Trumps Amtsantritt, während der DAX zu den bestperformenden Indizes weltweit gehört. Ursachen: 145 % Zölle auf China, Trumps Angriff auf die Fed-Unabhängigkeit und ein US-Budgetdefizit von 6 bis 7 % des BIP. Laut Gerald Hörhan profitiert Europa davon, weil der Euro die einzig glaubwürdige Alternative zum Dollar bleibt, was europäische Staatsanleihen stärkt und Immobilienkredite günstiger macht.
Dollar fällt: Drei Gründe, warum Trump die Finanzmärkte erschüttert
Der Dollar fällt, und die Ursachen sind klar benennbar. Donald Trump hat die globalen Finanzmärkte mit drei Entwicklungen in Turbulenzen versetzt, die sich gegenseitig verstärken. Wer das versteht, versteht auch, warum Europa gerade profitiert, obwohl täglich Leute behaupten, Europa sei am Ende und man müsse nach Dubai oder Paraguay auswandern.
Der erste Schock war die Zollpolitik: bis zu 145 % Zölle auf chinesische Waren, Angriffe auf Verbündete, Unsicherheit über jeden nächsten Tweet. Das hat eine ordentliche Börsenkorrektur ausgelöst, die sich zwar etwas beruhigt hat, aber von Stabilität weit entfernt ist.
Der zweite Schock war Trumps Versuch, Fed-Chef Jerome Powell abzusetzen. Die Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank war einer der tragenden Pfeiler des Vertrauens in den Dollar. Wenn politische Einflussnahme auf die Geldpolitik droht, ist das für Finanzmärkte Gift. Punkt.
Der dritte Punkt ist die amerikanische Staatsverschuldung: 6 bis 7 % Budgetdefizit im Verhältnis zum BIP, Gesamtverschuldung über 100 % des BIP, und kein Ende in Sicht. Das Department of Government Efficiency unter Elon Musk war mehr Marketing als Substanz. Die Ausgaben werden umgeschichtet, nicht reduziert. Für Verteidigung mehr, für Umwelt weniger, aber die Schuldenspirale dreht sich weiter.
Warum der Euro die einzig glaubwürdige Alternative ist
Wenn der Dollar fällt und an Vertrauen verliert, suchen Investoren und Zentralbanken Alternativen. Gold steigt, Bitcoin wird diskutiert, der BlackRock-Chef Larry Fink hat öffentlich gewarnt, dass Bitcoin den Dollar teilweise ersetzen könnte. Aber die dritte und wichtigste Alternative ist der Euro als Weltwährung.
Rund 25 bis 26 % des Welthandels werden in Euro abgewickelt. Der Dollar kommt auf etwa 56 bis 58 %. Das ist der entscheidende Abstand, aber der Euro ist trotz aller Schwächen die zweite Weltwährung. Alle anderen Kandidaten scheiden aus:
- Chinesischer Renminbi: politisch manipuliert, nicht frei konvertierbar, Wirtschaftspolitik undurchschaubar.
- Indische Rupie: Der Konflikt zwischen zwei Atommächten, Indien und Pakistan, macht die Rupie zum Risiko-Asset.
- Schweizer Franken: zu klein, zu abhängig vom Euroraum für eine globale Reservewährungsrolle.
Damit bleibt der Euro als einzige liquide, stabile und breit akzeptierte Alternative. Laut Gerald Hörhan ist das keine Frage der Begeisterung für den Euro, sondern schlicht eine Frage der Alternativen, die es nicht gibt. Auch Ölkontrakte in Euro sind perspektivisch denkbar.
Deutschland als Stabilitätsanker: Warum das kein Zufall ist
In Europa sticht Deutschland besonders hervor, und das aus konkreten Gründen, nicht aus Patriotismus. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone. Wichtiger: Deutschland hat im Gegensatz zu Amerika, England und den meisten anderen Ländern noch solide Staatsfinanzen. Kein überschuldeter Staatshaushalt, noch immer Triple-A-Rating.
Jetzt kommen die 500 Milliarden Euro Sondervermögen dazu, also neue Schulden, nennen wir sie beim richtigen Namen. Aber Deutschland kann sich diese Schulden leisten, weil der fiskalische Spielraum noch vorhanden ist. Ein Teil wird in Infrastruktur fließen, ein Teil in Verteidigung, ein Teil in der Bürokratie versickern. Trotzdem: 500 Milliarden Euro, die in die Wirtschaft gepumpt werden, schaffen Jobs, beleben die Konjunktur und machen Deutschland wieder zum Zugpferd Europas.
Todgesagte leben länger, und oft besser als die, die immer gesagt haben: Dort müssen wir hin, dort ist alles viel besser.
Dazu kommt politische Stabilität. Finanzmärkte lieben Berechenbarkeit. Deutschland hat keine rechtspopulistische Regierung wie Frankreich riskiert, keine linksextreme Koalition, sondern eine CDU-geführte, wirtschaftsfreundlichere Regierung. Langweilig, bürokratisch, aber berechenbar. Für Investoren ist das Gold wert. Nicht umsonst gelten deutsche Staatsanleihen als einer der stabilsten Werte weltweit.
Was bedeutet das konkret für Immobilieninvestoren?
Hier wird es für dich als Investor praktisch. Wenn mehr Kapital aus Amerika nach Europa fließt, weil Investoren Sicherheit suchen, dann sinken die Renditen auf europäische Staatsanleihen. Das klingt technisch, hat aber direkte Konsequenzen für deinen Immobilienkredit.
Günstigere Staatsanleihen bedeuten günstigere Refinanzierung für Banken. Günstigere Refinanzierung für Banken bedeutet günstigere Immobilienkredite für dich. In der Praxis: Wer 2025 in Deutschland oder Österreich eine Immobilie finanziert, profitiert davon, dass europäische Staatsanleihen als sicherer Hafen gefragt sind.
Das war kein Zufall in der Vergangenheit. Südeuropäische Länder, die höhere Zinsen auf Staatsanleihen zahlen mussten, hatten auch teurere Bankkredite und damit teurere Immobilienfinanzierungen. Der Mechanismus ist direkt: Staatsanleihen-Rendite beeinflusst Bankrefinanzierung, Bankrefinanzierung beeinflusst Kreditkonditionen.
Ein zweiter Vorteil: Wer in einer Weltwährung verschuldet ist, kann in eigener Währung Anleihen begeben und damit Geld drucken, ohne sofort in eine Schuldenfalle zu geraten wie die Türkei, die Auslandsschulden in Dollar oder Euro hat und bei Währungsabwertung sofort zahlungsunfähig wird. Europa gewinnt hier Spielraum.
Ist das wirklich eine Chance für Europa, oder redet sich Hörhan das schön?
Ich rede mir nichts schön. Ich schaue auf die Finanzmärkte, und die sprechen eine klare Sprache. Der DAX war 2025 einer der bestperformenden Aktienindizes der Welt. Der Euro ist gegenüber dem Dollar um rund 10 % gestiegen, von fast Parität bis auf 1,13 bis 1,15. Kapital ist nach Europa geflossen, messbar und nachweisbar.
Finanzmärkte haben in der Geschichte bewiesen, dass sie politische Fehlentwicklungen korrigieren. Silvio Berlusconi musste zurücktreten, weil Italien sich nicht mehr refinanzieren konnte. Liz Truss musste nach 44 Tagen als britische Premierministerin zurücktreten, weil die Finanzmärkte ihr Budget abgelehnt haben. Erdogan musste mehrfach seine Wirtschaftspolitik korrigieren, weil die Märkte ihn dazu zwangen. Selbst Trump hat seine aggressivste Zollpolitik zurückgefahren, als Börsen und Anleihen gleichzeitig einbrachen, ein echtes Warnsignal für eine Finanzkrise.
Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist, wie Kapitalmärkte funktionieren. Und Stand 2025 sagen diese Märkte: Europa ist stabiler als viele denken. Aus 25 Jahren Investmenterfahrung sage ich: Wer immer auf die Finanzmärkte gehört hat statt auf Panikmacher, lag richtig.
Von unipolar zu multipolar: Wie sich das Währungssystem verändert
Die letzten 30 Jahre waren ein unipolares System. Amerika war Weltmacht, Weltwährung, Weltfinanzmacht. Alle anderen spielten eine Nebenrolle. Das ändert sich gerade, nicht dramatisch, aber spürbar. Wir bewegen uns auf ein multipolares System zu, in dem die USA weiterhin die Nummer eins sind, aber mit Abstufungen.
Gold und Bitcoin spielen eine wachsende Rolle als Wertspeicher. Der Euro als Weltwährung gewinnt an Bedeutung. Weil der Dollar fällt und Amerika seine Sonderstellung teilweise verspielt, fließt Kapital in europäische Assets. Wissenschaftler, die aus Harvard oder Columbia vertrieben werden, finden vielleicht den Weg nach Europa. China handelt wieder mehr mit Europa, weil Amerika das mit China nicht will. Alles Mosaiksteine, die in dieselbe Richtung zeigen.
Für dich als Investor bedeutet das: Diversifikation über den Dollar hinaus ist kein Panikmodus, sondern rationale Portfoliostrategie. Europäische Aktien, europäische Immobilien, europäische Staatsanleihen, Gold und ein Teil Bitcoin, das ist das Bild für die nächsten Jahre.
Und wer immer noch glaubt, Dubai oder Paraguay seien die bessere Alternative zu Europa: Kuwait war in den 1970er-Jahren das reichste Land der Welt. 1990 hat der Irak Kuwait angegriffen, und das Emirat musste fliehen. Die arabische Welt war immer dann toll, wenn der Ölpreis hoch war. Geld liebt Stabilität, und die findet es in Europa.
Dollar fällt
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Warum fällt der Dollar gerade so stark?
Drei Faktoren drücken den Dollar: Trumps Zollpolitik mit bis zu 145 % auf chinesische Waren, der politische Druck auf die Fed-Unabhängigkeit und ein US-Budgetdefizit von 6 bis 7 % des BIP bei einer Staatsverschuldung von über 100 % des BIP. Investoren suchen deshalb Alternativen zum Dollar als Reservewährung.
Welche Währungen profitieren, wenn der Dollar fällt?
Laut Gerald Hörhan sind Gold, Bitcoin und vor allem der Euro die wichtigsten Alternativen. Der Euro wickelt rund 25 bis 26 % des Welthandels ab und ist damit die zweitwichtigste Reservewährung. Der chinesische Renminbi scheidet wegen mangelnder Konvertibilität und politischer Unberechenbarkeit aus.
Was bedeutet ein schwacher Dollar für Immobilienkredite in Europa?
Wenn mehr Kapital in europäische Staatsanleihen fließt, sinken die Refinanzierungskosten für Staaten und Banken. Das drückt direkt die Zinsen für Immobilienkredite. Wer 2025 in Deutschland oder Österreich eine Immobilie finanziert, profitiert von diesem Mechanismus konkret.
Ist Europa wirklich stabiler als die USA?
Finanzmärkte sagen ja. Deutschland hat noch ein Triple-A-Rating, solide Staatsfinanzen und eine CDU-geführte Regierung, die Investoren als berechenbarer einschätzen als Trumps erratische Politik. Der DAX war 2025 einer der bestperformenden Aktienindizes weltweit.
Sollte ich jetzt Dollar kaufen oder verkaufen?
Laut Gerald Hörhan könnte das aktuelle Dollar-Tief sogar ein guter Einstiegspunkt sein, um gezielt Dollars aufzusammeln. Der Dollar wird nicht verschwinden, Amerika bleibt die größte Volkswirtschaft. Aber die Sonderstellung als alleinige Weltwährung bröckelt, was eine breitere Diversifikation sinnvoll macht.

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