Europas Wohlstand sinkt seit mehreren Jahren, während Amerika sich nach oben abgekoppelt hat. Die Gründe sind eine Kombination aus externen Schocks wie Corona und dem Ukrainekrieg sowie selbstverschuldeten Fehlern: ideologische Energiepolitik, überbordende Regulierung, Green Deal-Exzesse, demografischer Rückgang und eine aufgeblähte Rent-Seeking Economy. Laut Gerald Hörhan ist Europa nicht hoffnungslos verloren, aber wer zur Mittelschicht gehört, muss mit einem weiteren Wohlstandsrückgang rechnen.
Europas Wohlstand im Sinkflug: Was steckt wirklich dahinter?
Europas Wohlstand sinkt, das ist keine Meinung, das ist Datenlage. Während Amerika seit 2010 wirtschaftlich nach oben davongezogen ist, stagniert Europa oder fällt sogar zurück. Das innerdeutsche Flugnetz ist praktisch zusammengebrochen. Die meistverkauften Autos in Europa kommen aus China. Gesundheitssysteme wie der britische NHS stehen vor dem Kollaps: In England warten Menschen bis zu 2 Jahre auf eine Operation. In Wien, Frankfurt, Köln, Amsterdam und London sieht man an jedem Bahnhof, was früher undenkbar war: Obdachlosigkeit und steigende Kriminalität. Laut Gerald Hörhan ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Kombination aus externen Faktoren und hausgemachten Fehlern.
Corona: Der unterschätzte Wohlstandskiller
Alles beginnt mit Corona. Europa hat die Pandemie mit besonders strengen Maßnahmen bekämpft, strenger als viele andere Regionen. Das hatte einen direkten wirtschaftlichen Preis. In der Praxis sind die durchschnittlichen Arbeitszeiten in Europa im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit um etwa 4 bis 5 Stunden pro Woche gefallen. In Amerika hat sich das wieder ausgeglichen, in Europa nicht.
Das klingt nach wenig, ist aber strukturell verheerend. Wenn Ärzte, Automechaniker, Bauarbeiter und Restaurantbetreiber dauerhaft weniger arbeiten, gibt es schlicht weniger Leistung in der Wirtschaft. Weniger Öffnungszeiten, weniger Bauprojekte, weniger Gesundheitsdienstleistungen. Österreich liegt beim Rückgang der Arbeitszeit besonders weit hinten. Und dieser Rückgang wurde nie vollständig aufgeholt.
„Wenn die Leute weniger arbeiten, kann ich weniger bauen, weniger sanieren, weniger Autos produzieren und weniger Gesundheitsdienstleistungen anbieten. Das ist Mathematik, keine Meinung." – Gerald Hörhan
Der Ukrainekrieg und Europas Energieabhängigkeit
Den Ukrainekrieg hat Europa nicht ausgelöst. Aber wie Europa darauf reagiert hat, war aus wirtschaftlicher Sicht ein schwerer Fehler. Deutschlands Geschäftsmodell basierte jahrzehntelang auf drei Säulen: günstige Energie aus Russland, militärische Sicherheit durch Amerika und globaler Handel im Maschinen- und Automobilbereich. Dieses Modell ist seit 2022 Geschichte.
Die Sanktionen gegen Russland haben Europa von einem verlässlichen und günstigen Energielieferanten abgekoppelt. Russland hat selbst während des Kalten Krieges und des Kommunismus zuverlässig geliefert. Plötzlich war dieser Energielieferant weg. Die Folge: Energiepreise stiegen dramatisch, die Industrie verlor an Wettbewerbsfähigkeit, und die Gefahr einer Gasknappheit war real. Gleichzeitig muss Europa jetzt erstmals beides selbst finanzieren: Sozialsystem und Armee. Amerika hat jahrzehntelang den Sicherheitsschirm gehalten, während Europa die Wirtschaftsüberschüsse ins Sozialsystem gesteckt hat. Dieses Modell ist unter Trump endgültig vorbei.
Warum der Green Deal Europa geschadet hat
Der europäische Green Deal war gut gemeint, aber wirtschaftlich verheerend umgesetzt. Das Problem war nicht das Ziel, sondern die Methode: Statt Technologieoffenheit und Anreize gab es Verbote und Zwang.
- Elektromobilitätszwang: Deutschland war Weltmarktführer im Benzinmotorbereich. Der erzwungene Schwenk zur Elektromobilität hat diesen Vorsprung zerstört, ohne dass die Kunden das wollten oder der Markt bereit war. In Stuttgart gibt es keine Gewerbesteuer mehr, weil Automobilzulieferer schließen müssen.
- Heizungsgesetz: Jeder in Deutschland sollte praktisch eine Wärmepumpe kaufen, ein Gesetz, das von Anfang an undurchführbar war und Milliarden vernichtet hat.
- Luftverkehr: Übertriebene Regulierung und Verteuerung haben das innerdeutsche Flugnetz faktisch zerstört.
- Lieferkettengesetz: Ein bürokratisches Monster, das Konzernen riesigen Aufwand macht und niemanden wirklich schützt, während andere Länder darüber lachen.
Frankreich, Italien und andere Länder kämpfen mit denselben Problemen in der Automobilindustrie. Das ist kein Zufall, das ist das direkte Ergebnis ideologischer Politik, die sich nicht an der Realität des Marktes orientiert.
Überregulierung: Wie Europa sich selbst bremst
Europa reguliert sich in die Bedeutungslosigkeit. Das zeigt sich in drei besonders gravierenden Bereichen:
Datenschutz und KI-Regulierung: Die besten KI-Produkte der Welt werden für Europa nicht mehr freigeschaltet oder erst mit Monaten Verzögerung. Während Amerika und China mit Vollgas an der KI-Zukunft bauen, bastelt Brüssel am nächsten Regulierungsrahmen. Im KI-Bereich werden in den nächsten Jahren enorme Mengen Wohlstand geschaffen, Europa spielt dabei nur noch die zweite Geige.
Bankenregulierung und Krypto: MiCA, die europäische Kryptoregulierung, sorgt dafür, dass interessante Produkte wie Binance Futures Trading in Europa gar nicht mehr angeboten werden. Digitale Banken werden im Wachstum behindert. Das Ergebnis: Wohlstandsgewinne entstehen woanders.
Gesellschaftsrecht und Kapitalmarkt: In Amerika können Mitarbeiter einfach und günstig am Unternehmen beteiligt werden. Aus dieser Beteiligung entstehen Multimillionäre, die wiederum investieren und gründen. In Deutschland muss ein Mitarbeiter auf Aktienoptionen bereits Steuern zahlen, bevor er auch nur einen Cent in der Hand hat. Es gibt keinen einheitlichen europäischen Kapitalmarkt, keine vergleichbaren Börsengänge. In den letzten 20 bis 30 Jahren wurden in Amerika seitenweise Unternehmen mit einem Wert von über 1 Milliarde Euro gegründet. In Europa muss man lange suchen, und ab 10 Milliarden Euro Unternehmenswert wird die Liste sehr dünn.
Was ist eine Rent-Seeking Economy und warum schadet sie Europa?
In Amerika entstehen Unternehmen, die etwas Neues schaffen: ChatGPT, Cloud-Dienste, neue Plattformen. Diese Unternehmen werden von Millionen Menschen genutzt und schaffen echten Wohlstand. In Europa passiert etwas anderes. Dort entstehen Firmen, die Grosskonzernen und staatlichen Stellen dabei helfen, bestehende Dinge DSGVO-konform und AI-Act-regelkonform zu machen. Das kostet 100.000 Euro oder mehr pro Projekt, bringt aber keinen echten Mehrwert.
Laut Gerald Hörhan ist das die Definition einer Rent-Seeking Economy (= Wirtschaft, in der Geld verdient wird, ohne echten Mehrwert zu schaffen): Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Firmen entstehen, die dabei helfen, diese Regeln zu erfüllen. Das ist wirtschaftlich gesehen Verschwendung. Aus 25 Jahren Beobachtung des europäischen Wirtschaftsraums ist klar: Auch komplexes Steuerrecht und Gesellschaftsrecht führen dazu, dass Unternehmer und Dienstleister Ressourcen damit verschwenden, Dinge zu optimieren, die in einem einfacheren System gar nicht notwendig wären. Man kann in einer Rent-Seeking Economy viel Geld verdienen, aber für die Gesamtheit der Bevölkerung führt sie zu fallendem Wohlstand.
Demografie, Zuwanderung und politische Radikalisierung
Europa bekommt zu wenige Kinder. Das ist keine Meinung, das ist Statistik. Weniger Kinder bedeuten weniger Arbeitskräfte, weniger Wirtschaftsleistung und weniger Wohlstand. In Amerika wird dieses Problem primär durch Zuwanderung gelöst. In Europa wurde Zuwanderung politisch so schlecht gehandhabt, dass sie das Problem nicht löst, sondern in vielen Fällen verschärft hat.
Zuwanderung, die dem Land nutzt, muss so gestaltet sein, dass die zugewanderten Menschen rasch in den Arbeitsprozess integriert werden. Das ist in Europa in vielen Fällen nicht passiert. Die Fehler bei der Ausgestaltung der Zuwanderungspolitik sind teilweise reversibel, teilweise aber auch nicht mehr rückgängig zu machen.
Die Folge ist politische Radikalisierung. In Frankreich steht Le Pen gegen Mélenchon, Rechtspopulist gegen Kommunist. In Österreich gewinnt die KPÖ. Sowohl Rechtspopulismus als auch Kommunismus haben in der Geschichte noch nie zu nachhaltigem Wohlstand geführt. Argentinien ist das beste Beispiel: Einst eines der reichsten Länder der Welt, heute nach Jahrzehnten der Misswirtschaft mit 4 oder 5 Staatspleiten und Kapitalverkehrskontrollen.
Was bedeutet das für dich als Investor?
Europas Wohlstand ist nicht verloren, aber er fällt. Wer zur wirtschaftlichen Elite gehört, Gas gibt und tüchtig ist, kann auch in einer Rent-Seeking Economy viel Geld verdienen. Es ist nur eine andere Art des Geldverdienens. Für die Mittelschicht aber bedeutet der fallende Wohlstand Europas einen echten Kaufkraftverlust. Stand 2026 gibt es kurzfristig wenig Hoffnungsschimmer auf strukturelle Verbesserungen.
Konkret heißt das: Wer sich auf die Mittelschicht verlässt und nicht aktiv investiert, muss damit rechnen, dass sein Lebensstandard in den nächsten Jahren erheblich sinken wird. Wer dagegen in echte Assets investiert, also Immobilien in guten Lagen, Aktien und Sachwerte, schützt sich vor dem schleichenden Wohlstandsverlust. In der Praxis gilt: Still time to make money, aber nur für diejenigen, die sich anstrengen und die Spielregeln kennen.
Europas Wohlstand
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Warum verliert Europa wirtschaftlich gegenüber Amerika an Boden?
Seit 2010 hat Amerika Europa wirtschaftlich klar überholt. Europa hat nach Corona die Arbeitszeiten nicht wieder auf das alte Niveau gebracht, hat sich durch den Ukrainekrieg von günstiger russischer Energie abgekoppelt, und hat durch ideologische Politik wie den Green Deal und das Heizungsgesetz seiner Industrie massiv geschadet. Amerika reagierte dagegen flexibler und profitiert von einem dynamischeren Kapitalmarkt mit deutlich weniger Regulierung.
Was ist eine Rent-Seeking Economy und warum schadet sie dem Wohlstand?
Eine Rent-Seeking Economy ist ein Wirtschaftssystem, in dem Geld verdient wird, ohne echten Mehrwert zu schaffen. In Europa entstehen immer mehr Firmen, die Unternehmen dabei helfen, bürokratische Regeln zu erfüllen, etwa DSGVO-Konformität oder AI-Act-Compliance. Das kostet bis zu 100.000 Euro pro Projekt, bringt aber keinen gesellschaftlichen Wohlstand. Je mehr Regeln es gibt, desto stärker wird dieses Muster.
Wie hat der Green Deal der europäischen Industrie geschadet?
Der Green Deal hat durch Verbote statt Anreize gewirkt. Der Elektromobilitätszwang hat Deutschland als Weltmarktführer im Benzinmotorbereich geschwächt, ohne dass der Markt bereit war. In Stuttgart gibt es keine Gewerbesteuer mehr, weil Automobilzulieferer schließen. Das Heizungsgesetz war von Anfang an undurchführbar. Das Lieferkettengesetz schafft bürokratischen Aufwand ohne Nutzen, während andere Länder davon befreit sind.
Lohnt es sich noch, in Europa zu investieren?
Ja, aber mit Strategie. Laut Gerald Hörhan kann man in einer Rent-Seeking Economy viel Geld verdienen, wenn man zur wirtschaftlichen Elite gehört und die Spielregeln kennt. Wer in echte Assets wie Immobilien in guten Lagen oder Aktien investiert, schützt sich vor dem schleichenden Wohlstandsverlust. Für die Mittelschicht, die passiv bleibt, ist der Wohlstandsrückgang aber kaum aufzuhalten.
Wird Europa das neue Lateinamerika?
Noch nicht. Europa hat über Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg enormen Wohlstand aufgebaut, der als Puffer wirkt. Aber die strukturellen Parallelen zu Argentinien sind real: politische Instabilität, Misswirtschaft, Rent-Seeking Economy und politische Radikalisierung. Wenn Europa weiterhin strategisch falsche Entscheidungen trifft, ist der Weg vorgezeichnet, er dauert nur länger als in Lateinamerika.

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