Geopolitik Krieg ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 wieder ein reales Thema in Europa. Laut Gerald Hörhan ist ein direkter NATO-Russland-Krieg zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht mehr null. Wirtschaftlich sind wir bereits in einer Art Kriegswirtschaft: Rüstungsausgaben steigen weltweit auf Rekordhöhen, Währungen werden entwertet, Inflation bleibt hoch. Wer sein Vermögen schützen will, braucht harte Assets wie Gold, Bitcoin und Immobilien in stabilen Lagen.
Geopolitik Krieg: Warum die Welt seit 2022 eine andere ist
Geopolitik Krieg ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine kein abstraktes Thema mehr. Überall auf der Welt steigen Konflikte, Rüstungsausgaben erreichen Rekordhöhen, und Begriffe wie Wehrpflicht oder Atomwaffen tauchen wieder in deutschen Zeitungen auf. Als jemand, der seit 25 Jahren Finanzmärkte beobachtet, sage ich dir klar: Wir befinden uns in einer neuen geopolitischen Ära, und wer das ignoriert, macht einen teuren Fehler. Der Economist titelte bereits "Sind wir bereit, für unser Land zu sterben?" – das war vor wenigen Jahren noch undenkbar.
Welche globalen Konflikte bedrohen Europa konkret?
Das Thema Geopolitik Krieg hat viele Schauplätze. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist der offensichtlichste Konflikt in Europa. Russland hat die Ukraine überfallen, die Ukraine verteidigt sich mit westlichen Waffen. Dazu kommen der Taiwan-Konflikt, wo China zunehmend aggressiver auftritt, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, wo Kim Jong-un offen mit Atomwaffen droht, sowie Konflikte im Mittleren Osten zwischen Israel, dem Iran und der Hamas.
In Afrika gab es in Burkina Faso, dem Sudan und anderen Ländern Putsche und Bürgerkriege. Venezuela hat seinen Nachbarn Guyana wegen Ölreserven bedroht. Egal wohin man schaut: Die Häufigkeit und globale Verteilung von Konflikten hat massiv zugenommen.
- Europa: Russland-Ukraine-Krieg, Baltikum-Bedrohung durch Putin
- Asien: Taiwan-Konflikt, Nordkorea, Indien-Pakistan mit Atomwaffen auf beiden Seiten
- Mittlerer Osten: Israel-Hamas, Israel-Iran, Jemen-Konflikt
- Afrika: Sudan-Bürgerkrieg, Putsche in Burkina Faso und anderen Ländern
- Lateinamerika: Venezuela droht Guyana wegen Ölreserven
Droht tatsächlich ein Geopolitik-Krieg in Deutschland oder Europa?
Es gibt zwei Denkschulen. Die erste sagt: Wenn die Ukraine verliert, wird Putin nicht aufhören und das Baltikum angreifen, was einen NATO-Russland-Konflikt auslöst. Die zweite sagt: Ein Waffenstillstand beendet den Konflikt, und danach kehrt die Welt zur Tagesordnung zurück.
Laut meiner Einschätzung ist ein direkter Krieg im NATO-Raum nach wie vor sehr unwahrscheinlich, aber nicht mehr null. Das ist der entscheidende Unterschied zu vor 2020. Damals war Krieg in Europa praktisch undenkbar. Heute ist es eine sehr geringe, aber reale Möglichkeit, vergleichbar mit einem schweren Autounfall oder einem Flugzeugabsturz. Du wirst nicht automatisch sterben, wenn das Flugzeug abstürzt, aber das Risiko ist nicht null.
„Man muss die Situation wachsam verfolgen und gegebenenfalls flexibel sein, auf verschiedene Arten von Krisen zu reagieren. Aber man sollte sich nicht von Weltuntergangsszenarien verrückt machen lassen." – Gerald Hörhan
Was ist das Taiwan-Szenario und warum ist es so gefährlich?
Taiwan ist der weltweit größte Chiphersteller. Ein Konflikt dort hätte Auswirkungen, die fünfmal schlimmer wären als die Corona-Lieferkettenprobleme. Gleichzeitig ist China für viele westliche Konzerne der größte Absatzmarkt. Sanktionen gegen China würden die Weltwirtschaft dramatisch ins Trudeln bringen.
Das Szenario hat viele Graustufen: Von leichten Blockaden und Cyberattacken bis hin zu einem direkten Krieg zwischen Amerika und China. Sollte es zu einem direkten amerikanisch-chinesischen Krieg kommen, würden sich schnell Bündnisse bilden: Russland, Nordkorea, Pakistan und der Iran auf Chinas Seite, die gesamte NATO, Australien, Japan und Südkorea auf amerikanischer Seite. Das wäre faktisch ein Weltkrieg mit einem Weltwirtschaftskollaps als Folge.
Wie wirkt sich Geopolitik Krieg auf Finanzmärkte aus?
Geopolitik Krieg ist heute einer der wichtigsten Treiber der Finanzmärkte. Als der Iran im April 2024 Raketen auf Israel abschoss, fiel Bitcoin in wenigen Stunden um fast 10 Prozent. Als das Atomkraftwerk Saporischschja Anfang März 2022 beschossen wurde, verachtfachten sich Flugtickets von Frankfurt nach Las Palmas innerhalb von zwei Stunden. Die Märkte reagieren auf geopolitische Schocks sofort und brutal.
Die Auswirkungen auf einzelne Asset-Klassen sind komplex:
- Währungen: In echten Kriegswirtschaften werden Währungen praktisch wertlos. Der Dollar bleibt als relativer Safe Haven stärker, verliert aber ebenfalls Kaufkraft.
- Anleihen: Stark gefährdet. Steigende Zinsen, Insolvenzrisiken bei Emittenten, Kaufkraftverlust durch Inflation. Eine deutsche Bundesanleihe mit 2,5 Prozent Zinsen verliert massiv an Wert, wenn die Zinsen auf 7 Prozent steigen.
- Aktien: Gemischt. Rüstungskonzerne profitieren enorm. Tourismus und exportabhängige Branchen leiden. Inflationsgewinner wie Amazon können nominal steigen.
- Gold: In den 1970er Jahren hat sich der Goldpreis vervierfacht. Gold ist ein harter Vermögenswert mit einem langen Track-Record durch Kriege und Krisen.
- Bitcoin: Maximale Mobilität als Fluchtwährung, aber noch kein langer Krisentrack-Record. 21 Millionen Bitcoin sind das Limit, was bei Währungsentwertung stark für Bitcoin spricht.
Kriegswirtschaft und Inflation: Warum wir schon mittendrin sind
In der Praxis befinden wir uns bereits in einer Art Teilkriegswirtschaft. Die Bundeswehr investiert 100 Milliarden Euro Sondervermögen in Aufrüstung. In Amerika werden Rekordsummen für Rüstung ausgegeben. Russland hat auf Kriegswirtschaft umgestellt. China erhöht seine Verteidigungsausgaben massiv. Rüstungskonzerne haben volle Auftragsbücher, ihre Aktienkurse steigen entsprechend.
Das Resultat ist klassisch: Staaten geben mehr aus als sie einnehmen. Geld wird gedruckt, Kaufkraft sinkt. Kriege haben historisch immer zu Inflation geführt, schon in der Antike haben Könige Goldmünzen mit Blei gemischt, um mehr Münzen produzieren zu können. Heute nennt sich das Quantitative Easing. In einer echten Kriegswirtschaft können die Zinsen bei 20 bis 30 Prozent liegen, während die Inflation 100 Prozent erreicht. In solchen Szenarien steigen paradoxerweise sogar Immobilienpreise, weil die Inflation die Zinsen übersteigt, wie man in Caracas beobachten kann.
Wie schützt du dein Vermögen in turbulenten Zeiten?
Aus meiner Sicht als Investor mit langjähriger Erfahrung gibt es klare Handlungsempfehlungen, ohne in Panik zu verfallen:
- Liquidität und Mobilität: Du solltest in der Lage sein, dein Land schnell zu verlassen. Genug liquide Vermögenswerte, die transportierbar sind.
- Gold und Edelmetalle: Physische Goldmünzen und Goldbarren haben Jahrhunderte von Kriegen und Krisen überlebt. Historisch entsprechen etwa 10 Kilogramm Gold dem Wert eines guten Hauses in einer Metropole wie Wien oder London.
- Bitcoin und Krypto: Als Fluchtwährung unschlagbar mobil. 20 oder 30 Millionen Euro in Bitcoin kannst du mit einem USB-Stick mitnehmen. Viele Russen, die 2022 geflüchtet sind, haben davon profitiert.
- Immobilien in stabilen Metropolen: Wien, London, New York haben auch schwere Krisen überlebt. Selbst in der Ukraine sind die Preise in Lemberg heute höher als vor dem Krieg, weil Flüchtlinge Wohnraum nachfragen.
- Wehrpflicht im Blick behalten: In Kriegs- oder Vorkriegssituationen ist das Risiko, eingezogen zu werden, die größte persönliche Gefahr. Wer rechtzeitig handelt, hat mehr Optionen.
Ist das alles Schwarzmalerei oder reale Analyse?
Ich bin Optimist. Ich glaube, dass die Welt aus turbulenten Phasen immer wieder einen positiven Ausweg gefunden hat. Die 1970er Jahre mit Ölschock, Stagflation und geopolitischen Spannungen endeten Anfang der 1980er Jahre mit einer Kehrtwende. Irgendwann kommen Politiker an die Macht, die wieder auf Zusammenarbeit setzen statt auf Konfrontation.
Das dritte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts ist geprägt von deutlich größeren Turbulenzen als die Jahrzehnte davor. Radikalisierung auf beiden Seiten des politischen Spektrums, Deglobalisierung, Wirtschaftskriege, Cyberangriffe: Das sind Realitäten, die man nicht ignorieren kann. Geopolitik Krieg ist kein Thema mehr, das man in Geschichtsbücher verbannen kann. Wer finanziell und geografisch flexibel ist, schläft ruhiger. Und selbst wenn ein Konflikt kommt, gibt es immer viele Graustufen. Die Wahrscheinlichkeit des schlimmsten Szenarios ist und bleibt sehr gering.
Geopolitik Krieg
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Wie wahrscheinlich ist ein Krieg in Deutschland oder Europa?
Laut Gerald Hörhan ist ein direkter Krieg im NATO-Raum oder in der EU sehr unwahrscheinlich, aber nicht mehr völlig ausgeschlossen. Der Unterschied zu früher: Vor 2020 war das Thema praktisch eine Nulloption. Heute ist es eine denkbare, wenn auch sehr geringe Möglichkeit, vergleichbar mit dem Risiko eines schweren Autounfalls.
Was passiert mit Immobilien im Kriegsfall?
Immobilien in großen Metropolen erweisen sich historisch als überraschend resilient. In Kiew fielen die Preise zu Kriegsbeginn um 30 bis 55 Prozent, in Lemberg um 25 Prozent. Danach stiegen die Mieten in Lemberg wieder über das Vorkriegsniveau. Nur bei Atomwaffen oder direkter Frontlage ist der Totalverlust wahrscheinlich.
Wie schütze ich mein Vermögen vor Kriegswirtschaft und Inflation?
Harte Vermögenswerte sind der beste Schutz: Gold hat in Krisen historisch seinen Wert gehalten und sich in den 1970er Jahren vervierfacht. Bitcoin bietet maximale Mobilität, hat aber noch keinen langen Krisentrack-Record. Immobilien in stabilen Lagen und liquide Mittel runden das Portfolio ab.
Was bedeutet Kriegswirtschaft für meine Investments?
Kriegswirtschaft bedeutet Inflation: Staaten geben mehr aus als sie einnehmen, Geld wird gedruckt, Kaufkraft sinkt. Anleihen verlieren real an Wert, Rüstungsaktien steigen, Tourismusaktien fallen. Wer in zinssensitive Assets investiert ist, muss bei stark steigenden Zinsen mit erheblichen Kursverlusten rechnen.
Droht durch Trump eine Schwächung der NATO und mehr Kriegsgefahr?
Trump hat angedeutet, NATO-Staaten, die das 2-Prozent-Ziel der Verteidigungsausgaben nicht erfüllen, nicht zu schützen. Deutschland liegt noch unter dieser Schwelle. Eine zweite Trump-Amtszeit könnte die Geopolitik deutlich destabilisieren, gleichzeitig aber auch einen schnelleren Waffenstillstand in der Ukraine ermöglichen.

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