Homeoffice und sinkende Arbeitsanreize gefährden den Wohlstand in Österreich und der westlichen Welt. Wer nicht bereit ist, Vollgas zu geben, verliert langfristig gegenüber ehrgeizigeren Ländern. Laut Gerald Hörhan und dem Wirtschaftsanwalt Kevan Raseger braucht es dringend neue Steueranreize, damit Vollzeitarbeit sich wieder lohnt. Seit Corona ist die Kaufkraft um rund 30 Prozent gesunken. Wer jetzt trotzdem Gas gibt, hat goldene Zeiten vor sich.
Homeoffice Wohlstand: Was wirklich auf dem Spiel steht
Die Frage, ob Homeoffice und Wohlstand sich vertragen, ist keine akademische Debatte mehr. Laut Gerald Hörhan steht der wirtschaftliche Wohlstand ganzer Volkswirtschaften auf dem Spiel, wenn Leistungsbereitschaft und Arbeitsanreize systematisch erodieren. Der Zusammenhang zwischen Homeoffice, Wohlstand und Arbeitskultur ist direkter, als viele wahrhaben wollen. Zusammen mit Wirtschaftsanwalt Kevan Raseger, einem der führenden Gesellschaftsrechtler Österreichs mit Büros in Wien, New York und Denver, diskutiert Hörhan die Kernfrage: Verliert der Westen seinen Vorsprung, weil immer mehr Menschen weniger arbeiten wollen?
Die Antwort ist unbequem. Nicht Homeoffice an sich ist das Problem, sondern die Mentalität, die dahintersteckt. Wenn Arbeitnehmer und Selbstständige primär fragen, wie viele Urlaubstage sie haben und wann sie wieder vom Laptop wegkönnen, dann fehlt der Antrieb, der Volkswirtschaften nach vorne bringt. Homeoffice und Wohlstand passen zusammen, aber nur wenn der Geist des Vollgas erhalten bleibt.
Die Mentalitätsfalle: Wenn Homeoffice zur Ausrede wird
Laut Gerald Hörhan hört man aus dem Recruiting-Markt seit Jahren dasselbe Echo: Bewerber wollen zwei bis drei Tage Homeoffice, möglichst keine Karriereambitionen, dafür viel Freizeit und Spaß. Kevan Raseger bestätigt das aus seiner Kanzlei und von Mandanten quer durch die österreichische Wirtschaft. Die Generation, die nach der Pandemie in den Arbeitsmarkt kam, hat einen anderen Blick auf Leistung.
Das Problem ist nicht, dass Menschen Flexibilität wollen. Das Problem entsteht, wenn niemand mehr bereit ist, wirklich Gas zu geben. In einer globalisierten Wirtschaft konkurriert Österreich nicht nur mit Wien oder Berlin, sondern mit Ländern, in denen der Hunger nach Erfolg deutlich spürbarer ist. Aus 25 Jahren Investmenterfahrung weiß Hörhan: Wer auf dem Plateau bleibt, fällt zurück. Homeoffice Wohlstand ist kein Automatismus, sondern das Ergebnis von Disziplin und Leistungswillen.
„Wohlstand kannst du nicht erreichen, weder als Individuum noch als Land, wenn niemand was arbeitet." (Gerald Hörhan)
Das Fußball-Analogon trifft es gut: Ein Spieler, der Profi werden will, fragt nicht nach 9-to-5-Zeiten und Urlaubstagen. Er will spielen, besser werden, gewinnen. Wirtschaft funktioniert nach denselben Prinzipien. Wer nur auf den Freitag wartet, baut keinen Wohlstand auf, weder persönlich noch als Gesellschaft.
Welche Branchen kein Homeoffice vertragen
Kevan Raseger macht einen wichtigen Punkt: Man muss stark nach Industrien differenzieren. Es gibt Bereiche, in denen Homeoffice schlicht nicht funktioniert und wo das Wohlstandsversprechen direkt von physischer Präsenz abhängt:
- Krankenhaus und Pflege: Ärzte und Krankenschwestern müssen vor Ort sein, gerade wenn es dem Patienten schlecht geht.
- Polizei und öffentliche Sicherheit: Einsatzkräfte, die im Notfall innerhalb von Minuten erreichbar sind.
- Bildung: Kinder brauchen echte Betreuung und soziale Interaktion, keine YouTube-Lehrerinnen aus dem Homeoffice.
- Handel und Gastronomie: Wer an der Wursttheke steht oder Gäste bedient, kann nicht remote arbeiten.
- Handwerk und Bauwirtschaft: Physische Präsenz ist die Grundvoraussetzung jeder handwerklichen Leistung.
Für Tätigkeiten wie Programmieren, Online-Marketing, Immobilienverwaltung oder Customer Support hingegen ist der Arbeitsort oft tatsächlich egal. In diesen Bereichen kann Homeoffice sogar produktiver sein, wenn die Leistung stimmt und die Motivation aus Leidenschaft kommt. Homeoffice und Wohlstand sind hier kein Widerspruch, solange Ergebnisse zählen und nicht Anwesenheit.
Warum sinkende Arbeitsanreize Österreich zurückwerfen
Arbeitsanreize in Österreich sind seit Jahren ein strukturelles Problem. Wer in Österreich Vollzeit arbeitet und gut verdient, zahlt bis zu 50 Prozent Einkommensteuer. Das ist kein Anreiz, sondern ein Bremsklotz für jeden, der mehr leisten will. In der Praxis zeigt sich: Wenn das Nettoeinkommen trotz Vollzeiteinsatz kaum über dem liegt, was Teilzeit bringt, dann entscheiden sich immer mehr Menschen für weniger.
Laut Gerald Hörhan ist die Kaufkraft seit Corona real um rund 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig wollen immer mehr Menschen weniger arbeiten. Das Ergebnis ist paradox: Wer trotzdem Vollgas gibt, hat weniger Konkurrenz und damit bessere Chancen. Mangelwirtschaft schafft Opportunitäten für alle, die anpacken.
Die Lösung liegt nicht in Populismus, also nicht darin, nur untere oder nur obere Einkommen zu entlasten. Es braucht eine Steuerentlastung quer durch alle Progressionsstufen, damit Vollzeitarbeit sich für alle Einkommensgruppen wieder spürbar lohnt. Nur wer von seiner Arbeit einen fairen Anteil behalten darf, hat den Anreiz, mehr zu leisten und in die Wirtschaft zu reinvestieren.
Was macht einen effizienten Staat aus?
Kevan Raseger nennt die Schweiz, Dubai und Singapur als Beispiele für Staaten mit vergleichsweise effizienten Strukturen. Gemeinsam haben diese Länder: niedrige Steuern, klare Leistungsanreize und schlanke Verwaltung. Der US-amerikanische Staatsapparat dagegen ist, trotz allem wirtschaftlichen Erfolg, ein bürokratischer Koloss mit den schlechtesten Flughäfen der westlichen Welt.
Im öffentlichen Dienst Österreichs fehlen Leistungsanreize fast vollständig. Eine Richterin bekommt keinen Cent mehr, wenn sie zehn Akten perfekt abarbeitet statt einen mittelmäßig. Das System nimmt dem Einzelnen den Gusto, zu performen. Dabei ist ein guter Beamter Gold wert, er hält das Staatsgefüge zusammen.
Stand 2024 braucht es deshalb eine grundlegende Reform: nicht nur der Steuerstruktur in der Privatwirtschaft, sondern auch der Gehalts- und Anreizsysteme im öffentlichen Dienst. Nur wenn der Staat effizienter wird, hört die Privatwirtschaft auf, sich über Steuern zu ärgern, und beginnt, gerne zu zahlen.
Ist der Westen wirklich im Abstieg?
Kevan Raseger ist klar positiv eingestellt. Österreich ist eines der lebenswertesten Länder der Welt, Wien eine der besten Städte. Wohlstand, Frieden und Rechtsstaatlichkeit sind aber keine eingeloggten Zustände, sie sind Prozesse, an denen permanent gearbeitet werden muss.
Zwischen 1980 und 2020 gab es einen massiven Wohlstandsschub in der westlichen Welt. Seitdem bewegt sich die Kurve auf einem Plateau mit leicht fallender Tendenz. Das ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen. Wer glaubt, drei Generationen Wohlstand seien eine Garantie für die Zukunft, irrt sich gewaltig.
Wer jetzt Gas gibt, während andere pausieren, hat einen strukturellen Vorteil. Weniger Wettbewerb bedeutet mehr Marktanteile, höhere Margen und schnelleres Wachstum. Das gilt für Unternehmer genauso wie für ambitionierte Angestellte. Turbulente Zeiten brauchen tüchtige Menschen, die anpacken.
Was kannst du jetzt konkret tun?
In der Praxis, so Hörhan und Raseger, gibt es eine klare Reihenfolge für alle, die ihren persönlichen Wohlstand aufbauen wollen, unabhängig davon, ob sie im Homeoffice oder im Büro arbeiten:
- Prüfe, ob du aus Leidenschaft oder aus Pflicht arbeitest. Wer seine Arbeit als Freude empfindet, hüpft morgens aus dem Bett statt auf den Freitag zu warten.
- Nutze Homeoffice als Produktivitätswerkzeug, nicht als Ausrede. Wenn du von zu Hause produktiver bist, dann tu es. Wenn nicht, geh ins Büro.
- Investiere das, was du verdienst, zurück in die Wirtschaft. Wohlstand (= langfristiger Vermögensaufbau durch Reinvestition) entsteht nicht durch Konsum auf Pump.
- Fordere politisch Steuerreformen ein, die Vollzeitarbeit für alle Einkommensgruppen attraktiver machen.
- Positioniere dich jetzt, wenn andere zurückschrecken. Mangelwirtschaft und geringerer Wettbewerb sind eine Chance für alle, die Gas geben.
Laut Gerald Hörhan sind das goldene Zeiten für alle, die bereit sind, den Unterschied zu machen. Der Wohlstand von morgen wird von denen gebaut, die heute anpacken, egal ob vom Homeoffice oder vom Büro aus. Homeoffice Wohlstand ist möglich, aber er fordert mehr als nur Flexibilität: Er fordert Leistungswillen.
Homeoffice Wohlstand
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Schadet Homeoffice wirklich dem Wohlstand eines Landes?
Pauschal nein, aber in der Breite schon. Homeoffice funktioniert gut für Tätigkeiten wie Programmieren, Online-Marketing oder Immobilienverwaltung. Problematisch wird es, wenn die gesamte Gesellschaft die Leistungsbereitschaft verliert. Laut Gerald Hörhan und Kevan Raseger ist nicht das Homeoffice selbst das Problem, sondern die Mentalität dahinter: Wer nur noch auf den Freitag wartet, baut keinen Wohlstand auf.
Warum arbeiten jüngere Generationen weniger ambitioniert als frühere?
Die Pandemie hat einen nachhaltigen Dämpfer hinterlassen. Viele Arbeitnehmer, die nach dem Lockdown in den Arbeitsmarkt kamen, haben die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit neu gezogen. Dazu kommen hohe Steuern: Wer 50 Prozent seines Einkommens abgibt, verliert den Anreiz, mehr zu leisten. Kevan Raseger sieht das als systemisches Problem, nicht als individuelles Versagen.
Wie viel hat die Kaufkraft seit Corona verloren?
Laut Gerald Hörhan ist das Geld seit Corona real um rund 30 Prozent weniger wert geworden. Inflation, stagnierende Löhne und steigende Lebenshaltungskosten treffen vor allem die Mittelschicht. Wer trotzdem Vollzeit arbeitet und klug investiert, kann davon profitieren, weil weniger Konkurrenz im Markt ist.
Welche Länder haben effiziente staatliche Strukturen als Vorbild?
Kevan Raseger nennt die Schweiz, Dubai und Singapur als Beispiele für Kleinstaaten mit vergleichsweise effizienten Staatsapparaten. Diese Länder kombinieren niedrige Steuern, klare Anreize und schlanke Bürokratie. Österreich und Deutschland haben das Potenzial, aber noch zu viel Verwaltungsaufwand ohne Leistungsanreize im öffentlichen Dienst.
Was muss sich steuerlich ändern, damit Vollzeitarbeit attraktiver wird?
Laut Gerald Hörhan braucht es eine Steuerentlastung quer durch alle Progressionsstufen, nicht nur für untere oder obere Einkommen. Wer Vollzeit arbeitet, muss einen spürbaren Anteil seines Einkommens behalten dürfen, um Wohlstand aufzubauen und in die Wirtschaft reinvestieren zu können. 50 Prozent Spitzensteuersatz ist kein Anreiz, sondern ein Bremsklotz.

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