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Steuern sparen als Arbeitnehmer: 5 legale Hebel
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Steuern sparen als Arbeitnehmer: 5 legale Hebel

Als Angestellter zahlst du bis zu 50% Steuern, aber du musst das nicht einfach hinnehmen. Gerald Hörhan erklärt 5 konkrete Wege, wie du als Arbeitnehmer legal weniger Steuern zahlst und schneller Vermögen aufbaust.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Steuern sparen als Arbeitnehmer ist kein Privileg von Unternehmern. Mit dem Steuerausgleich holst du schnell 1.000 bis 1.500 Euro zurück. Sachleistungen vom Arbeitgeber wie Diensthandy oder Weiterbildungsreisen reduzieren deine Steuerlast ohne Gehaltserhöhung. Ein Elektro-Dienstwagen spart in Deutschland durch den 0,25%-Privatnutzungsanteil massiv. Wer Immobilien kauft und saniert, schreibt Kosten direkt ab. Ab 20.000 Euro Nebeneinkünften lohnt eine eigene GmbH mit 25 statt 50 Prozent Steuer.

Steuern sparen als Arbeitnehmer klingt für viele nach einem Widerspruch. Dabei ist Steuern die größte Einzelausgabe der meisten Angestellten, noch vor Miete und Lebensmitteln. Wer in Deutschland oder Österreich ein mittleres bis hohes Einkommen hat, gibt schnell 50% des Bruttogehalts an Finanzamt und Sozialversicherung ab. Das muss nicht so bleiben. Laut Gerald Hörhan gibt es mindestens fünf konkrete Hebel, mit denen du als Arbeitnehmer deine Steuerlast legal und nachhaltig senkst.

Steuerausgleich: Das kostenlose Geld, das die meisten liegen lassen

Der einfachste Weg beim Steuern sparen Arbeitnehmer ist der Steuerausgleich (auch: Steuererklärung). Viele Angestellte machen ihn schlicht nicht, weil sie das Thema für zu komplex halten. Das ist ein teurer Fehler.

In der Praxis lassen sich durch einen sauber gemachten Steuerausgleich Angestellter schnell 1.000 bis 1.500 Euro vom Finanzamt zurückholen. Hinzu kommt oft noch eine Rückerstattung aus der Sozialversicherung. Absetzbar sind unter anderem:

  • Kinderbetreuungskosten und Kinderfreibeträge
  • Bestimmte Versicherungsprämien (Kranken-, Berufsunfähigkeitsversicherung)
  • Pendlerpauschale für den Arbeitsweg
  • Kosten für Fachliteratur und Weiterbildung
  • Private Altersvorsorge (Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge)

Mein Rat: Sprich einmal mit einem Steuerberater. Die Investition von ein paar Hundert Euro amortisiert sich in der Regel im ersten Jahr mehrfach. Wer diesen Schritt nie macht, verschenkt Jahr für Jahr echtes Geld ans Finanzamt.

Sachleistungen vom Arbeitgeber: Mehr Netto ohne Gehaltserhöhung

Der zweite Hebel beim Steuern sparen Arbeitnehmer läuft über deinen Arbeitgeber. Jede Gehaltserhöhung kostet dich und deinen Arbeitgeber enorm viel. Der Arbeitgeber zahlt auf den Bruttobetrag noch 20 bis 30% Sozialversicherungsbeiträge drauf, und von dem, was bei dir ankommt, gehen nochmals bis zu 50% an Steuern und Sozialversicherung weg. Im Ergebnis bleiben von 1.000 Euro Gehaltserhöhung, die den Arbeitgeber 1.200 bis 1.300 Euro kostet, oft nur 350 bis 400 Euro netto in deiner Tasche.

Sachleistungen funktionieren anders. Wenn der Arbeitgeber dir statt einer Gehaltserhöhung ein Diensthandy, ein Notebook oder eine Kamera zur Verfügung stellt, die du auch beruflich nutzt, fließt dieses Geld unversteuert. Voraussetzung: Du nutzt die Geräte ordnungsgemäß für den Beruf, und der Arbeitgeber erlaubt eine Privatnutzung. Das Gerät bleibt Eigentum des Arbeitgebers, verliert aber schnell an Buchwert. Nach zwei bis drei Jahren kannst du es zum dann deutlich niedrigeren Buchwert erwerben.

Dasselbe gilt für Weiterbildungsreisen. Ein Online-Marketing-Seminar auf Mallorca, das der Arbeitgeber bezahlt, ist steuerfreier Sachbezug, sofern du tatsächlich an der Veranstaltung teilnimmst. Auch Essensgutscheine liegen bis zu bestimmten Freigrenzen außerhalb der Einkommensteuer.

„Wenn der Arbeitgeber 1.000 Euro Gehaltserhöhung kostet und dir davon 350 Euro netto bleiben, ist das eine schlechte Transaktion. Sachleistungen sind fast immer effizienter." – Gerald Hörhan

Elektro-Dienstwagen: Wie du als Arbeitnehmer Steuern sparen und ein Auto fast gratis fahren kannst

Für Angestellte, die dienstlich ein Auto benötigen, also im Vertrieb, Immobiliengeschäft, als Handelsvertreter oder bei mehreren Betriebsstandorten, ist der Elektro-Dienstwagen ein massiver Steuerhebel.

In Deutschland gilt: Kostet das Elektrofahrzeug unter 60.000 Euro Bruttolistenpreis, beträgt der Privatnutzungsanteil nur 0,25% pro Monat statt der üblichen 1% bei Verbrennern. Bei einem 40.000-Euro-Fahrzeug sind das 100 Euro monatlicher geldwerter Vorteil statt 400 Euro. Dazu kann sich der Arbeitgeber die Vorsteuer zurückholen. In Österreich ist bei Elektrofahrzeugen unter 40.000 Euro der volle Vorsteuerabzug möglich, zwischen 40.000 und 80.000 Euro noch anteilig.

Das Rechenbeispiel aus der Praxis: Statt einer Gehaltserhöhung von 1.000 Euro brutto vereinbarst du mit dem Arbeitgeber 500 Euro Gehaltserhöhung plus ein Elektrofahrzeug mit 500 Euro Leasingrate. Du fährst das Auto auch privat, der Privatnutzungsanteil ist minimal, und du hast netto mehr in der Tasche als mit der vollen Gehaltserhöhung. Über fünf Jahre Laufzeit summiert sich dieser Vorteil auf 15.000 bis 20.000 Euro.

Immobilien als Steuerhebel: Warum Ärzte und Notare das seit Jahrzehnten nutzen

Immobilien bieten beim Steuern sparen Arbeitnehmer das schwerste Geschütz, aber auch den größten Hebel. Besonders in Deutschland sind die Möglichkeiten bemerkenswert.

Wer eine sanierungsbedürftige Wohnung kauft und 15.000 Euro in die Sanierung investiert, kann diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen sofort steuerlich geltend machen. Bei einem Grenzsteuersatz von 50% zahlt das Finanzamt 7.500 Euro zurück. Gleichzeitig baust du Vermögen auf, das du nach aktueller Rechtslage in Deutschland nach zehn Jahren steuerfrei realisieren kannst.

In Österreich läuft die Abschreibung über 15 Jahre, was jährlich 500 Euro Steuerersparnis pro 15.000-Euro-Sanierung ergibt. Wer mehrere solcher Objekte kauft, kumuliert diese Ersparnis auf 1.000, 1.500 oder 2.000 Euro jährlich. Zusätzlich produziert die Vermietung unter Umständen steuerliche Verluste, die das Einkommen weiter reduzieren. In Österreich ist bei umsatzsteuerpflichtiger Vermietung auch der Vorsteuerabzug auf die Sanierungskosten möglich.

Kein Zufall, dass genau dieses Modell von Gutverdiener, Ärzten und Notaren genutzt wird, die per Gesetz keine GmbH haben dürfen. Immobilien sind das legale Steuersparmodell, das der Staat selbst ins Gesetz geschrieben hat.

Ab wann lohnt sich eine eigene GmbH auch als Angestellter?

Die meisten Angestellten glauben, eine GmbH sei nur für Unternehmer. Das ist falsch. Wer als Angestellter Nebeneinkünfte erzielt, ob aus Aktienhandel, Krypto, Immobilienhandel oder Freelance-Tätigkeiten, zahlt auf diese Einkünfte privat bis zu 50% Einkommensteuer plus Sozialversicherung.

In einer GmbH zahlt man in Österreich 25% Körperschaftsteuer, in Deutschland rund 30% (Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer). Bei 20.000 Euro Zusatzeinkünften macht das einen Unterschied von 5.000 Euro Steuer in der GmbH gegenüber 10.000 Euro privat. Die GmbH kostet in der Verwaltung rund 1.000 Euro pro Jahr und amortisiert sich damit schnell.

Besonders interessant wird es, wenn Familienmitglieder einbezogen werden. Ein Lebenspartner, der wenig verdient, oder Kinder ab 15 Jahren, die tatsächlich Aufgaben übernehmen (Research, Buchhaltung, Baustellen-Koordination), können über die GmbH geringfügig beschäftigt werden. Ihr Einkommen wird dann auf niedrigerem Steuerniveau versteuert, solange sie unter der Einkommensteuergrenze bleiben. Was steuerlich dargestellt wird, muss tatsächlich so gelebt werden. Wer Phantomjobs konstruiert, begeht Steuerbetrug. Wer echte Aufgaben verteilt, spart legal erheblich.

Was passiert, wenn du alle Hebel kombinierst?

Aus meiner Erfahrung mit Vermögensaufbau weiß ich: Der größte Fehler ist nicht, die falschen Investments zu machen. Der größte Fehler ist, zu viel Steuern zu zahlen, weil man sich nie damit beschäftigt hat. Steuern sind für die meisten Menschen die größte Ausgabe im Leben, noch vor der Miete.

Wer alle fünf Hebel konsequent nutzt, also Steuerausgleich, Sachleistungen, Elektrodienstwagen, Immobilien und GmbH, kann seine effektive Steuerquote als Arbeitnehmer von 50% auf 30% oder weniger senken. Das sind bei einem Jahresbrutto von 80.000 Euro schnell 10.000 bis 15.000 Euro mehr pro Jahr, die in den Vermögensaufbau fließen können. Aus diesen 15.000 Euro jährlich wird in zehn Jahren ein beachtliches Polster, das wiederum neue Investments ermöglicht.

Steuern sparen Arbeitnehmer ist kein Trick und kein Betrug. Es ist das Nutzen von Gesetzen, die der Staat selbst geschrieben hat. Wer das ignoriert, finanziert den Staat freiwillig mehr als nötig.

Steuern sparen Arbeitnehmer

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie viel Geld bekomme ich durch den Steuerausgleich als Angestellter zurück?

In vielen Fällen sind 1.000 bis 1.500 Euro Rückerstattung realistisch, wenn du Kinder, bestimmte Versicherungen oder Pendlerpauschalen geltend machst. Hinzu kommt oft eine Rückzahlung aus der Sozialversicherung. Wer seinen Steuerausgleich nie macht, verschenkt dieses Geld schlicht ans Finanzamt.

Kann mein Arbeitgeber mir ein Diensthandy oder Notebook steuerfrei zur Verfügung stellen?

Ja. Wenn du das Gerät auch beruflich benötigst und ordnungsgemäß einsetzt, kann der Arbeitgeber Handy, Notebook oder Kamera steuerfrei stellen. Das Gerät bleibt Eigentum des Arbeitgebers, verliert aber schnell an Wert und kann nach zwei bis drei Jahren zum Buchwert erworben werden.

Lohnt sich ein Elektro-Dienstwagen wirklich als Steuerersparnis?

Ja, besonders in Deutschland. Kostet das Elektroauto unter 60.000 Euro, beträgt der Privatnutzungsanteil nur 0,25% des Bruttolistenpreises pro Monat statt der üblichen 1%. Der Arbeitgeber kann zudem die Vorsteuer zurückholen. Über fünf Jahre Laufzeit summiert sich der Vorteil schnell auf 15.000 bis 20.000 Euro.

Wie funktioniert die Steuerersparnis bei Immobilien für Angestellte in Deutschland?

Sanierungskosten bei vermieteten Immobilien lassen sich in Deutschland sofort steuerlich abschreiben. Bei 15.000 Euro Sanierungskosten und einem Grenzsteuersatz von 50% bekommst du 7.500 Euro vom Finanzamt zurück. Nach zehn Jahren kannst du die Immobilie nach aktueller Rechtslage steuerfrei verkaufen.

Ab wann lohnt sich eine eigene GmbH als Angestellter?

Laut Gerald Hörhan rechnet sich eine GmbH ab etwa 20.000 Euro Zusatzeinkünften pro Jahr aus Nebentätigkeiten, Aktienhandel, Krypto oder Immobilienhandel. In der GmbH zahlst du in Österreich 25% Körperschaftsteuer, in Deutschland rund 30% statt privat bis zu 50% Einkommensteuer plus Sozialversicherung.

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