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US-Steuer Wertpapiere: Was Sektion 899 für dich bedeutet
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US-Steuer Wertpapiere: Was Sektion 899 für dich bedeutet

Trumps "Beautiful Bill" enthält Sektion 899: eine Strafsteuer von bis zu 20 % auf US-Wertpapiere für ausländische Anleger. Was das für dein Portfolio bedeutet und wie du dich schützt, analysiert Gerald Hörhan.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Die US-Steuer auf Wertpapiere kommt durch Sektion 899 in Trumps "Beautiful Bill": Ausländische Besitzer von US-Aktien und US-Staatsanleihen sollen zunächst 5 %, langfristig bis zu 20 % Strafsteuer zahlen. Für österreichische und deutsche Anleger bedeutet das: Wer heute 5 % Rendite auf US-Treasuries erzielt, könnte am Ende nur noch 3 % behalten. Kombiniert mit möglichen Änderungen bei Doppelbesteuerungsabkommen droht eine Gesamtbelastung von 40 bis 45 %. Laut Gerald Hörhan ist das ein klares Signal, das Portfolio in Richtung europäischer Aktien, Gold, Bitcoin oder Stablecoins umzuschichten.

US-Steuer Wertpapiere: Was steckt hinter Sektion 899?

Die neue US-Steuer Wertpapiere, versteckt in Trumps sogenannter "Beautiful Bill", könnte das Investitionsverhalten von Millionen ausländischer Anleger grundlegend verändern. Sektion 899 sieht vor, dass Besitzer von US-Aktien, US-Staatsanleihen und anderen US-Wertpapieren aus sogenannten "diskriminierenden Ländern" eine Strafsteuer zahlen sollen: zunächst 5 %, langfristig bis zu 20 %. Noch ist vieles unklar, aber die Richtung ist eindeutig.

Wer als österreichischer oder deutscher Anleger heute eine Microsoft-Aktie hält oder US-Treasuries kauft, muss damit rechnen, dass ein erheblicher Teil der Rendite künftig weggesteuert wird. Laut Gerald Hörhan ist die US-Steuer Wertpapiere kein theoretisches Szenario mehr, sondern ein konkretes politisches Vorhaben, das man ernst nehmen muss.

So funktioniert die aktuelle Besteuerung von US-Wertpapieren

Zum besseren Verständnis: Derzeit behält Amerika auf Dividenden und Zinserträge eine 30-prozentige Quellensteuer ein. Über das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland und Österreich können 15 % gegen die heimische Kapitalertragsteuer gegengerechnet werden. Die anderen 15 % lassen sich in einem aufwendigen Verfahren vom US Treasury Department zurückholen.

Bei Kursgewinnen sieht die Sache anders aus: Auf Capital Gains behält Amerika in vielen Fällen keine Quellensteuer ein. Wer eine Microsoft-Aktie kauft und mit Gewinn verkauft, zahlt in Amerika nichts. Ebenso bei Zero-Coupon-Anleihen: Kaufst du einen US-Treasury für 95 und er wird zu 100 ausgezahlt, bleibt der Gewinn in Amerika steuerfrei. Besteuert wird nur in Österreich oder Deutschland.

  • Dividenden und Zinsen: 30 % US-Quellensteuer, davon 15 % anrechenbar, 15 % rückforderbar
  • Kursgewinne (Capital Gains): Derzeit keine US-Quellensteuer für ausländische Anleger
  • In der GmbH: In Deutschland nur 1,5 % Steuer auf Kursgewinne aus Aktien, plus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
  • Privat: Kapitalertragsteuer in Österreich und Deutschland auf alle Erträge

Was die US-Steuer Wertpapiere konkret für deine Rendite bedeutet

Sektion 899 dreht dieses System auf den Kopf. Wenn du heute eine Zero-Coupon-Anleihe auf US-Treasuries für 95 kaufst und sie nach einem Jahr zu 100 ausgezahlt bekommst, hast du rund 5 % Rendite gemacht. Kommt die Strafsteuer in voller Höhe von 20 %, werden davon 20 % einbehalten, deine Rendite schrumpft auf 4 %. Und wenn das Doppelbesteuerungsabkommen nicht angepasst wird, zahlst du in Österreich oder Deutschland obendrauf noch einmal Kapitalertragsteuer. Am Ende bleiben vielleicht 3 % übrig.

Das entspricht einer Gesamtbelastung von 40 bis 45 %. Für einen Anleger, der sich mit 5 % Rendite auf US-Staatsanleihen sicher gefühlt hat, ist das ein massiver Einschnitt. Laut Gerald Hörhan ist genau das der Punkt, an dem US-Wertpapiere für ausländische Investoren schlicht unattraktiv werden.

„Du hast nichts davon, wenn du sagst, ich mache einen guten Gewinn, aber dann ist die Hälfte wieder weg. Das ist dann natürlich deutlich weniger attraktiv." – Gerald Hörhan

Warum droht ein Shift aus US-Assets?

Die Logik ist einfach: Wenn ich auf amerikanische Aktien und Anleihen zusätzliche Steuern zahle, auf europäische aber nicht, dann werde ich tendenziell mehr in Europa investieren. Dieser sogenannte "Shift aus US-Assets" ist nicht bloße Theorie. Er hat schon funktioniert, als Berlusconi in Italien durch steigende Anleiherenditen zum Rücktritt gezwungen wurde, oder als Liz Truss in Großbritannien ein unfinanzierbares Budget vorlegte und die Finanzmärkte das englische Pensionssystem beinahe zum Kollaps brachten.

Stand 2025 halten China, Japan und andere Länder zusammen Billionen Dollar an US-Staatsanleihen. China ist unzufrieden mit der US-Zollpolitik, den Chip-Exportbeschränkungen und Visa-Entzügen für chinesische Studenten. Die Sektion 899 Strafsteuer könnte der Auslöser sein, einen Teil dieser Bestände zu verkaufen. Das würde die Renditen auf 10-jährige US-Staatsanleihen weiter in Richtung 5 % treiben. Und 5 % sind keine harmlose Zahl.

Warum sind 5 % Zinsen auf US-Staatsanleihen so gefährlich?

Derzeit liegt der Zinssatz für 10-jährige US-Staatsanleihen bei rund 4,4 %. Das klingt moderat. Aber der US-Staat hat ein Budgetdefizit von 6 % der Wirtschaftsleistung, deutlich über den EU-Stabilitätskriterien von 3 %. Wenn die Zinsen auf 5 % oder mehr steigen, wird die Refinanzierung der Staatsschulden massiv teurer. Pensionskassen, die langfristige Anleihen halten, müssen Kursverluste ausweisen. Und die gesamte Kreditvergabe der Banken verteuert sich, weil sie die US-Treasuries als Refinanzierungsbasis nehmen.

In der Praxis hat Trump im April 2025 genau das erlebt: Als die Zinsen auf 10-jährige US-Staatsanleihen Richtung 5 % liefen und die Börsen kollabierten, ruderte er bei den Zöllen zurück und ließ Powell vorerst im Amt. Selbst der mächtigste Präsident der Welt muss auf die Anleihemärkte hören.

Was ist Monetarisierung der Staatsschulden, und warum droht sie 2026?

Monetarisierung der Staatsschulden bedeutet: Die Zentralbank kauft Staatsanleihen und erhöht damit die Geldmenge. Das ist die letzte Eskalationsstufe. Wenn ausländische Käufer wegbleiben, der Staat 1.000 Milliarden Dollar Anleihen anbietet, aber nur 600 Milliarden Käufer findet, muss die Fed einspringen. Die Fed kauft die restlichen 400 Milliarden, druckt dafür Geld, und die Geldmenge explodiert.

Das Ergebnis ist Inflation. Genau das passierte in der Coronazeit, als Fed und EZB ihre Bilanzen auf rund 8.000 Milliarden Dollar aufblähten. Die Folge waren 10 bis 12 % offizielle Inflation, faktisch für viele Menschen noch deutlich mehr. Jetzt kommt 2026 ein kritischer Moment: Powell geht im Mai 2026 in Ruhestand. Trump hat bereits signalisiert, dass er einen Nachfolger will, der die Zinsen senkt. Ein solcher Fed-Chef würde die Monetarisierung der Staatsschulden einleiten, die Inflation beschleunigen und das Geld real entwerten.

Aus 25 Jahren Investmenterfahrung kenne ich dieses Muster: In den 1970er Jahren kombinierte sich die Ölkrise von 1973 und 1979 mit politischer Misswirtschaft und Gelddrucken zu einer Inflation von zweistelligen Prozentzahlen, im UK sogar bis zu 26 %. Die Volcker-Wende, also massive Zinserhöhungen durch Fed-Chef Paul Volcker, beendete die Inflation, aber nur um den Preis eines vollständigen Kollapses der Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkte.

Was solltest du als Investor jetzt konkret tun?

Wachsam sein und flexibel bleiben ist keine Phrase, sondern die einzige sinnvolle Reaktion auf ein sich schnell änderndes Steuerumfeld. Die US-Steuer Wertpapiere durch Sektion 899 ist noch nicht final beschlossen, aber die Richtung ist klar. Wenn die Strafsteuer tatsächlich 20 % erreicht, musst du dein Portfolio anpassen, bevor die Märkte das vollständig einpreisen.

  • Europäische Aktien: Deutsche und österreichische Aktien werden relativ attraktiver, wenn US-Werte steuerlich benachteiligt sind
  • Gold: Klassischer Inflationsschutz, profitiert von Geldentwertung und Vertrauensverlust in Währungen
  • Bitcoin: Harter Vermögenswert mit begrenztem Angebot, langfristig ein Nutznießer der Währungsentwertung
  • Stablecoins: Zahlen derzeit rund 4 bis 4,5 % Zinsen, bilden den Dollar ab, könnten US-Treasuries als Dollar-Parkplatz ersetzen
  • Kurzfristige US-Anleihen: Weniger betroffen als langfristige, da kein Kursänderungsrisiko und schnelle Liquidierbarkeit

Noch ist vieles unklar. Welche Länder als "diskriminierend" eingestuft werden, ob die EU dazugehört, wie die Doppelbesteuerungsabkommen angepasst werden: all das entscheidet sich in den kommenden Monaten. Aber wer wartet, bis alles klar ist, handelt zu spät. Die Finanzmärkte preisen solche Risiken ein, bevor der Gesetzestext final ist.

US-Steuer Wertpapiere

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist Sektion 899 in Trumps Beautiful Bill?

Sektion 899 ist eine Bestimmung in Trumps geplantem Steuergesetz, die ausländische Besitzer von US-Wertpapieren aus sogenannten "diskriminierenden Ländern" mit Strafsteuern belegt. Anfangs sind 5 % vorgesehen, die über mehrere Jahre auf bis zu 20 % steigen sollen. Betroffen könnten neben China auch EU-Länder wie Deutschland und Österreich sein.

Wie viel Steuer zahle ich als Österreicher oder Deutscher auf US-Aktien?

Derzeit gilt: Bei Dividenden behält Amerika 30 % Quellensteuer ein, von denen 15 % über das Doppelbesteuerungsabkommen angerechnet werden. Die anderen 15 % lassen sich aufwendig zurückholen. Kommt die US-Steuer Wertpapiere durch Sektion 899, drohen zusätzliche 5 bis 20 % Strafsteuer, was die Gesamtbelastung auf 40 bis 45 % treiben kann.

Sind ETFs wie Blackrock-Produkte von der neuen US-Steuer betroffen?

Das kommt auf die Struktur an. ETFs, die von einer US-Einheit begeben werden, gelten als US-Wertpapiere und könnten betroffen sein. ETFs, die über eine europäische Tochtergesellschaft von Blackrock aufgelegt werden, sind möglicherweise ausgenommen. Viele Anbieter dürften ihre Strukturen entsprechend anpassen.

Was passiert mit US-Staatsanleihen, wenn Sektion 899 kommt?

Laut Gerald Hörhan droht ein massiver Abfluss aus US-Treasuries. Wenn ausländische Anleger, darunter China und Japan als größte Halter, zusätzliche Steuern zahlen müssen, sinkt die Attraktivität deutlich. Das könnte die Renditen auf 10-jährige US-Staatsanleihen weiter in Richtung 5 % oder darüber treiben und die Refinanzierung der US-Staatsschulden verteuern.

Welche Alternativen gibt es zu US-Wertpapieren?

Laut Gerald Hörhan kommen folgende Alternativen in Frage: europäische Aktien (besonders deutsche), Gold, Bitcoin sowie Stablecoins als Dollar-Ersatz. Stablecoins zahlen derzeit rund 4 bis 4,5 % Zinsen, bilden den Dollar ab und könnten bei einer Strafsteuer auf US-Treasuries deutlich attraktiver werden, tragen aber eigene Risiken.

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