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Verschwörungstheorien: Welche wirklich wahr sind
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Verschwörungstheorien: Welche wirklich wahr sind

Verschwörungstheorien über Euro-Crash und Zwangshypotheken sind Unsinn mit Geschäftsmodell dahinter. Die echten Risiken sind Geldentwertung, Deglobalisierung und politische Radikalisierung. Gerald Hörhan trennt Mythos von Realität.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Verschwörungstheorien über Euro-Zusammenbruch, Währungsreform oder Lastenausgleich sind laut Gerald Hörhan grundfalsch und dienen vor allem dazu, Menschen Angst zu machen und ihnen fragwürdige Produkte zu verkaufen. Die echten Risiken liegen woanders: Geldentwertung durch Monetarisierung der Staatsschulden, Deglobalisierung, überbordende Bürokratie, politische Radikalisierung und steigende Steuerbelastung. Wer sein Vermögen schützen will, braucht harte Assets wie Immobilien, Bitcoin und Gold sowie ein gutes Steuerrechtsverständnis, nicht Panik und Auswanderung.

Was Verschwörungstheorien wirklich sind und warum sie so erfolgreich sind

Verschwörungstheorien über den Euro-Crash, den Lastenausgleich oder die Zwangshypothek sind laut Gerald Hörhan grundfalsch, aber sie haben ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell. Täglich werden Menschen auf Social Media und im Internet mit denselben Botschaften bombardiert: Deutschland bricht zusammen, Österreich bricht zusammen, du musst auswandern, der Euro geht, jetzt kommt das Vermögensregister. Die Leute werden verrückt gemacht, Angst wird als Werkzeug eingesetzt.

Das Geschäftsmodell der Apokalypse ist so alt wie die Prostitution oder das Hütchenspiel. Es funktioniert auf einer simplen psychologischen Basis: Wer selbst unzufrieden ist, wenig Geld hat und seinen Job nicht mag, fühlt sich besser, wenn er glaubt, dass es allen anderen genauso schlecht geht. Das ist die Apokalypse als emotionales Beruhigungsmittel. Und wer diese Angst erzeugt, hat meistens Lösungen parat: Kauf diese Shitcoin, kauf meine Immobilien in Nordzypern, kauf das Grundstück in Dubai. Damit verdienen diese Leute Geld mit der Angst anderer.

Was dann passiert, ist tragisch. Menschen, die auf diese Botschaften hereinfallen, verlieren ihr hart erarbeitetes Geld in Märkten, in denen sie keine Erfahrung haben. Manche haben sogar ihre Existenz aufgegeben, sind nach Nordzypern oder Dubai gezogen, und stehen dann vor dem Nichts, weil nichts so funktioniert hat wie versprochen.

Die klassischen Verschwörungstheorien und warum sie nicht stimmen

Die bekanntesten wirtschaftlichen Verschwörungstheorien betreffen den Euro-Zusammenbruch, die Währungsreform, den Lastenausgleich und die Zwangshypothek. Jede davon wird seit Jahren immer wieder recycelt, ohne je einzutreten.

Beim Euro-Crash stellt sich schon die Grundfrage: Was heißt das genau? Werden Banken geschlossen? Werden Sparguthaben beschlagnahmt? Kehren europäische Länder zu nationalen Währungen zurück? Jedes dieser Szenarien hätte ganz andere Auswirkungen. Aber so genau wird das nie definiert, weil die Unschärfe Teil des Geschäftsmodells ist. Tatsache ist: Der Euro ist eine der zwei Weltwährungen und war zuletzt sogar gegenüber dem Dollar stark. Wer aus Angst vor dem Euro-Crash norwegische Kronen gekauft hat, hat Geld verloren, weil die Krone zum Euro gefallen ist.

Beim Lastenausgleich, der Zwangshypothek und dem Vermögensregister ist die Einschätzung klar: Diese Szenarien sind sehr unwahrscheinlich. Vermögensbeschlagnahmungen finden historisch fast nur in Kriegszeiten statt, weil sie die Finanzmärkte massiv belasten und zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen führen. Was hingegen wahrscheinlich ist: steigende Steuern in verschiedenen Formen.

Das Risiko, dass Banken schließen und der Euro zusammenbricht, ist ähnlich wahrscheinlich wie ein Flugzeugabsturz. Aber dass dein Geld entwertet wird, das ist nicht unwahrscheinlich, sondern höchstwahrscheinlich. (Gerald Hörhan)

Welche realen Risiken du wirklich kennen musst

Die echten Risiken sind weniger dramatisch als ein Euro-Crash, aber in der Praxis viel gefährlicher, weil sie schleichend wirken und deshalb oft unterschätzt werden. Das wichtigste reale Risiko ist die Geldentwertung durch Monetarisierung der Staatsschulden.

Wenn Zentralbanken Staatsanleihen kaufen, um Budgetdefizite zu finanzieren, wird Geld entwertet. Das ist kein Zufall, das ist der einzig gangbare Weg für überschuldete Staaten. Deutschland, Österreich, Frankreich, die USA, Japan, China: alle sind hoffnungslos überschuldet. Die Lösung ist fast immer dieselbe, die Notenpresse. Bei 7 bis 10 Prozent faktischer Inflation verlierst du in 10 Jahren die Hälfte bis zwei Drittel deiner Kaufkraft. Das ist ein realer Verlust, der die meisten Menschen weit mehr trifft als jede Verschwörungstheorie.

Das zweite reale Risiko ist die Deglobalisierung. Bis 2020 haben Staaten zusammengearbeitet, Zölle abgebaut, Handelsbeschränkungen gelockert. Seit Trump, seit dem Ukrainekrieg, seit Corona dreht sich dieser Trend radikal um. Handelshemmnisse, Nearshoring, neue Registrierungspflichten: Das schränkt den Wohlstand global ein und treibt Preise. Der freie Welthandel, der Milliarden Menschen zu Wohlstand verholfen hat, wird zurückgebaut.

Das dritte Risiko ist die überbordende Bürokratie. In Deutschland und Österreich hat das bürokratische Dickicht ein Niveau erreicht, das wirtschaftliches Handeln massiv erschwert. Ein konkretes Beispiel: Wer ein Dachgeschoss ausbauen will, steht vor widersprüchlichen Anforderungen aus Klimaschutz und Mieterschutz. Immer neue Gesetze werden geschaffen, aber keine abgeschafft. Das frisst Produktivität und Wohlstand.

Ist die politische Radikalisierung ein echtes Risiko?

Die weltweite Radikalisierung der Politik ist ein ernstzunehmendes Risiko, das aus den Verschwörungstheorien-Kanälen allerdings kaum je richtig beschrieben wird. Das etablierte politische System ist durch überbordende Bürokratie nicht mehr in der Lage, echte Probleme zu lösen. Das führt dazu, dass radikale Parteien stärkste Parteien werden, mit einfachen Feindbildern und populistischen Lösungen.

In Frankreich, in den USA, in vielen anderen Ländern sieht man das bereits. Gesellschaften spalten sich, der soziale Unfrieden wächst, wenn der Wohlstand sinkt. Das führt zu instabilen Koalitionen, zu unvorhersehbarer Politik, und in manchen Ländern zu Diktatoren, die radikalere Politik führen als bisher. Die Wirtschaft kommt dabei unter die Räder.

Die Gefahr, die aus der Kombination von Radikalisierung und Deglobalisierung entsteht, ist real: Wenn Staaten nicht mehr zusammenarbeiten, sondern sich gegenseitig als Feinde sehen, steigt das Risiko von Bürgerkrieg und tatsächlichem Krieg. Wir leben in einer Zeit, in der enorme Mittel in Waffen und Aufrüstung investiert werden, in der es politische Morde gibt und in der Staaten sich mit Atomwaffen bedrohen. Das ist ein nicht unerhebliches Risiko, das man im Auge behalten muss.

Steigende Steuern: Das wahrscheinlichste politische Risiko

Was mit großer Wahrscheinlichkeit kommt, ist eine steigende Steuerbelastung. Wenn der Wohlstand sinkt und gleichzeitig die Staatshaushalte unter Druck stehen, sagen Politiker: Wir besteuern die, die etwas haben. Das ist historisch keine Neuheit. Anfang der 1930er Jahre in Amerika hat Roosevelt den New Deal gemacht, die Einkommensteuer ist auf fast 90 Prozent gestiegen.

Vermögenssteuern, höhere Grundsteuern, neue Abgaben auf Immobilien, Erhöhungen von Körperschaftssteuern: Das sind realistische Szenarien mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 bis 40 Prozent. Wer das Steuerrecht versteht und die richtigen Strukturen nutzt, kann diese Belastungen legal reduzieren. Wer es nicht versteht, zahlt mehr als nötig. Das Steuerrecht muss man kennen, nicht fürchten.

Was du konkret tun kannst, um dich zu schützen

Laut Gerald Hörhan gibt es vier Punkte, die in jeder Krisensituation helfen, egal wie sie aussehen mag. Der erste ist finanzieller Wohlstand. Mit Geld ist alles einfacher. Reiche Leute gehen in der Regel weder in Russland noch in der Ukraine an die Front. Die Mehrheit derer, die an die Front geschickt werden, sind Menschen ohne Geld.

Der zweite Punkt sind liquide Vermögenswerte. Aktien, Kryptowährungen, Gold: Diese Assets gehören ins Portfolio. Sie sind mobil, handelbar und schützen vor Geldentwertung. Bitcoin gilt dabei als beste Fluchtwährung. In der Ukraine und in Russland hat sich gezeigt, dass man mit Bitcoin problemlos ausreisen kann. 30 Millionen Euro in Bitcoin lassen sich mit einem USB-Stick über jede Grenze bringen. 10 Kilogramm Gold dagegen nicht.

Der dritte Punkt ist, die globalen Nachrichten aktiv zu verfolgen und aus verschiedenen Perspektiven zu lesen, von der Financial Times bis zur China Global Times, von Fox News bis zur Al Jazeera. Wer ein breites Bild hat, reagiert nicht panisch auf Verschwörungstheorien, sondern erkennt echte Risiken rechtzeitig.

Der vierte Punkt: Es gibt tatsächlich Situationen, in denen Auswandern sinnvoll ist. Das sind Faschismus, Kommunismus, Krieg und Bürgerkrieg. In Deutschland und Österreich sieht Hörhan bis jetzt keinen dieser Fälle als gegeben an, auch wenn die Wahrscheinlichkeit in den letzten Jahren gestiegen ist. Wer aus Angst vor Verschwörungstheorien auswandert, riskiert seine Existenz für ein Szenario, das nicht eintritt.

  • Geldentwertung ist das wahrscheinlichste Risiko: bei 7 bis 10 Prozent faktischer Inflation verlierst du in 10 Jahren die Hälfte deiner Kaufkraft
  • Steigende Steuern sind mit 30 bis 40 Prozent Wahrscheinlichkeit zu erwarten, das Steuerrecht muss man kennen
  • Deglobalisierung treibt Preise und schränkt Handlungsspielräume ein
  • Politische Radikalisierung erhöht das Risiko von wirtschaftlicher Instabilität und in Extremfällen Konflikten
  • Bitcoin als Fluchtwährung: 30 Millionen Euro problemlos über Grenzen transportierbar, Gold dagegen nicht

Warum Krisenzeiten auch Chancen sind

Aus 25 Jahren Investmenterfahrung ist klar: Krisensituationen bieten immer auch große Chancen. Wer geschickt und fleißig ist, unternehmerisch begabt und sich mit Finanzen auskennt, kann in schwierigen Zeiten viel Geld verdienen. Die Zollkrise 2025, die Immobilienkrise 2023, die Kryptokrise 2022: Alle diese Krisen waren gleichzeitig Einstiegsgelegenheiten für informierte Investoren.

Deutschland und Österreich brauchen wieder Menschen, die in die Hände spucken und anpacken. Wer nicht ständig auf Verschwörungstheorien hört und stattdessen die echten Risiken versteht und handelt, wird in schwierigen Zeiten gute Geschäfte machen. Wer dagegen panisch auf jede Apokalypse-Botschaft reagiert, verliert nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Zeit.

Die Botschaft ist klar: Habe nicht Angst vor dem, was höchst unwahrscheinlich ist, worüber Verschwörungstheoretiker reden. Habe Angst vor den Dingen, die real sind. Und der Kern dieser realen Risiken ist die Inflation. Deswegen musst du dein Geld sorgfältig investieren und inflationsgesicherte Reserven haben.

Verschwörungstheorien

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Verschwörungstheorien rund um Wirtschaft und Finanzen?

Die häufigsten Verschwörungstheorien drehen sich um den angeblich bevorstehenden Euro-Zusammenbruch, eine Währungsreform, den Lastenausgleich und die Zwangshypothek. Laut Gerald Hörhan werden diese Themen seit Jahren immer wieder aufgewärmt, ohne je einzutreten. Das Geschäftsmodell dahinter ist simpel: Angst erzeugen, dann eigene Produkte wie Shitcoins oder Immobilien in Nordzypern als Lösung verkaufen.

Warum sind Verschwörungstheorien über den Euro-Crash falsch?

Der Euro ist eine der zwei Weltwährungen und seit Jahren sogar gegenüber dem Dollar gestiegen. Wer auf den Euro-Crash gesetzt und norwegische Kronen gekauft hat, hat Geld verloren, weil die Krone zum Euro gefallen ist. Ein Währungszusammenbruch ist laut Hörhan so wahrscheinlich wie ein Flugzeugabsturz, also sehr unwahrscheinlich, aber nicht null.

Was ist das reale Risiko der Geldentwertung?

Geldentwertung durch Monetarisierung der Staatsschulden ist das wahrscheinlichste Szenario. Wenn Zentralbanken Staatsanleihen kaufen, um Budgetdefizite zu finanzieren, entwertet das die Kaufkraft. Bei 7 bis 10 Prozent faktischer Inflation verlierst du in 10 Jahren die Hälfte bis zwei Drittel deiner Kaufkraft. Das ist das reale Risiko, nicht der Euro-Crash.

Wann sollte man wirklich auswandern?

Laut Gerald Hörhan gibt es vier legitime Gründe für eine Auswanderung: Faschismus, Kommunismus, Krieg und Bürgerkrieg. In Deutschland und Österreich sieht er keinen dieser Fälle als aktuell gegeben an, auch wenn die Wahrscheinlichkeit in den letzten Jahren gestiegen ist. Wer aus Angst vor Verschwörungstheorien auswandert, riskiert seine Existenz.

Wie schützt man sein Vermögen vor den echten Risiken?

Laut Gerald Hörhan braucht es erstens finanziellen Wohlstand, denn mit Geld ist alles einfacher. Zweitens liquide Vermögenswerte wie Aktien, Bitcoin oder Gold. Bitcoin gilt dabei als beste Fluchtwährung, weil man damit Millionenbeträge problemlos über Grenzen bringen kann, was mit 10 Kilogramm Gold nicht möglich ist.

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