Energetische Sanierung bei Immobilien hat viele Investoren in den letzten Jahren vom Kaufen abgehalten. Das war ein Fehler. Das Heizungsgesetz (Lex Habeck) wurde massiv entschärft: Immobilieneigentümer dürfen wieder selbst entscheiden, welche Heizung sie einbauen, inklusive Öl und Gas. Die Sanierungspflicht liegt jetzt bei den Versorgern, nicht beim Eigentümer. Mit Dachdämmung (ca. 20.000 bis 25.000 Euro) und Heizungstausch lässt sich der Energieausweis um zwei bis zweieinhalb Stufen verbessern, ohne hunderttausende Euro zu investieren.
Die energetische Sanierung Immobilien betreffend hat in den letzten Jahren tausende potenzielle Käufer vom Markt ferngehalten. Die Angst vor Pflichtdämmung, Wärmepumpen und explodierenden Kosten war so groß, dass viele einfach nicht gekauft haben. Das Ergebnis: profitable Deals verpasst, während die Panik weitgehend unbegründet war. Ich habe das von Anfang an gesagt, und die Entwicklung gibt mir recht.
Was das entschärfte Heizungsgesetz für Eigentümer bedeutet
Die deutsche Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, der das ursprüngliche Heizungsgesetz grundlegend abändert. Der entscheidende Punkt beim Heizungsgesetz Immobilienkauf: Der Eigentümer entscheidet wieder selbst, welche Heizung er einbaut. Öl- und Gasheizungen sind ausdrücklich wieder erlaubt. Das ist kein Detail, sondern ein kompletter Kurswechsel gegenüber dem, was unter Habeck geplant war.
Die Pflicht zur nachhaltigen Energie liegt jetzt bei den Versorgern, nicht beim Eigentümer. Firmen wie Minova oder vergleichbare Anbieter müssen einen bestimmten Anteil an erneuerbarer Energie beisteuern, anfangs rund 10 Prozent, der später steigen soll. Das ist ein großer Unterschied: Wenn meine Gasheizung kaputt geht, kann ich einfach eine neue einbauen, ohne ein komplettes Sanierungsprogramm zu starten.
Laut Gerald Hörhan war das Heizungsgesetz in seiner ursprünglichen Form ohnehin undurchführbar. Es hätte gar nicht die Handwerker gegeben, die das umsetzen, und niemand hätte es bezahlen können. Der Realismus kehrt zurück, und das ist gut für den Immobilienmarkt.
Energetische Sanierung Immobilien: Was wirklich nötig ist
Hier wird am meisten Unsinn erzählt. Nein, du musst nicht für 100.000 Euro die Fassade dämmen, um eine Immobilie vermietbar oder verkaufbar zu halten. Mit gezielten, wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen erreichst du in den meisten Fällen deutlich mehr, als du denkst.
Konkret: Ein Heizungstausch von einer alten auf eine moderne Gasheizung bringt allein schon eine Verbesserung im Energieausweis um zwei bis zweieinhalb Stufen. Ein 30 Jahre alter Motor verbraucht mehr Benzin als ein neuer, das Gleiche gilt für Heizungen. Kombiniere das mit einer Dachdämmung und einer Kellerdeckendämmung, und du hast aus einem G- oder F-Objekt schnell ein D gemacht.
- Dachdämmung: ca. 20.000 bis 25.000 Euro bei einem größeren Haus
- Kellerdeckendämmung: deutlich günstiger, oft unter 5.000 Euro
- Neue Fenster: je nach Anzahl 3.000 bis 15.000 Euro
- Heizungstausch (neue Gasheizung): 8.000 bis 15.000 Euro, teils subventioniert
Diese Maßnahmen sind überschaubar, oft subventioniert, und bringen den Energieausweis auf ein Niveau, das für Vermietung und Verkauf keinerlei Probleme macht. Ich habe das selbst schon gemacht, die Zahlen sprechen für sich. Die energetische Sanierung Immobilien muss kein Milliardenprojekt sein, sie muss wirtschaftlich vertretbar sein.
Warum viele Investoren jetzt Immobilien-Deals verpasst haben
Das ist der eigentliche Schaden der Energie-Panik. Wer in den letzten zwei bis drei Jahren aus Angst vor Sanierungspflichten nicht gekauft hat, hat genau in der Phase nicht zugegriffen, in der die Preise gedrückt waren. Viele Verkäufer haben ihre Objekte mit Abschlägen angeboten, weil auch sie die Panik internalisiert hatten.
In der Praxis sieht das so aus: Ein Altbau mit Energieausweis G oder H, der früher 400.000 Euro gekostet hätte, war plötzlich für 280.000 bis 320.000 Euro zu haben. Wer dann noch gerechnet hat, wie viel eine realistische energetische Sanierung Immobilien kostet, der hätte erkannt, dass das ein gutes Geschäft ist. Stattdessen haben viele gar nicht erst gerechnet, sondern sich von den Schlagzeilen abschrecken lassen.
Ich sage es seit Jahren: Krisen sind Kaufgelegenheiten. Wer sich von politischen Panikmachern ins Bockshorn jagen lässt, kauft immer zum falschen Zeitpunkt oder gar nicht. Das Heizungsgesetz war von Anfang an nicht umsetzbar.
Jetzt, Stand 2026, sind die Preise in vielen Segmenten wieder gestiegen. Die Schnäppchen, die in der Energie-Panik-Phase verfügbar waren, sind weg. Das ist die direkte Konsequenz davon, wenn man auf Angst statt auf Analyse reagiert.
Ist Öl und Gas wirklich so teuer wie behauptet?
Ein weiteres Argument, das immer wieder gebracht wird: Öl und Gas werden durch die CO2-Steuer so teuer, dass Gasheizungen sich nicht mehr lohnen. Auch das sollte man nüchtern hinterfragen.
Trump setzt in den USA auf "Drill, Baby, Drill" und will die Ölproduktion massiv ausweiten. Iran und Venezuela haben jahrelang ihre Förderanlagen verfallen lassen, weil sozialistische oder theokratische Regierungen dort nicht investiert haben. Wenn diese Länder ihre Kapazitäten wieder hochfahren, könnte der Ölpreis auf 30 oder sogar 20 Dollar sinken. Das hätte massive Auswirkungen auf die Energiepreise weltweit, und damit auch auf die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen.
Dazu ein historischer Vergleich: Ein Liter Benzin kostete in Österreich um das Jahr 2000 etwa 12 bis 13 Schilling, knapp unter 1 Euro. Heute kostet er knapp unter 2 Euro. Das ist eine Verdoppelung in 25 Jahren. Eine Schnitzelsemmel hat sich im gleichen Zeitraum von 2 bis 3 Euro auf 8 bis 9 Euro verteuert, also vervierfacht. Benzin und Energie sind damit im Verhältnis günstiger geblieben als Lebensmittel. Die Preisinflation bei Energie ist unterdurchschnittlich, nicht überdurchschnittlich, auch wenn das politisch gerne anders dargestellt wird.
Fernwärme ist kein Allheilmittel. Manche Fernwärmeanbieter sind günstig, andere haben ein Monopol und verlangen deutlich mehr als Öl und Gas. Man muss die lokale Situation analysieren, nicht pauschal urteilen. Das gilt für Wien genauso wie für Berlin oder München.
Was macht das ESG-Thema unter Trump?
Das ESG-Thema (Environmental, Social, Governance) und die gesamte energetische Regulierungsdebatte haben seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus massiv an Dynamik verloren. In den USA wurde ESG weitgehend abgeschafft, und das hat auch in Europa eine Signalwirkung entfaltet. Firmen, die sich noch 2023 und 2024 mit Hochdruck auf ESG-Compliance eingestellt haben, haben das Thema inzwischen auf den Backburner gelegt.
Das bedeutet nicht, dass Energieeffizienz irrelevant wird. Sie bleibt ein Faktor bei der Kaufpreisfindung und bei den Betriebskosten. Aber die Vorstellung, dass Immobilien ohne Energieausweis A oder B unvermietbar oder unverkäuflich werden, ist schlicht falsch. In der Praxis vermieten sich gut gelegene Objekte mit Energieausweis D oder E problemlos, wenn der Preis stimmt.
Wie du jetzt beim Immobilienkauf mit dem Energiethema umgehst
Aus 25 Jahren Erfahrung als Immobilieninvestor ist meine Empfehlung klar: Lass dich nicht von Energieausweisen pauschal abschrecken, aber kalkuliere die Kosten für energetische Sanierung Immobilien realistisch ein und verhandle den Kaufpreis entsprechend.
Konkret bedeutet das für die Kaufentscheidung:
- Energieausweis G oder H: Kaufpreisabschlag verhandeln, der die realistischen Sanierungskosten abdeckt, also typischerweise 30.000 bis 60.000 Euro für gezielte Maßnahmen.
- Heizungstausch einplanen: Neue Gasheizung oder Hybridlösung, die moderne Brennstoffe verträgt. Kosten: 8.000 bis 15.000 Euro, oft subventioniert.
- Dachdämmung prüfen: Ist das Dach noch ungedämmt, ist das die effektivste Einzelmaßnahme. Kosten: 20.000 bis 25.000 Euro.
- Lokale Energiepreise analysieren: Was kostet Fernwärme beim lokalen Anbieter? Gibt es ein Gasnetz? Ist Strom durch abgeschaltete Atomkraftwerke teurer als anderswo?
- Betriebskosten im Blick behalten: Grundsätzlich zahlt der Mieter die Betriebskosten, aber hohe Nebenkosten können die Vermietbarkeit beeinflussen.
Wer diese fünf Punkte abarbeitet, hat das Energiethema professionell im Griff. Wer stattdessen pauschal aus dem Markt bleibt, weil er Angst vor Sanierungskosten hat, macht genau den Fehler, den viele in den letzten Jahren gemacht haben: nicht kaufen, wenn es günstig ist, und teuer kaufen, wenn alle anderen wieder kaufen.
energetische Sanierung Immobilien
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Muss ich meine Immobilie jetzt zwingend energetisch sanieren?
Nein. Nach der Entschärfung des Heizungsgesetzes liegt die Pflicht zur nachhaltigen Energie bei den Versorgern, nicht beim Eigentümer. Du kannst weiterhin selbst entscheiden, welche Heizung du einbaust, inklusive moderner Öl- und Gasheizungen. Eine Zwangssanierung der Fassade oder eine Pflicht zur Wärmepumpe gibt es in dieser Form nicht.
Wie viel kostet eine realistische energetische Sanierung?
Gezielte Maßnahmen wie Dachdämmung (ca. 20.000 bis 25.000 Euro), Kellerdeckendämmung und ein Heizungstausch (8.000 bis 15.000 Euro) reichen in vielen Fällen aus, um den Energieausweis um zwei bis zweieinhalb Stufen zu verbessern. Eine komplette Fassadendämmung für 100.000 Euro oder mehr ist in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Lohnt sich der Kauf einer Immobilie mit schlechtem Energieausweis?
Ja, wenn der Kaufpreis den Sanierungsaufwand widerspiegelt. Objekte mit Energieausweis G oder H wurden in der Energie-Panik-Phase mit erheblichen Abschlägen angeboten. Wer realistisch kalkuliert und den Preis entsprechend verhandelt, kann mit überschaubarem Sanierungsaufwand eine rentable Immobilie erwerben.
Werden Immobilien ohne hohen Energiestandard unvermietbar?
Das ist laut Gerald Hörhan ein Mythos. In der Praxis vermieten sich gut gelegene Objekte mit Energieausweis D oder E problemlos. Entscheidend sind Lage, Preis und Zustand der Immobilie. Der Energieausweis ist ein Faktor unter vielen, kein K.O.-Kriterium.
Was passiert, wenn der Ölpreis durch Trumps Energiepolitik stark sinkt?
Wenn die USA, Iran und Venezuela ihre Förderkapazitäten ausweiten, könnte der Ölpreis auf 20 bis 30 Dollar fallen. Das würde Öl- und Gasheizungen noch wirtschaftlicher machen und die CO2-Steuer-Belastung relativieren. Für Immobilieneigentümer mit Gasheizung wäre das ein zusätzlicher Vorteil.

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