Der Immobilienmarkt 2026 wird von drei Faktoren entschieden: anhaltendem Wohnraummangel in Metropolen wie Wien, München und Berlin, politischer Regulierung durch Mietpreisbremsen und Energieauflagen sowie dem Zinsniveau, das in Washington und Frankfurt festgelegt wird. Laut Gerald Hörhan sinken die kurzfristigen Zinsen (EZB aktuell bei 2 %), während 10-Jahres-Finanzierungen in Deutschland noch bei 3,7 bis 3,8 % liegen. Wer jetzt in guten Lagen mit diversifizierter Arbeitgeberbasis kauft, profitiert vom Schnäppchenfenster, das sich bei weiteren Zinssenkungen schließt.
Der Immobilienmarkt 2026 steht an einem Scheideweg. Drei Kräfte bestimmen, ob die Preise moderat steigen oder deutlich nach oben schießen: der anhaltende Wohnraummangel in Metropolen, die politische Regulierungswut und vor allem das Zinsniveau, das zuerst in Washington und dann in Frankfurt entschieden wird. Wer diese drei Treiber versteht, kann jetzt noch günstig kaufen. Wer sie ignoriert, zahlt drauf.
Wohnraummangel 2026: Warum immer weniger gebaut wird
Der Neubau in Österreich und Deutschland ist praktisch zum Erliegen gekommen. Bauträger stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, einige prominente Namen sitzen vor dem Insolvenzrichter. Die Zinsen für Bauträgerprojekte sind weiterhin hoch, die Eigenkapitalanforderungen enorm, und Bauauflagen machen neue Projekte in den meisten Fällen schlicht unrentabel. Ohne KfW-Förderprogramme in vernünftiger Form rechnen sich Neubauten nur, wenn man die fertigen Wohnungen zu Preisen abverkauft, die kaum jemand bezahlen kann.
Das Ergebnis: In Städten mit Zuwanderung und Jobwachstum verschärft sich der Wohnungsmangel weiter. Das treibt die Mieten nach oben, aber nicht überall gleichmäßig. Laut Gerald Hörhan ist der entscheidende Faktor die Lage, sowohl auf der Makroebene (welche Stadt oder Region) als auch auf der Mikroebene (welcher Stadtteil, welche Straße).
Wer in Lagen kauft, die von einem einzigen Großarbeitgeber abhängen, geht ein erhebliches Risiko ein. Fischamend östlich von Wien hängt fast vollständig am Flughafen Wien und damit an Ryanair, die ihr Engagement dort substanziell reduziert. Wolfsburg und Ingolstadt sind stark automobillastig und spüren die Krise der Branche bereits bei Kaufpreisen und Neuvermietungen. Stuttgart ist durch seine Funktion als Landeshauptstadt und die diversifizierte Arbeitgeberbasis besser aufgestellt, aber selbst dort gibt es Gegenwind.
Die Lage entscheidet: Wo lohnt sich der Kauf im Immobilienmarkt 2026?
Die Grundregel gilt 2026 mehr denn je: Keine Dreckslagen kaufen. Gemeint sind Lagen mit schwacher Wirtschaftsbasis, mono-industrieller Abhängigkeit oder ohne attraktive Mikrolage. Wer dort kauft, verliert doppelt: durch sinkende Mieten und durch fallende Kaufpreise.
Attraktiv bleiben Lagen mit diversifizierter Arbeitgeberbasis und stabiler Nachfrage: Wien, München, Berlin, Hamburg, Graz, Salzburg, Innsbruck. In diesen Städten gibt es weiterhin Wohnungsmangel, steigende Mieten und eine Käuferbasis, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten trägt.
- Gute Makrolage: Wirtschaftsstarke Großstädte mit mehreren Arbeitgebern (Behörden, Gesundheit, Tech, Finanzen)
- Gute Mikrolage: Zentrale Wohngebiete mit ÖPNV-Anbindung, Infrastruktur, Schulen
- Wohnungsgröße: Kleine Wohnungen (1-3 Zimmer) laufen besser als große. Drei-Zimmer-Wohnungen kosten teils kaum mehr als Einzimmerwohnungen, weil die Betriebskosten viele Mieter abschrecken
- WG-taugliche Wohnungen: 3-4 Zimmer in teuren Lagen funktionieren als WG deutlich besser als als Familienwohnung
„Small is beautiful, smaller is more beautiful. Die hässlichen kleinen Löcher in guten Lagen kannst du immer vermieten. Bei großen Wohnungen in schwachen Lagen stellst du dir selbst ein Bein." – Gerald Hörhan
WG-Vermietung: Warum das Konzept 2026 noch besser funktioniert
Das WG-Konzept funktioniert im Immobilienmarkt 2026 besser als je zuvor, weil immer mehr Menschen sich Einzelwohnungen nicht mehr leisten können. Eine Einzimmerwohnung in München oder Berlin kostet inklusive Strom, Gas und Internet schnell über 1.000 Euro pro Monat. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro (entspricht rund 24.000 Euro netto im Jahr) ist das schlicht nicht leistbar.
WG-Zimmer in zentralen Lagen hingegen kosten deutlich weniger und werden von immer mehr Berufsgruppen genutzt: Krankenpfleger, Flugbegleiter, IT-Fachleute, Mediziner, Finanzprofis. Was früher reine Studentendomäne war, ist heute in Salzburg, Innsbruck, Wien, Berlin und München Standard. In Nordamerika ist das schon lange so.
Die klassische 2- bis 4-Zimmer-WG ist dabei die optimale Größe. 10-Zimmer-WGs führen zu Mieterproblemen und regulatorischen Konflikten. Wer eine WG-taugliche Wohnung in einer guten Lage hält, erzielt spürbar mehr Cashflow (= monatlicher Überschuss nach Kreditrate) als bei klassischer Einzelvermietung.
Politische Regulierung: Ratten und Ameisen, aber keine Löwen
Politische Regulierung ist ein Dauerthema, das den Immobilienmarkt verzerrt, aber nicht zerstört. Mietpreisbremsen in Österreich, Energieauflagen durch EU-Richtlinien, neue Reportingpflichten bei Banken: Das alles kommt und macht das Geschäft komplexer. Aber es löst das Grundproblem nicht, dass Bauen zu teuer und zu langsam ist.
Wer die Regulierung versteht, kann sie für sich nutzen. Jede neue Regulierung schafft neue Geschäftsmodelle und schreckt unerfahrene Kleinvermieter ab. Je komplexer der Markt, desto mehr verdienen die, die sich auskennen. Das ist der strukturelle Vorteil des Immobilienmarkts gegenüber dem Aktienmarkt: Ineffizienz und Informationsvorsprünge lassen sich monetarisieren.
Beim Thema Energieausweis gilt: Wer heute Wohnungen mit Energieklasse G oder H hält, muss mit Preisabschlägen rechnen. Wer mit kostengünstigen Maßnahmen auf Klasse D kommt, ist auf der sicheren Seite. Wärmepumpen und gedämmte Fassaden in jede Altbauwohnung zu bauen, ist wirtschaftlicher Unsinn und hat viele Investoren Geld gekostet. In der Praxis reichen oft gezielte Maßnahmen, um regulatorische Risiken zu minimieren.
Gefährlich wären nur radikale Eingriffe in Eigentumsrechte: Enteignungen, komplette Mietenstopps, kommunistische Wohnungspolitik. Das ist in Österreich und Deutschland Stand 2026 nicht in Sicht. Was kommt, sind Ratten und Ameisen, keine Löwen.
Zinsen Immobilien 2026: Was entscheidet sich in Washington und Frankfurt?
Die Zinsentwicklung ist der wichtigste Einzeltreiber im Immobilienmarkt 2026. Bis 2021 kostete Geld praktisch nichts, es gab sogar negative Langfristzinsen auf deutsche Bundesanleihen. Dann kam der Ukraine-Krieg, die Corona-Nachwirkungen, und Powell erhöhte die US-Zinsen aggressiv. Die EZB folgte. Kurzfristige Zinsen stiegen in Europa auf 4 %, Immobilienfinanzierungen kosteten zeitweise 7 %. Die Folge: ein Preiseinbruch von etwa 30 % in vielen Märkten, was 2022 und 2023 echte Schnäppchenmöglichkeiten schuf.
Seitdem haben sich die Zinsen teilweise normalisiert. Die EZB hat ihren Leitzins auf 2 % gesenkt. Die Fed hat von über 5 % auf rund 3,75 % reduziert. Aber die langfristigen Zinsen, die für 10-Jahres-Immobilienfinanzierungen entscheidend sind, bleiben hartnäckig hoch: In Deutschland liegen sie bei 3,7 bis 3,8 %, in Amerika bei über 4 % auf US-Staatsanleihen. Das dämpft die Markterholung.
Entscheidend ist der Machtkampf zwischen Trump und dem Fed-Chef. Trump will niedrige Zinsen, hat Powell öffentlich beschimpft und sogar Ermittlungen gegen ihn angedroht. Im Mai 2026 endet Powells Amtszeit. Sein Nachfolger könnte ein Trump-Loyalist wie Kevin Hassett sein, der alle Zinssenkungswünsche umsetzt, oder ein moderaterer Typ. Je nachdem, wie stark die Fed die variablen Zinsen senkt und ob sie beginnt, wieder Staatsanleihen zu kaufen, werden auch die langfristigen Zinsen reagieren.
Würde der 10-Jahres-Zinssatz in Deutschland auf 1,8 % fallen, könnten Immobilienfinanzierungen unter 3 % kosten. Das wäre ein massiver Preisschub. Aus 25 Jahren Investmenterfahrung weiß ich: Wenn die Party so richtig losgeht, sind die Schnäppchen schnell weg.
Wann schließt sich das Kauffenster im Immobilienmarkt 2026?
Der Immobilienmarkt 2026 befindet sich in einer Phase mit leichtem Rückenwind, aber noch kein Sturm. Preise steigen moderat, weil die Mieten steigen, aber die hohen Langfristzinsen bremsen stärkere Preissteigerungen. Das kann sich schnell ändern, wenn die EZB und Fed die Zinsen weiter senken und gleichzeitig Staatsanleihen kaufen.
Das Dreieck aus Wohnraummangel, politischer Regulierung und Zinsniveau bestimmt den Markt. Wer alle drei Faktoren versteht, in guten Lagen kauft, das Steuersystem (AfA, Abschreibungen, Gesellschaftsstrukturen) kennt und die Inflation als Verbündeten nutzt, wird mit Immobilien sehr gutes Geld verdienen. Wer experimentiert, in schlechten Lagen kauft oder auf politische Wunder wartet, verliert.
Die guten Kaufzeitpunkte werden nicht ewig andauern. Wie lange noch, entscheidet sich zuerst in Washington und dann in Frankfurt. Wer educated ist, handelt jetzt.
Immobilienmarkt 2026
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Lohnt sich der Kauf einer Immobilie im Jahr 2026 noch?
Ja, aber nur in den richtigen Lagen. Laut Gerald Hörhan sind Metropolen mit diversifizierter Arbeitgeberbasis wie Wien, München oder Berlin nach wie vor attraktiv. Wer in wirtschaftlich schwachen Einzel-Arbeitgeber-Lagen kauft, riskiert Leerstand und fallende Mieten. Das Schnäppchenfenster existiert noch, wird sich aber bei weiteren Zinssenkungen schnell schließen.
Wie stark beeinflussen die Zinsen die Immobilienpreise 2026?
Sehr stark. Immobilienfinanzierungen auf 10-Jahres-Basis kosten in Deutschland Stand 2026 rund 3,7 bis 3,8 %. Würde die EZB die langfristigen Zinsen durch Staatsanleihenkäufe auf 2 % drücken, könnten Finanzierungen unter 3 % fallen. Das würde die Immobilienpreise deutlich nach oben treiben.
Welche Lagen sollte man 2026 meiden?
Lagen, die von einem oder zwei Großarbeitgebern abhängen. Wolfsburg und Ingolstadt leiden unter der Krise der Automobilindustrie, Fischamend leidet unter dem Rückzug der Ryanair vom Flughafen Wien. Wirtschaftlich schwache Regionen, in denen der Wohlstand sinkt, führen zu Leerstand und fallenden Mieten.
Was bringt das WG-Konzept als Vermietungsstrategie 2026?
Die klassische 2- bis 4-Zimmer-WG funktioniert laut Gerald Hörhan besonders gut in teuren Städten wie Salzburg, Innsbruck, Berlin oder München. Ein WG-Zimmer kostet deutlich weniger als eine Einzimmerwohnung (oft über 1.000 Euro warm), weshalb immer mehr Berufsgruppen, von Krankenpflegern bis zu IT-Fachleuten, diese Option wählen. Der Cashflow für Vermieter ist spürbar höher.
Wie wirkt sich politische Regulierung auf den Immobilienmarkt aus?
Regulierungen wie Mietpreisbremsen oder Energieauflagen verzerren den Markt, lösen das Grundproblem aber nicht. Wer die Regulierung versteht, kann daraus Vorteile ziehen. Gefährlich wären nur radikale Eingriffe in Eigentumsrechte, die in Österreich und Deutschland derzeit nicht in Sicht sind.

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