KI im Online Marketing ersetzt laut Hannes Fladenhofer, der mit 17 Jahren seine erste Performance-Marketing-Agentur gründete, vor allem den mittelmäßigen Marketer. Die Top 10 Prozent, also jene mit echten kreativen Ideen und exzellenter Umsetzung, sind noch nicht durch KI abbildbar. Wer heute KI nutzt, erledigt seine Arbeit deutlich effizienter, erzielt aber trotzdem bessere Ergebnisse als reine KI-Kampagnen. Fladenhofers KI-Software "Optim" automatisiert A/B-Testing und Conversion Rate Optimierung vollständig und steigerte in einem Praxisfall die Conversion Rate von 13 auf 28 Prozent.
KI im Online Marketing ist kein Zukunftsthema mehr, sondern tägliche Realität. Laut Hannes Fladenhofer, der mit 17 Jahren seine Performance-Marketing-Agentur gründete und heute die KI-Software "Optim" entwickelt, werden rund 90 Prozent aller Marketer durch KI ersetzbar sein. Was das konkret bedeutet, welche Fähigkeiten noch gefragt sind und wie automatisierte Conversion Rate Optimierung in der Praxis funktioniert, erklärt er im Gespräch mit Gerald Hörhan.
Was macht gutes Online Marketing wirklich aus?
Erfolgreiches Online Marketing basiert laut Fladenhofer auf zwei Säulen: Zahlengetriebenes Denken und kreative Ideen. Wer nur eine davon beherrscht, bleibt hinter seinem Potenzial zurück. In seiner Agenturzeit hat er gemeinsam mit Gerald Hörhan viele tausende Ads gedreht und getestet, und dabei eine klare Erkenntnis gewonnen: Ohne Daten weißt du nicht, was wirklich funktioniert. Ohne Kreativität wirst du die wirklich hochprofitablen Kampagnen nie erstellen.
Das klingt simpel, ist es aber nicht. In der Praxis messen die wenigsten Unternehmen ihre Marketingmaßnahmen von A bis Z. Wer nicht weiß, woher jeder Kauf kommt, wie viel ein neuer Kunde kostet und welchen Umsatz er über seine gesamte Laufzeit bringt, investiert blind. Profitables Online Marketing beginnt mit dieser Transparenz, nicht mit dem nächsten kreativen Einfall.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Die bekannte "Waldspaziergang-Ad" von Gerald Hörhan entstand nicht aus einem Geistesblitz, sondern aus Daten. Fladenhofer und sein Team stellten fest, dass Werbeanzeigen, bei denen der Protagonist im Gehen gefilmt wird, deutlich besser konvertieren als solche, bei denen er sitzt. Der Parallax-Effekt der vorbeiziehenden Bäume erzeugt einen sogenannten Thumbstopper, also einen visuellen Reiz, der den Nutzer im Feed zum Innehalten bringt. Das ist kein Zufall, das ist datengetriebene Kreativität.
Welche Rolle spielt KI im Online Marketing heute schon?
KI im Online Marketing ist bereits in mehreren Bereichen aktiv, aber mit unterschiedlicher Qualität. Fladenhofer differenziert klar: Bei der Generierung von Videos und Bildern ist KI zwar technisch möglich, aber noch nicht marktreif für professionellen Einsatz. Wer KI-generierte Visuals in Werbeanzeigen einsetzt, riskiert Markenschaden, weil die Öffentlichkeit KI-Content noch negativ wahrnimmt. Coca-Cola hat das bereits schmerzhaft erlebt.
Anders sieht es bei textbasierten Aufgaben aus. Das "leere weiße Blatt"-Problem, also der schwierige Einstieg in die Texterstellung, hat KI weitgehend gelöst. Tools wie Claude, das Fladenhofer gegenüber ChatGPT im Marketing bevorzugt, liefern erste Ideen und Variationen, auf denen ein guter Texter aufbauen kann. Dieser Prozess nennt sich Ideation: Man gibt der KI eine Hypothese, bekommt Richtungen zurück und entwickelt daraus eigene Texte.
Dazu kommt: Jede große Werbeplattform, von Meta bis Google, nutzt intern hochkomplexe KI-Algorithmen für die Ausspielung von Werbung. Das ist nicht sichtbar, aber entscheidend. Wer diese Plattform-KI durch gutes Targeting und relevante Creatives "füttert", erzielt überproportionale Ergebnisse.
„Den mittelmäßigen Marketer kann KI sehr schnell ersetzen. Die letzten 10 Prozent, die wirklich viel rausholen können, die Big Ideas, die kreativen Ideen, die exzellente Umsetzung, die sehe ich noch nicht von KI abgebildet." – Hannes Fladenhofer
Warum werden 90 Prozent der Marketer ersetzbar?
Die Antwort ist dieselbe wie bei Steuerberatern, Anwälten oder Bankern: Das Mittelmaß wird nicht mehr gebraucht. KI kann heute einen ordentlichen LinkedIn-Post schreiben, eine solide E-Mail-Kampagne aufsetzen oder einen brauchbaren Werbetext generieren. Wer als Marketer genau das liefert, was KI auch liefert, ist austauschbar.
Was KI nicht kann: die eine Idee, die eine Kampagne von gut auf außergewöhnlich hebt. Fladenhofer nennt das die "Big Idea", also den kreativen Kern, der eine Kampagne viral macht, Vertrauen aufbaut und Kunden über Jahre bindet. Diese Ideen entstehen aus echter Marktkenntnis, aus Empathie für die Zielgruppe und aus Erfahrung, die sich nicht in einem Prompt zusammenfassen lässt.
Laut Gerald Hörhan ist das Muster bekannt: Wer doppelt so viel Gas gibt wie der Durchschnitt und gleichzeitig KI als Effizienzwerkzeug nutzt, hat einen strukturellen Vorteil. Die besten Marketer heute arbeiten mit KI, nicht gegen sie. Sie sind schneller, produzieren mehr Varianten und testen aggressiver. Aber die Entscheidung, welche Idee wirklich zündet, treffen nach wie vor Menschen.
Was ist A/B-Testing und warum wird es so oft vernachlässigt?
A/B-Testing (= das gleichzeitige Ausspielen von zwei Varianten einer Seite oder Anzeige an zufällig ausgewählte Nutzer) ist das mächtigste Werkzeug der Conversion Rate Optimierung. Und gleichzeitig das am meisten vernachlässigte. Fladenhofer erklärt das Prinzip klar: Man baut zwei Versionen, spielt sie gleichzeitig an zufällige Nutzer aus und misst, welche besser performt. Durch die zufällige Auswahl werden alle anderen Faktoren ausgeschlossen. Das Ergebnis ist isoliert und belastbar.
Das Problem in der Praxis: A/B-Testing ist aufwendig. Man muss zwei Varianten bauen, technisch korrekt ausspielen, statistisch auswerten und dann die Gewinnervariante einbauen. In einer Agentur, die immer neue Kampagnen baut, bleibt dafür keine Zeit. Fladenhofer hat das selbst erlebt: Kampagnen liefen ein Jahr lang genauso wie am ersten Tag, obwohl gezieltes Testing 20 bis 30 Prozent mehr Profit gebracht hätte.
- A/B-Testing wird von den meisten Unternehmen vernachlässigt, weil es zu aufwendig erscheint
- Langfristig steigert konsequentes Testing die Conversion Rate signifikant
- Ohne Testing verlässt man sich auf Vermutungen statt auf Daten
- Automatisiertes Testing durch KI löst das Zeit- und Ressourcenproblem
Wie funktioniert Optim: KI-gestützte Conversion Rate Optimierung
Genau dieses Problem hat Fladenhofer mit seiner KI-Software Optim gelöst. Das Konzept ist einfach: Man integriert einen Code-Snippet auf der eigenen Website, und Optim übernimmt den Rest. Die Software analysiert das Unternehmen, das Angebot, die Zielgruppe und die Seitenstruktur. Sie identifiziert Potenziale für höhere Conversions, erstellt Verbesserungen, setzt automatisch A/B-Tests auf und wertet die Ergebnisse aus. Alles ohne manuellen Aufwand.
In der Praxis bedeutet das: Optim denkt sich zum Beispiel eine bessere Headline aus, baut eine zweite Version der Seite, zeigt einem Teil der Nutzer Version A und dem anderen Teil Version B, und misst, welche Version mehr Käufe, Anmeldungen oder Anfragen generiert. Der Gewinner wird automatisch eingebaut. Die Conversion Rate steigt, ohne dass jemand aktiv eingreifen muss.
Das System lernt dabei kontinuierlich. Was in einem Test funktioniert hat, fließt in den nächsten Test ein. Über Zeit entsteht ein immer präziseres Bild davon, welche Texte, welche Designs und welche Botschaften bei der jeweiligen Zielgruppe wirken. Das ist Conversion Rate Optimierung auf Autopilot.
Ein konkretes Ergebnis aus der Praxis: Bei Geralds Kampagnen steigerte Optim die Conversion Rate innerhalb weniger Monate von 13 auf 28 Prozent. Der Umsatz wuchs auf das Zweieinhalbfache. Das Werbebudget konnte erhöht werden, weil die Maschine effizienter lief. Bei einem anderen Kunden stieg der monatliche Umsatz von 10.000 auf 110.000 Euro innerhalb eines einzigen Monats.
Warum startet Optim im deutschsprachigen Markt?
Fladenhofer hat Optim bewusst im deutschsprachigen Markt gestartet, aus zwei Gründen. Erstens hat er dort ein gutes Netzwerk und kennt die Marktdynamiken. Zweitens ist Deutsch eine besonders anspruchsvolle Sprache mit formellen und informellen Sprachmustern, die eine spezialisierte Trainingsgrundlage erfordern. Wer eine KI für deutschsprachige Texte baut, muss diese Nuancen verstehen, sonst klingt die Kommunikation unnatürlich.
Mittelfristig plant Fladenhofer, Optim auf alle Sprachen gleichzeitig zu öffnen. Die Hypothese: Die Mechanismen hinter guten Conversions sind sprachübergreifend ähnlich, nur die Formulierungen ändern sich. Stand März 2026 ist das Produkt im deutschsprachigen Raum bereits bei mehreren externen Kunden im Einsatz und liefert messbare Ergebnisse.
Das Unternehmen wird bootstrapped aufgebaut, also aus eigenen Cashflows, ohne Venture Capital. Der Grund ist pragmatisch: In Europa und Österreich sind die Seed-Runden für KI-Projekte lächerlich gering im Vergleich zu Amerika, wo ein vergleichbares Projekt 2 Milliarden Dollar Seed-Funding bekommt. Wer für 2 Millionen Euro Equity hergibt, verschenkt langfristig enormen Wert.
Was bedeutet das für Unternehmer: Jetzt handeln oder warten?
Aus 25 Jahren Investmenterfahrung weiß Gerald Hörhan: Wer wartet, bis alle anderen handeln, kommt zu spät. KI im Online Marketing ist kein Trend, der wieder verschwindet. Er ist eine strukturelle Verschiebung, die das Spielfeld dauerhaft verändert.
Für Unternehmer bedeutet das drei konkrete Dinge. Erstens: Wer KI-Tools noch nicht in seinen Marketing-Workflow integriert hat, verschenkt Effizienz. Ob Texterstellung, Ideation oder Bildgenerierung für erste Entwürfe, KI beschleunigt jeden dieser Schritte erheblich. Zweitens: Wer seine Conversion Rate nicht systematisch optimiert, lässt Geld auf dem Tisch liegen. Selbst eine Steigerung von 5 Prozent bei der Conversion Rate bedeutet 5 Prozent mehr Umsatz aus demselben Werbebudget. Drittens: Wer als Marketer oder Unternehmer nur Mittelmaß liefert, wird ersetzt. Wer exzellente Ideen hat, Daten versteht und KI als Hebel nutzt, ist wertvoller denn je.
Die Botschaft von Fladenhofer ist klar: KI macht gute Marketer nicht überflüssig. Sie macht sie mächtiger. Und mittelmäßige Marketer überflüssig. Das ist die eigentliche Disruption.
KI im Online Marketing
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Welche Marketer werden durch KI ersetzt?
Laut Hannes Fladenhofer werden rund 90 Prozent der mittelmäßigen Marketer durch KI ersetzbar sein. Wer nur Standardaufgaben erledigt, also solide Texte, ordentliche Kampagnen und brauchbare Creatives liefert, ist austauschbar. Die Top 10 Prozent mit echten kreativen Ideen, Datenkompetenz und exzellenter Umsetzung bleiben unverzichtbar.
Was ist Conversion Rate Optimierung und warum ist sie so wichtig?
Conversion Rate Optimierung (CRO) bezeichnet alle Maßnahmen, die dazu führen, dass ein höherer Anteil der Website-Besucher eine gewünschte Aktion ausführt, also kauft, sich anmeldet oder anfrägt. Eine Steigerung der Conversion Rate von 13 auf 28 Prozent bedeutet, dass aus demselben Werbebudget doppelt so viele Kunden gewonnen werden. Das ist oft profitabler als mehr Geld für Werbung auszugeben.
Wie funktioniert A/B-Testing konkret?
Beim A/B-Testing werden zwei Varianten einer Seite oder Anzeige gleichzeitig an zufällig ausgewählte Nutzer ausgespielt. Durch die zufällige Aufteilung werden alle anderen Einflussfaktoren ausgeschlossen. Das Ergebnis zeigt isoliert, welche Variante besser funktioniert. In der Praxis wird A/B-Testing oft vernachlässigt, weil der Aufwand hoch ist. Tools wie Optim automatisieren diesen Prozess vollständig.
Welche KI-Tools empfiehlt Hannes Fladenhofer für Online Marketing?
Für Texterstellung und Ideation empfiehlt Fladenhofer Claude, das er gegenüber ChatGPT im Marketing bevorzugt. Für Bildgenerierung nutzt er Gemini mit Nano Banana Pro. Für Videogenerierung gibt es Tools wie Hixfield. Für die vollautomatische Conversion Rate Optimierung hat er seine eigene Software Optim entwickelt, die A/B-Tests selbstständig aufsetzt, auswertet und optimiert.
Lohnt sich KI-generierter Content für Werbeanzeigen?
Noch nicht für Videos und Bilder in professionellen Kampagnen. Die öffentliche Wahrnehmung von KI-generiertem Visual Content ist noch negativ, wie der Shitstorm gegen Coca-Cola gezeigt hat. Für Texterstellung, Ideation und Untertitel-Generierung hingegen ist KI bereits heute ein wertvolles Werkzeug, das Zeit spart und die Qualität verbessert.

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