Einen Unternehmenskauf finanzieren ohne den vollen Kaufpreis selbst zu haben: Superreiche kombinieren dafür typischerweise 5 bis 7 verschiedene Kapitalquellen. Bank, Business Angels, Mezzaninkapital, Crowdfunding, staatliche Förderungen, Verkäuferdarlehen und Optionsmodelle lassen sich so strukturieren, dass du bei einem 2-Millionen-Deal oft nur 100.000 bis 300.000 Euro eigenes Kapital einsetzen musst. Laut Gerald Hörhan ist das Wissen um diese "Geldorgel der Finanzierung" der entscheidende Unterschied zwischen Vermögensaufbau im großen Stil und einem normalen Gehalt.
Unternehmenskauf finanzieren: Das denken die meisten falsch
Einen Unternehmenskauf finanzieren klingt für die meisten nach einem Problem, das nur gelöst werden kann, wenn man bereits reich ist. Das ist Unsinn. Wer eine IT-Agentur, einen Handwerksbetrieb oder eine Beteiligung an einem etablierten Unternehmen kaufen will, braucht in der Regel sechs- bis siebenstellige Beträge. Die meisten Menschen haben das nicht auf dem Konto. Selbst sehr vermögende Leute haben selten mehr als 3 bis 5 Millionen Euro als Cash verfügbar, weil Geld, das nur auf dem Konto liegt, durch Inflation entwertet wird. Die entscheidende Frage lautet also: Woher kommt das restliche Kapital?
Laut Gerald Hörhan ist die Antwort darauf das, was er die "Geldorgel der Finanzierung" nennt: ein System aus mehreren Kapitalquellen, das du als Investor lernen musst zu spielen. Wer diese Geldorgel beherrscht, kann Deals strukturieren, bei denen er mit minimalem eigenen Einsatz maximale Rendite auf sein Eigenkapital erwirtschaftet. Wer sie nicht kennt, bleibt auf der Zuschauertribüne und sieht zu, wie andere Vermögen aufbauen.
Kapitalquelle 1: Die Bank als Basis jeder Finanzierung
Die Bank ist der erste Ansprechpartner, wenn du einen Unternehmenskauf finanzieren willst, und das zu Recht. Banken finanzieren nicht nur Immobilien, sondern auch klassische Unternehmensübernahmen von etablierten Betrieben. Ein Startup mit einem Businessplan bekommt keinen Kredit, aber eine profitable IT-Agentur mit nachweisbarem Cashflow (= monatlicher Überschuss nach allen Kosten) sehr wohl.
Das Problem: Banken verlangen in der Regel 30 bis 40 Prozent Eigenkapital. Bei einem Unternehmen mit einem Kaufpreis von 2 Millionen Euro bedeutet das, dass du 700.000 bis 800.000 Euro selbst mitbringen musst. Zusätzlich finanziert die Bank oft auch das Working Capital, also den laufenden Betrieb des Unternehmens nach der Übernahme. Wichtig dabei: Du musst die Finanzierung gut strukturieren und entsprechende Sicherheiten bieten können. Die Bank ist die Basis, aber nicht die einzige Kapitalquelle für Investoren.
Kapitalquelle 2: Business Angels und private Kapitalgeber
Business Angels sind oft selbst Unternehmer aus der jeweiligen Branche, die bereit sind, Kapital und Know-how in eine Transaktion einzubringen. Wenn du zum Beispiel eine IT-Agentur übernehmen willst und noch nicht über das volle Eigenkapital verfügst, kann ein Business Angel mit 200.000 bis 300.000 Euro einspringen und bekommt dafür eine Gewinnbeteiligung oder eine vereinbarte Verzinsung.
Der Vorteil gegenüber reinen Kapitalgebern: Du kaufst dir bei einem guten Business Angel gleichzeitig Branchenwissen und ein Netzwerk ein. Das ist nicht umsonst, aber der Wert übersteigt oft die Kosten. Business Angels agieren häufig informell und sind daher auch für kleinere Transaktionen im sechsstelligen Bereich zugänglich, wo professionelle Fonds noch gar nicht aktiv werden.
Was ist Mezzaninkapital und wann lohnt es sich?
Mezzaninkapital ist eine Hybridform zwischen Eigenkapital und klassischem Fremdkapital. Es wird von Family Offices, spezialisierten Fonds und institutionellen Investoren bereitgestellt und ist in der Regel teurer als ein Bankkredit, weil der Kapitalgeber ein höheres Risiko trägt. Dafür bekommst du mehr Flexibilität bei der Strukturierung des Deals.
In der Praxis kommt Mezzaninkapital erst ab Transaktionsvolumina von 500.000 Euro bis einer Million Euro aufwärts zum Einsatz. Die Verträge sind komplex und erfordern professionelle Beratung. Wer aber einen Deal in der Größenordnung von 5 Millionen Euro strukturiert, bei dem das Unternehmen 3 bis 6 Millionen Euro Umsatz macht und rund 1 bis 1,5 Millionen Euro Cashflow produziert, für den ist Mezzaninkapital ein echtes Werkzeug, das die Eigenkapitalquote deutlich senken kann.
„Nur wenn du richtig viel Geld verdienen willst, brauchst du das. Und dann geht es darum, wie die Superreichen mit fremdem Geld Unternehmen kaufen und sich beteiligen." — Gerald Hörhan
Kapitalquelle 3: Crowdfunding und Peer-to-Peer-Lending
Crowdfunding ist längst nicht mehr nur für Startups oder kreative Projekte. Über spezialisierte Plattformen für Peer-to-Peer-Lending kannst du auch für Unternehmensübernahmen oder Expansionen Kapital einsammeln, typischerweise in Beträgen zwischen 100.000 und 500.000 Euro. Die Kosten sind höher als bei einem klassischen Bankkredit, aber die Zugangshürden sind niedriger.
Crowdfunding eignet sich besonders gut als ergänzende Kapitalquelle für Investoren, die bereits eine Bankfinanzierung und einen Business Angel an Bord haben, aber noch eine Lücke schließen müssen. Kombiniert mit anderen Instrumenten ist es ein flexibles Werkzeug in der Finanzierungsstruktur.
Förderungen: Geschenktes Geld, das kaum jemand nutzt
In Deutschland und Österreich ist die Förderlandschaft für Unternehmensinvestitionen außerordentlich vielfältig. Es gibt direkte Zuschüsse, subventionierte Kredite über die KfW oder die österreichische Austria Wirtschaftsservice (aws), staatliche Kreditgarantien und branchenspezifische Förderprogramme. Gerade im IT- und Technologiebereich sind Förderbeträge von 100.000 bis 300.000 Euro keine Ausnahme.
Der Haken: Du musst die Förderauflagen genau kennen, die Anträge korrekt stellen und Geduld mitbringen, denn Fördergelder fließen selten schnell. Aber wenn der Staat dir 300.000 Euro gibt, die du nicht zurückzahlen musst, oder dir einen Kredit zu 1 Prozent Zinsen gewährt statt zu 5 Prozent, dann ist das echter Mehrwert. In der Praxis unterschätzen die meisten Investoren diese Kapitalquelle massiv, weil sie den bürokratischen Aufwand scheuen.
Das Verkäuferdarlehen: Der unterschätzte Deal-Baustein
Kaum jemand denkt daran, aber der Verkäufer selbst kann einen Teil des Kaufpreises finanzieren. Das funktioniert natürlich nicht bei einer begehrten Eigentumswohnung, die jeder haben will. Aber bei einem Unternehmen, das schwer zu verkaufen ist und bei dem die Mitwirkung des Alteigentümers noch gebraucht wird, ist ein Verkäuferdarlehen ein mächtiges Instrument.
Die Logik dahinter: Wenn der Verkäufer noch einen Teil des Kaufpreises gestundet bekommt, hat er ein Eigeninteresse daran, dass das Unternehmen nach der Übergabe erfolgreich weiterläuft. Das reduziert dein Risiko als Käufer erheblich. Gleichzeitig senkst du deinen Kapitaleinsatz. Strukturiert wird das über sogenannte Verkäuferdarlehen mit einer vereinbarten Laufzeit und Verzinsung. Du musst wissen, was du tust, und die rechtliche Ausgestaltung muss sauber sein, aber der Effekt ist erheblich.
Wie bringst du das alles zusammen?
Das Prinzip der Kapitalquellen-Kombination lässt sich an einem konkreten Rechenbeispiel zeigen. Angenommen, du willst einen Unternehmenskauf finanzieren: eine IT-Agentur für 2 Millionen Euro, weil der Alteigentümer in den Ruhestand geht:
- Bank finanziert 800.000 Euro (Unternehmenskauf) plus Working Capital
- Eigenes Eigenkapital: 100.000 Euro
- Business Angel: 300.000 Euro gegen Gewinnbeteiligung
- Crowdfunding oder Peer-to-Peer-Lending: 300.000 Euro
- Staatliche Förderung (z.B. KfW oder aws): 300.000 Euro
- Verkäuferdarlehen: 200.000 Euro
Ergebnis: Du hast 2 Millionen Euro finanziert und dabei nur 100.000 Euro eigenes Kapital eingesetzt. Wenn du das Unternehmen nach der Übernahme optimierst, Kosten senkst, Umsätze steigerst und den Betrieb modernisierst, kann der Unternehmenswert von 2 Millionen Euro auf 3 bis 4 Millionen Euro steigen. Das Kapital der anderen Parteien zahlst du aus dem laufenden Cashflow zurück. So funktioniert Vermögensaufbau im großen Stil, und das ist aus 25 Jahren Investmenterfahrung von Gerald Hörhan einer der wirkungsvollsten Hebel überhaupt.
Zusätzlich gibt es noch Optionsmodelle: Du zahlst am Anfang nur eine kleine Prämie, sicherst dir das Recht, das Unternehmen zu einem festgelegten Preis zu kaufen, und schließt den Kauf erst ab, wenn du die restliche Finanzierung aufgestellt hast oder bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Das ist ein fortgeschrittenes Werkzeug, aber es existiert und wird von erfahrenen Investoren genutzt.
Unternehmenskauf finanzieren
: Häufige Fragen
Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Unternehmenskauf?
In der Praxis reichen bei einem 2-Millionen-Euro-Deal oft 100.000 bis 300.000 Euro eigenes Kapital, wenn du die Finanzierung geschickt strukturierst. Banken verlangen typischerweise 30 bis 40 Prozent Eigenkapital, doch diesen Anteil kannst du durch Business Angels, Mezzaninkapital oder ein Verkäuferdarlehen weitgehend ersetzen.
Was ist ein Verkäuferdarlehen und wann funktioniert es?
Beim Verkäuferdarlehen finanziert der bisherige Eigentümer einen Teil des Kaufpreises selbst, indem er ihn gestundet bekommt. Das funktioniert vor allem bei Unternehmen oder komplexeren Immobilien, die sich nicht leicht verkaufen lassen und bei denen die Mitwirkung des Verkäufers noch gefragt ist. Der Vorteil: Du reduzierst deinen Kapitaleinsatz und das Risiko gleichzeitig.
Was ist Mezzaninkapital und für wen ist es geeignet?
Mezzaninkapital ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital, meist teurer als ein normaler Bankkredit. Es wird von Family Offices und spezialisierten Fonds bereitgestellt und kommt in der Regel erst ab Transaktionsvolumina von 500.000 Euro aufwärts zum Einsatz. Die Verträge sind komplex, bieten aber echte Flexibilität bei größeren Deals.
Können Förderungen wirklich einen Unternehmenskauf mitfinanzieren?
Ja, besonders in Deutschland und Österreich gibt es umfangreiche Förderprogramme: von direkten Zuschüssen bis zu subventionierten Krediten und staatlichen Kreditgarantien. Gerade im IT- und Technologiebereich sind Förderungen von 100.000 bis 300.000 Euro keine Seltenheit. Du musst die Förderauflagen kennen und Geduld mitbringen, aber es ist im Grunde geschenktes Geld.
Wie funktioniert Crowdfunding für einen Unternehmenskauf?
Über Crowdfunding-Plattformen und Peer-to-Peer-Lending kannst du Kapital von vielen kleinen Investoren einsammeln, etwa für Unternehmensexpansionen oder Übernahmen. Die Beträge liegen oft im fünf- bis sechsstelligen Bereich und eignen sich gut als Ergänzung zu Bankkredit und Business Angel, wenn du die Finanzierungslücke schließen willst.

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