Blog
Immobilien
Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025: Was Investoren wirklich erwartet
Immobilien

Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025: Was Investoren wirklich erwartet

Der Koalitionsvertrag 2025 enthält für Immobilieninvestoren sowohl Entlastungen als auch neue Risiken. Gerald Hörhan analysiert, welche Regelungen wirklich zählen und warum Wohnraum zum Luxusgut wird.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
Hero
Auf einen blick Zusammengefasst

Der Koalitionsvertrag 2025 zum Wohnungsmarkt bringt gemischte Nachrichten: Kein flächendeckender Mietdeckel, keine Streichung der steuerfreien 10-Jahres-Frist beim Verkauf, dafür aber eine deutliche Verschärfung der Mietpreisbremse inklusive neuer Bußgeldkataloge und Einbeziehung von Indexmieten. Die Körperschaftsteuer sinkt von 15,83 auf 13,83 Prozent, was vermögensverwaltende Immobiliengesellschaften begünstigt. Laut Gerald Hörhan fehlen jedoch echte Neubauanreize, weshalb der Wohnraummangel in deutschen Metropolen weiter zunehmen wird.

Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Der Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025 der neuen deutschen Bundesregierung ist da, und für Immobilieninvestoren steckt einiges drin. Manche Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, andere Probleme werden durch das Papier eher verschärft. Laut Gerald Hörhan, der seit über 20 Jahren in Immobilien investiert, ist das Ergebnis ein typisches politisches Dokument: ein paar gute Nachrichten, einige Rattenbisse und vor allem zu wenig, um den echten Wohnraummangel zu lösen.

Wer als Investor verstehen will, was dieser Koalitionsvertrag für den Wohnungsmarkt konkret bedeutet, muss zwischen den Zeilen lesen. Nicht jede Ankündigung wird umgesetzt, und nicht jede Regelung trifft alle Märkte gleich. Berlin ist nicht Darmstadt, Hamburg ist nicht Köln, und NRW ist nicht Bayern.

Was NICHT kommt: Die guten Nachrichten für Immobilieneigentümer

Beginnen wir mit dem Positiven. Mehrere Maßnahmen, die Immobilieninvestoren gefürchtet hatten, sind im Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025 nicht enthalten. Das ist für Bestandshalter eine echte Erleichterung.

  • Kein flächendeckender Mietdeckel auf Bundesebene
  • Die steuerfreie Veräußerungsfrist von 10 Jahren beim Immobilienverkauf bleibt bestehen
  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll reformiert oder abgeschafft werden, da es in der Praxis ohnehin ein Papiertiger war, weil schlicht die Handwerkerkapazitäten fehlen
  • Die Grundsteuer bleibt weiterhin auf Mieter umlegbar

Das sind keine revolutionären Fortschritte, aber das Ausbleiben dieser Maßnahmen ist für Bestandshalter eine echte Erleichterung. Wer in den vergangenen Jahren Angst vor einem Berliner Mietendeckel auf Bundesebene hatte, kann jetzt etwas aufatmen. In der Praxis hat das GEG ohnehin kaum jemanden wirklich getroffen, weil die Handwerksbetriebe gar nicht die Kapazitäten hatten, um die geforderten Sanierungen durchzuführen. Jetzt wird das auch offiziell anerkannt.

KfW-Förderung und Neubauanreize: Viel Gerede, wenig Substanz?

Im Koalitionsvertrag steht, dass der Effizienzhaus-55-Standard wieder förderfähig werden soll und die KfW-Förderung vereinfacht werden soll. Klingt gut, ist aber vage. Zur Erinnerung: Bis 2022 gab es eine KfW-55-Förderung, bei der Bauherren 15 Prozent der Baukosten bis zu einer bestimmten Obergrenze als staatlichen Zuschuss erhielten. Ich habe damals selbst damit gebaut. Das hat sich klar gerechnet und den Neubau tatsächlich angekurbelt.

Ob etwas Vergleichbares wieder kommt, ist mehr als fraglich. In der Praxis werden Förderprogramme in Deutschland so komplex gestaltet, dass sie kaum jemand versteht oder nutzt. 100 Förderprogramme, die sich alle nicht rechnen, bringen nichts. 15 Prozent Zuschuss war klar, das hat funktioniert. Was der Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt hier ankündigt, ist zu unkonkret, um darauf zu vertrauen. Zusätzlich soll es steuerliche Vergünstigungen für günstig vermietende Eigentümer geben und eine Förderung für selbstgenutztes Wohneigentum. Wie genau das aussehen soll, bleibt offen.

„Förderprogramme, die sich nicht rechnen, werden nicht genutzt. Das ist keine Förderung, das ist politisches Theater." (Gerald Hörhan)

Körperschaftsteuer sinkt: Ein echtes Goodie für Immobiliengesellschaften

Ein konkreter Vorteil im Koalitionsvertrag 2025 ist die geplante Senkung der Körperschaftsteuer von 15,83 auf 13,83 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber für vermögensverwaltende Immobiliengesellschaften, also GmbHs, die Immobilien halten und verwalten, durchaus relevant. Bei einem Verkauf über eine Vermögensverwaltungs-GmbH bedeutet das eine Steuersenkung von rund 2 Prozentpunkten.

Für gewerbliche Immobiliengesellschaften ist der Effekt geringer, weil gleichzeitig die Mindestgewerbesteuer auf 280 Prozent angehoben werden soll. Wer aber eine rein vermögensverwaltende GmbH betreibt, keine Gewerbesteuer zahlt und Immobilien hält oder gelegentlich verkauft, profitiert hier real. Kein riesiger Hebel, aber ein solides Goodie für Bestandshalter mit GmbH-Struktur.

Was kommt und nicht lustig ist: Mietpreisbremse wird verschärft

Jetzt zu den Rattenbissen. Die Mietpreisbremse, die in ihrer bisherigen Form schon ein Papiertiger war, soll nicht nur verlängert werden, sondern auch deutlich verschärft werden. Konkret geplant laut Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025:

  • Verlängerung der Mietpreisbremse um zwei bis vier Jahre
  • Neue Bußgeldkataloge für Verstöße gegen die Mietpreisbremse
  • Einbeziehung von Indexmieten in die Bremse
  • Neue Regelungen für möblierte Wohnungen und Kurzzeitvermietungen
  • Aufteilungsverbote und Milieuschutzregelungen werden fortgeführt

Das trifft Vermieter in angespannten Märkten wie Berlin oder Hamburg stärker als in anderen Regionen. In NRW zum Beispiel gibt es kein Aufteilungsverbot. In Darmstadt liegt die Marktmiete oft nah an der zulässigen Mietpreisbremsen-Miete. In Berlin dagegen gibt es massive Differenzen zwischen dem, was zulässig ist, und dem, was der Markt hergibt.

Die Indexmiete-Regelung ist besonders relevant: Bisher konnte man eine Startmiete vereinbaren und diese per Indexierung über die Jahre steigern. Genau das soll nun eingeschränkt werden. In der Praxis bedeutet das für Vermieter in regulierten Märkten weniger Spielraum bei der Mietentwicklung. Wer in Berlin ein Mehrfamilienhaus mit langfristig günstig gemieteten Bestandsmietern hält, wird diesen Druck direkt spüren.

Warum der Koalitionsvertrag den Wohnungsmarkt strukturell nicht repariert

Das eigentliche Problem des deutschen Wohnungsmarkts ist nicht die Miethöhe, sondern das fehlende Angebot. Wohnraum ist knapp, weil zu wenig gebaut wird. Und das liegt an zu hohen Baukosten, zu langen Genehmigungsprozessen, zu wenig ausgewiesenem Bauland und zu komplexen Normen- und Ausstattungsstandards. Der Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt 2025 enthält zwar viel Gerede über Vereinfachungen, aber faktisch kaum konkrete Maßnahmen, die den Neubau wirklich ankurbeln.

Gleichzeitig soll massiv in Infrastruktur investiert werden: Straßen, Schienen, Brücken. Das klingt gut für Deutschland insgesamt, hat aber einen direkten Nebeneffekt auf den Wohnungsmarkt: Baufirmen, die für Infrastrukturprojekte arbeiten, fehlen für den Wohnungsneubau. Stand April 2025 haben Bauunternehmen wie die Strabag nach der Ankündigung des Sondervermögens bereits deutliche Kursgewinne verzeichnet, weil staatliche Aufträge winken. Das absorbiert Personal und Kapazitäten. Neubau wird teurer, nicht günstiger.

Das Ergebnis: Wohnraummangel bleibt, Mieten steigen weiter, Kaufpreise steigen weiter. Wer in Berlin ein altes Mehrfamilienhaus mit Energieausweis G kauft, zahlt heute vielleicht 2.300 Euro pro Quadratmeter bei einer Bruttomietrendite von nur 3 Prozent, weil die Mieter kaum etwas zahlen und kaum herauszubekommen sind. Zwei Häuser weiter kostet ein KfW-40-Neubau mit leeren Wohnungen 12.000 bis 15.000 Euro pro Quadratmeter. Das sind keine normalen Marktdivergenz-Werte, das ist das Ergebnis jahrelanger politischer Verzerrung.

Was bedeutet das konkret für Immobilieninvestoren?

Aus meiner Sicht als Investor mit mehreren hundert Wohneinheiten lässt sich der Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt so zusammenfassen: Der Trend der letzten Regierung wird fortgeführt, ohne die wirklich großen Fehler zu machen, aber auch ohne die strukturellen Probleme zu lösen. Wer investieren will, braucht jetzt mehr Wissen, mehr Geduld und eine klare Strategie.

Für Investoren bedeutet das konkret:

  • Bestandshalter in nicht regulierten Märkten, etwa Teile von NRW, haben weiterhin gute Chancen
  • Vermögensverwaltende GmbHs profitieren von der Körperschaftsteuersenkung auf 13,83 Prozent
  • In Berlin und Hamburg wird der Markt durch Regulierung weiter verzerrt. Wer dort kauft, braucht tiefes Know-how
  • Neubau wird wegen steigender Baupreise und fehlender Kapazitäten noch unattraktiver für private Investoren
  • Kleine, unerfahrene Investoren werden aus dem Markt gedrängt. Institutionelle Fonds wie Blackstone kaufen in den USA bereits ganze Wohnportfolios auf. Das gleiche Muster zeichnet sich in Deutschland ab

Wohnraum wird in Deutschland zum Luxusgut. Nicht weil das politisch so gewollt ist, sondern weil die Politik zu viel reguliert und zu wenig baut. Das ist kein neues Phänomen: Paris, New York, London, alle Städte mit starker Mietregulierung haben dieses Problem. Und der Koalitionsvertrag 2025 löst es nicht. Wer als Immobilieninvestor in diesem Umfeld erfolgreich sein will, muss die Regeln kennen, die richtigen Strukturen nutzen und die Marktverzerrungen für sich arbeiten lassen, nicht gegen sich.

Koalitionsvertrag Wohnungsmarkt

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kommt ein flächendeckender Mietdeckel laut Koalitionsvertrag 2025?

Nein. Ein bundesweiter Mietdeckel ist im Koalitionsvertrag 2025 nicht vorgesehen. Auch die steuerfreie Veräußerungsfrist von 10 Jahren beim Immobilienverkauf bleibt unangetastet. Das sind klare Entlastungen gegenüber früheren Befürchtungen.

Was ändert sich bei der Mietpreisbremse durch den neuen Koalitionsvertrag?

Die Mietpreisbremse wird verlängert, auf zwei bis vier Jahre, und gleichzeitig verschärft. Neu sind Bußgeldkataloge für Verstöße sowie die Einbeziehung von Indexmieten. Auch möblierte Wohnungen und Kurzzeitvermietungen sollen stärker reguliert werden.

Profitieren Immobiliengesellschaften von der geplanten Körperschaftsteuersenkung?

Ja, vermögensverwaltende Immobiliengesellschaften profitieren direkt: Die Körperschaftsteuer soll von 15,83 auf 13,83 Prozent sinken, was einer Senkung von rund 2 Prozentpunkten entspricht. Für gewerbliche Gesellschaften ist der Effekt geringer, da gleichzeitig die Mindestgewerbesteuer auf 280 Prozent angehoben werden soll.

Warum steigen die Baupreise trotz des Koalitionsvertrags weiter?

Der geplante Infrastrukturausbau bindet Baukapazitäten, die für Wohnungsneubau fehlen. Baufirmen wie die Strabag haben nach dem Sondervermögen bereits Kursgewinne verzeichnet, weil staatliche Aufträge die Ressourcen absorbieren. Wohnungsneubau wird dadurch teurer und unattraktiver.

Lohnt sich Immobilieninvestment in Deutschland trotz neuer Regulierung?

Laut Gerald Hörhan ja, aber nur mit dem nötigen Know-how. Wohnraummangel, steigende Mieten und steigende Kaufpreise begünstigen erfahrene Investoren. Wer den Markt nicht kennt, wird zunehmend verdrängt, ähnlich wie in den USA, wo institutionelle Fonds wie Blackstone private Investoren herausdrängen.

Video ZUm Blog-Artikel

Jetzt Video zum Blog Artikel anschauen

Du bevorzugst Video? Schau dir die Originalfolge auf dem Investmentpunk-Kanal an - mit allen Beispielen, Zahlen und Insights direkt von Gerald.

Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.
Über 1.112+ Trustpilot- Bewertungen

Kostenlose Inhalte. Direkt von Gerald.

Live-Webinare, Video-Trainings und vieles mehr. Alles, was Gerald seit Jahren kostenlos teilt, gebündelt an einem Ort.

Über 42.000+
Zufriedene Kunden

Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.Grüner Fünfzackiger Stern auf transparentem Hintergrund.
Über 1.112+ Trustpilot- Bewertungen

Kostenlose Inhalte. Direkt von Gerald.

Live-Webinare, Video-Trainings und vieles mehr. Alles, was Gerald seit Jahren kostenlos teilt, gebündelt an einem Ort.

Über 42.000+
Zufriedene Kunden