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Unternehmensbeteiligung: So machen Superreiche ihr Geld
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Unternehmensbeteiligung: So machen Superreiche ihr Geld

Superreiche verdienen ihr Geld fast immer durch Unternehmensbeteiligungen. Gerald Hörhan erklärt, wie der doppelte Hebel aus Gewinnsteigerung und höherem Verkaufsmultiplikator funktioniert und warum die richtige Steuerstruktur entscheidend ist.

Gerald Hörhan
Geschrieben von
Gerald Hörhan
CEO InvestmentPunk Academy GmbH
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Auf einen blick Zusammengefasst

Superreiche mit mehr als 100 Millionen Euro Vermögen verdienen ihr Geld laut Gerald Hörhan fast ausnahmslos durch Unternehmensbeteiligungen, nicht durch Gehalt oder klassische Geldanlage. Das Prinzip: unterbewertete, schlecht geführte Unternehmen kaufen oder sich beteiligen, Gewinn verdoppeln oder verdreifachen, Verkaufsmultiplikator erhöhen und das Unternehmen dann teurer verkaufen. Wer das mit der richtigen Steuerstruktur kombiniert, zahlt in vielen Ländern praktisch null Steuern auf die Erträge und lässt sein Vermögen dadurch deutlich schneller wachsen.

Unternehmensbeteiligung: Das Prinzip der Superreichen

Unternehmensbeteiligung ist der mit Abstand wichtigste Weg, auf dem Menschen mit mehr als 100 Millionen Euro Vermögen ihr Geld verdienen. Ich habe meinen Anwalt bei einem Abendessen genau diese Frage gestellt, und seine Antwort war eindeutig: Es sind fast immer Beteiligungen an Unternehmen, nicht Gehalt, nicht Immobilien, nicht Aktien-Sparpläne. Wer das versteht, versteht, wie Vermögen wirklich entsteht. Wer das ignoriert, bleibt im Hamsterrad.

Das Prinzip ist einfacher als die meisten denken, aber in der Umsetzung deutlich anspruchsvoller. Du kaufst dich in ein Unternehmen ein, das schlecht geführt wird oder dessen Potenzial nicht ausgeschöpft ist. Du steigerst den Gewinn durch besseres Management, Digitalisierung und effizientere Prozesse. Und dann verkaufst du das Unternehmen zu einem höheren Multiplikator. Das ist der doppelte Hebel, der aus kleinen Einsätzen große Vermögen macht.

Der doppelte Hebel: Wie aus 1,5 Millionen Euro plötzlich 9 Millionen werden

Nehmen wir ein konkretes Beispiel aus der Praxis. Ein Optikerbetrieb, dessen Inhaber kurz vor dem Ruhestand steht, macht 500.000 Euro Gewinn pro Jahr. Das Unternehmen ist altmodisch, keine Digitalisierung, schlechte Prozesse. Der Kaufpreis liegt bei 1 bis 1,5 Millionen Euro, also dem Dreifachen des Jahresgewinns. Das ist der Einstiegspunkt.

Jetzt kommt der erste Hebel: Du digitalisierst Prozesse, verbesserst den Vertrieb und steigerst den Gewinn auf 1 bis 1,5 Millionen Euro. Das Unternehmen ist damit beim gleichen Multiplikator von 3 plötzlich 3 bis 4,5 Millionen Euro wert. Gewinn verdoppelt, Wert verdoppelt oder verdreifacht.

Jetzt kommt der zweite Hebel: Du kaufst weitere Optikerbetriebe oder Finanzdienstleistungsunternehmen dazu und machst eine Konsolidierung. Ein größeres Unternehmen wird am Markt nicht mehr mit dem Faktor 3, sondern mit dem Faktor 6 bewertet. Aus 1,5 Millionen Euro Kaufpreis werden plötzlich 9 Millionen Euro Verkaufspreis. Laut Gerald Hörhan ist genau das der Mechanismus, mit dem Private Equity funktioniert, und er ist keine Raketenwissenschaft, sondern konsequente Umsetzung.

„Das ist zwar nicht ganz einfach, aber auch keine Raketenwissenschaft. Es geht darum, Betriebe, die undermanaged sind, auf Vordermann zu bringen und dann größer zu machen." (Gerald Hörhan)

Drei Wege zur Unternehmensbeteiligung: Was für wen funktioniert

In der Praxis gibt es drei unterschiedliche Modelle, wie sich vermögende Leute an Unternehmen beteiligen. Jedes hat seine eigene Logik, sein eigenes Risikoprofil und seine eigene Renditeerwartung.

  • Beteiligung an etablierten Unternehmen (Private Equity): Du kaufst dich in ein profitables, aber schlecht geführtes Unternehmen ein, machst es effizienter und verkaufst es teurer. Das Risiko ist überschaubar, weil das Unternehmen bereits Cashflow hat. Typische Rendite: das 3- bis 10-fache des eingesetzten Kapitals.
  • Management Buyout oder Management Buyin: Du kaufst ein ganzes Unternehmen, oft von einem Konzern oder einem Inhaber, der in Rente gehen will, und übernimmst selbst die operative Führung oder installierst ein neues Management. Oft mit Partnern und Fremdkapital finanziert. Der Prozess danach ist derselbe: Gewinne optimieren, Kosten reduzieren, Prozesse verbessern, Unternehmen größer machen und dann verkaufen.
  • Venture Capital in Wachstumsunternehmen: Du beteiligst dich an jungen, skalierbaren Unternehmen in Bereichen wie Data Science oder Digitalisierung mit Wachstumsraten von 30, 50 oder 100 Prozent. Hier musst du 10 bis 15 Beteiligungen streuen, weil ein oder zwei richtig groß werden, aber andere komplett abgeschrieben werden. Die Gewinner verkaufst du zum 10- bis 20-fachen des Einsatzes.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Ich habe selbst solche Beteiligungen gemacht. Ein polnisches E-Commerce-Unternehmen: Ich habe die Hälfte meiner Beteiligung zum 5,5-fachen meines eingesetzten Kapitals verkauft. Das war kein schlechtes Geschäft. Die andere Hälfte halte ich noch. Im Krypto-Bereich habe ich mich an einem anderen Projekt beteiligt, ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen. Dazu kommen Beteiligungen, bei denen ich mit Arbeitsleistung eingestiegen bin, das sogenannte Sweat Equity.

Was mich besonders beeindruckt hat: In Cambridge habe ich Business-Angel-Netzwerke kennengelernt, die im Rahmen der Universität operieren. Wirtschaftlich etablierte Menschen beteiligen sich dort an Startups und werden dadurch richtig reich. Das bekannteste Beispiel aus Cambridge: Arm Holdings, der Chiphersteller. Wer sich dort früh beteiligt hat, als das Unternehmen noch klein war, und den Börsengang erlebt hat, hat gigantische Renditen erzielt. Das funktioniert in Deutschland und Österreich nach exakt demselben Prinzip.

Welche Branchen eignen sich für Unternehmensbeteiligungen?

Die Branchen sind laut Gerald Hörhan sehr vielfältig. Das können archaische Bereiche sein, die einfach entstaubt werden müssen. Handwerksbetriebe, Tourismusunternehmen, Finanzvertriebe, Dienstleistungsunternehmen, Maschinenbauer: überall gibt es Inhaber, die kurz vor dem Ruhestand stehen und deren Unternehmen dringend frisches Management brauchen. Vieles ist hier sehr archaisch, auch teilweise im Maschinenbau, und die Liste ist lang.

Besonders interessant sind aus meiner Sicht Immobiliengesellschaften und Dienstleistungsunternehmen im Immobilienbereich. Das ist ein Markt, in dem ich selbst sehr aktiv bin und der strukturell attraktive Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Aber auch Tech-Branchen, Data Science und Digitalisierung bieten enormes Potenzial für Venture-Capital-Beteiligungen, wo du dann auch die entsprechende Skalierbarkeit hast.

Warum der Staat bei Unternehmensbeteiligungen kaum etwas wegschnappt

Als Angestellter zahlst du 25 bis 30 Prozent Steuern, manchmal im operativen Geschäft sogar mehr. Der Staat schnappt immer mit. Gar nicht so leicht, Geld zu verdienen, wenn jemand ständig schnapp, schnapp, schnapp macht. Bei Unternehmensbeteiligungen mit der richtigen Struktur sieht das fundamental anders aus. In den meisten Ländern der Welt sind Gewinne aus Unternehmensbeteiligungen praktisch steuerfrei, wenn man die richtige Holding-Struktur wählt.

Das ist kein Trick und keine Steuerhinterziehung. Es ist das Steuerrecht, das genau für diesen Fall gemacht wurde. Natürlich muss man sich genau auskennen. Aber dann hat man praktisch Erträge ohne Steuer. Und wenn weniger jemand etwas wegschnappt, wächst das Vermögen natürlich deutlich schneller. Das ist der entscheidende Grund, warum Superreiche durch Beteiligungen so viel schneller reich werden als durch klassische Anlageformen.

Was sind die Risiken und was braucht man wirklich?

Unternehmensbeteiligungen sind komplexer als Immobilien. Das sage ich klar und ohne Beschönigung. Aus 25 Jahren Investmenterfahrung weiß ich: Man muss sich gut auskennen. Wer Fehler macht, kann schnell mehr als das eingesetzte Kapital verlieren. Das hängt viel von guten Vertragswerken ab, von gründlichen Due-Diligence-Prüfungen und vor allem von einer soliden Finanzstrukturierung. Das ist nichts für Anfänger, das muss man entsprechend erlernen.

Auf der anderen Seite: Wer die richtige Struktur hat und die richtigen Partner findet, kann sein Kapital realistisch verdreifachen, verfünffachen oder verzehnfachen. Das ist nicht unrealistisch. Ich habe es selbst erlebt, und ich kenne viele Menschen, die durch genau diesen Weg zu echtem Vermögen gekommen sind. Kleinere Unternehmen werden immer schlechter bewertet als größere Unternehmen. Das ist fast immer so. Und genau das ist die Chance: Du kaufst klein, machst es größer und verkaufst zum vielfachen Multiplikator.

Wie kommst du an deine erste Unternehmensbeteiligung?

Der erste Schritt ist Wissen. Wer Unternehmensbeteiligungen nicht versteht, wer nicht weiß, wie man ein Unternehmen bewertet, wie man Verträge strukturiert und wie man Due Diligence macht, sollte nicht einfach loslegen. Das ist der häufigste Fehler, den ich beobachte: Menschen investieren, bevor sie die Grundlagen verstehen.

Der zweite Schritt ist Netzwerk. Business-Angel-Netzwerke in deiner Region, Unternehmernetzwerke, Branchenverbände: Dort findest du Unternehmen, die einen Nachfolger suchen oder Kapital brauchen. Viele Deals passieren nicht über Inserate, sondern über persönliche Kontakte. Wer in diesen Netzwerken aktiv ist, sieht Deals, die andere nie zu Gesicht bekommen.

Der dritte Schritt ist der erste Deal. Fang klein an. Eine Minderheitsbeteiligung an einem lokalen Unternehmen mit 20.000 bis 50.000 Euro Einsatz ist ein guter Einstieg. Du lernst, wie Verträge aussehen müssen, wie man Gewinnentwicklungen beobachtet und wie man mit Unternehmern auf Augenhöhe spricht. Jeder Profi hat mit einem ersten Deal angefangen. In der Praxis ist das der einzige Weg, wirklich zu lernen.

Unternehmensbeteiligung

: Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für meine erste Unternehmensbeteiligung?

Das hängt stark vom Modell ab. Bei einer Minderheitsbeteiligung als Business Angel reichen oft 10.000 bis 50.000 Euro. Beim Management Buyout eines kleinen Unternehmens brauchst du in der Regel mehr Kapital, aber Partner können den Eigenkapitalbedarf teilen. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern das Wissen über Vertragswerke, Due Diligence und Finanzstrukturierung.

Was ist der Unterschied zwischen Private Equity und Venture Capital?

Private Equity bezeichnet Beteiligungen an etablierten, profitablen Unternehmen, die optimiert und danach teurer verkauft werden. Venture Capital investiert in junge, stark wachsende Unternehmen mit skalierbaren Geschäftsmodellen wie Data Science oder Software. Private Equity ist in der Regel risikoärmer, Venture Capital bietet bei Erfolg höhere Renditen, erfordert aber eine breitere Streuung über 10 bis 15 Beteiligungen.

Warum sind Unternehmensbeteiligungen steuerlich so attraktiv?

In den meisten Ländern sind Gewinne aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen, wenn sie über eine Holding-Struktur gehalten werden, praktisch steuerfrei oder sehr gering besteuert. Wer als Angestellter 25 bis 30 Prozent Steuern zahlt, kann mit der richtigen Struktur diesen Abzug nahezu eliminieren. Das lässt das Vermögen deutlich schneller wachsen.

Was ist ein Management Buyout und wie funktioniert er?

Beim Management Buyout (MBO) kauft man ein Unternehmen, oft von einem Konzern oder einem Inhaber, der in Rente gehen will, und übernimmt selbst die operative Führung oder installiert ein neues Management. Danach werden Gewinne optimiert, Kosten gesenkt und das Unternehmen durch weitere Zukäufe größer gemacht. Ziel ist der Verkauf zu einem deutlich höheren Preis als dem Einkaufspreis.

Wie finde ich unterbewertete Unternehmen für eine Beteiligung?

Laut Gerald Hörhan gibt es in nahezu jeder Branche schlecht geführte Unternehmen: Handwerksbetriebe, Finanzvertriebe, Tourismusunternehmen, Maschinenbauer. Oft sind es Inhaber kurz vor dem Ruhestand, die keinen Nachfolger haben und das Unternehmen günstig abgeben. Business-Angel-Netzwerke wie jene an der Universität Cambridge oder regionale Unternehmernetzwerke sind gute Startpunkte.

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